Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Lust Stories – Beziehungsweise…

Ich glaube, bei diesem Titel scheiden sich die europäischen und indischen Geister, was die Erwartung hinter einem solchen betrifft. In der westlichen Welt würde man sicher sehr viel mehr Gelüste auf dem Bildschirm erwarten, als letztlich geboten wird. Für Inder ist der Titel wahrscheinlich sehr wichtig, denn er macht deutlich: Achtung, hier wird offen über Sex geredet und auch offen angedeutet. Vorsicht!

In 4 Kurzfilmen beschäftigen sich die Regisseure Anurag KashyapZoya AkhtarDibakar Banerjee, und Karan Johar mit dem Thema Lust. Ich muss gestehen, dass mich nur das letzte Filmchen von Karan Johar richtig gut amüsiert hat.  Die Szene, in der die junge Ehefrau unbefriedigt von ihrem immer lustvollen Ehemann, nur bedacht auf seine Freude am Sex, mit Hilfe eines Werkzeuges unbeabsichtigt vor der Familie ihres Mannes zu ihrem ersten Orgasmus kommt, ist einfach unwiderstehlich grandios. Das ist auch nicht gespoilert, das sollte man sich in allen Einzelheiten zu Gemüte führen.

Für manche Inder wird das wahrscheinlich schon viel zu heiß sein. Ich finde diese Szene unglaublich gut getroffen…vor allem, dass man zur Musik von Kabhi Khushi Kabhie Gham einen Orgasmus erlebt…großartig! Ich denke, die Moral von dieser Geschichte ist noch mit am Wichtigsten. Heiraten bedeutet nicht, dass man als junger Mann endlich seine sexuellen Gelüste täglich befriedigen kann, sondern dass es ums Zusammen erleben geht. So absurd das auch erst für jungen Bräutigam erscheint. Der wird übrigens von meinem neuen Lieblingsschauspieler Vicky Kaushal gespielt. Noch ein guter Grund, sich diese Geschichte anzuschauen. Bei Netflix kann man ja gut vorspulen.

Insgesamt würde der Begriff „Beziehungsgeschichten“ doch eher zu dieser Reihe von Kurzfilmen passen. Frauen werden sich wahrscheinlich eher angesprochen fühlen, denn es geht sehr stark um die Sicht der Frau aufs Geschehen rund um die Liebe.

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/title/80991033

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Ajji – keine Tat bleibt ungestraft

Traurigerweise beschreibt dieser Film die in Indien unverändert tragische Situation für Vergewaltigungsopfer. Obwohl es seit 2012 sehr viel härtere Gesetze gibt, um abschreckend zu wirken, werden diese Gesetze zu oft nicht umgesetzt, da das Rechtssystem teuer, korrupt und langwierig ist. Der jüngste Fall vom Mai ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Der Vater eines vergewaltigten Mädchens bestand darauf, die Täter zu bestrafen. Aus Verärgerung über die verhängte (lächerliche) Strafe (Rumpfbeugen und 625 Euro) drangen die Täter in das Haus der Familie ein, übergossen das ohnehin schon geschändete Mädchen mit Benzin und zündeten es an, so dass es bei lebendigem Leid verbrannte. OHNE WORTE. Was würde man im Gegenzug allzu gern mit diesen …wie soll man solche Leute nennen…Menschlich ist das letzte, was man dazu sagen kann…grausamen Individuen machen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Film Ajji. Ein 10jähriges Mädchen wird vergewaltigt. Der Täter ist schnell ausgemacht. Das Problem: er ist ein einflussreicher und wohlhabender Bauunternehmer. Der zuständige Polizist tut alles, um die Familie mit Drohungen so einzuschüchtern, dass sie keine Anzeige erstatten (denn er bekommt Schmiergeld..auch ein Problem, das niedrige Gehalt von Polizisten). Der Vater der Familie arbeitet zu lange in der Fabrik, die Mutter verkauft ohne Lizenz Essen, die Großmutter näht Kleidung für Prostituierte. Sie müssen das alles tun, um überleben zu können. Doch der Polizist könnte dafür sorgen, dass sie alle ihren Arbeiten mit einem mal nicht mehr nachkommen dürfen.  Also sind sie gezwungen, zu schweigen. Während der Zuschauer mit ansieht wie die Großmutter täglich versucht, die Wunden des armen kleinen Mädchens zu versorgen. Über Tage hinweg müssen wir mit dem armen Mädchen mitleiden. Ohne wirkliche ärztliche Hilfe. Der Großmutter bricht es (wie auch dem Zuschauer) das Herz, dass diese grausame Tat ungesühnt bleiben soll, während der Täter mit seinem sexuellen Treiben ungeschoren weiter macht. Sie ist eine sehr alte Frau mit Gebrechen und man kann sich erst nicht vorstellen, was sie gegen ihn unternehmen könnte. Aber sie schmiedet gut überlegte Pläne und man ist als Zuschauer davon gefesselt, wie sie sich am Ende an diesem Brutalo, der ihre Enkelin so zugerichtet hat, rächen wird. Das verrate ich hier natürlich nicht. Aber soviel: für Männer wird es kaum zu ertragen sein.

Natürlich ist das keine Option. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Selbstjustiz. Was aber in Indien auch durchaus an der Tagesordnung ist. Selbstjustiz. Ein Mob mordet Menschen nur aufgrund von Gerüchten. Ich finde an dem Film besonders gut, dass hier auch das Leiden des Mädchen danach so ergreifend dargestellt wird. Und sehr spannend ist es, die Großmutter auf dem Weg zur Rache zu begleiten. Wie sie den Täter lange genug beobachtet, um am Ende mit dem Einsatz ihrer Möglichkeiten zu zuschlagen. Ich persönlich finde solche realistischen Darstellungen des Lebens von Mädchen in Indien sehr sehr wichtig und ich finde den Film sehr gelungen!

Zu sehen auf Netflix: https://www.netflix.com/de/title/80993495 

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Was werden die Leute sagen…

„Wenn Du wie die westlichen Idioten lebst, wirst Du in Einsamkeit sterben“ droht der Vater seiner Tochter. Ich, westliche Idiotin, bin heilfroh, dass ich diese unmenschliche Unterdrückung der Frau bisher nur aus Filmen und Büchern kenne. Nisha macht nur das, was alle anderen Teenager in Norwegen/Europa/westlicher Kultur machen: Mit Freunden abhängen, Party machen, mit Jungs flirten, ausprobieren, was das Leben zu bieten hat…zu Hause im Kreis ihrer pakistanischen Familie darf natürlich keiner davon wissen, dort gelten andere Werte. Wenn sie gewusst hätte, was da auf sie zukommt, als ihr Vater sie dann doch mit ihrem Freund bei ihr zu Hause erwischt…der Vater ist so verzweifelt, nichts scheint für ihn schlimmer, als dass der gute Ruf seiner Familie zerstört wird und die pakistanische Gemeinschaft ihn verstößt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, als Nisha nach Pakistan zu bringen, um ihr die Grenzen ihrer Kultur aufzuzeigen. Doch Nisha kommt dort auch nur vom Regen in die Traufe und es nimmt kein gutes Ende wie vom Vater erhofft…ich möchte nicht zu viel spoilern…aber eine Entführung ins Land der Ursprungskultur bringt hier nicht das gewünschte Ergebnis einer Umwandlung in ein unterwürfiges, jungfräuliches Mädchen.

Es gibt leider viel zu viele Länder, in denen mit Mädchen so dramatisch umgegangen wird. Und selbst in Deutschland sind sie ja sogar vor Ehrenmorden nicht sicher. Zwangsheirat scheint oft die letzte Lösung der Eltern, um den guten Ruf wieder herzustellen. Am schlimmsten finde ich immer die Mütter, die dieses grausame Spiel weiter spielen, obwohl sie selbst doch wissen müssen, wie sehr diese Unterdrückung aufgrund von selbst auferlegten Traditionen alles zerstört. Wenn die Mütter nur genug Mut hätten, diesen Teufelskreis zu unterbrechen…immer nur geht es darum, was die Leute sagen. Nie geht es darum, was am besten für das Mädchen ist, was das Mädchen möchte. Es hat sich gefälligst still zu verhalten, bis es ordentlich verheiratet ist. Schweift sie nur einen Grad von ihrer Tugend ab, soll sie sich lieber die Klippen herunter stürzen, als ihre Familie ins Unglück zu stürzen. Das Unglück, dass die anderen Leute sie meiden und schlecht über sie reden. Ein westlicher Kopf wird das nie verstehen. Auch wenn man die Verzweiflung des Vaters sehr gut nachvollziehen kann. Auch wenn er natürlich nur das Beste für seine Tochter will. Aber um welchen Preis.

Adil Hussain, dem europäischen Publikum aus „Life of Pi“ bekannt, spielt den grausamen Vater so überzeugend, dass man ihn wirklich hasst. Maria Mozhdah bringt es sehr menschlich auf die Leinwand, sich um des Friedens Willen der Familie beugen zu wollen, versuchen sich unterzuordnen, aber es schließlich einfach nicht zu können, weil es nicht ihr Leben ist, sondern das, was die anderen für sie beschließen.

Es kann nicht genug solcher Filme geben, die einem so realistisch das Schicksal von Millionen von Mädchen vor Augen führen. Ein Leben unter Zwang.

http://wwdls.pandorafilm.de/

 

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Poorna – ein Mädchen will hoch hinaus

In dieser Geschichte, die auf der wahren Begebenheit beruht, dass  Malavath Poorna mit 13 Jahren das jüngste Mädchen der Welt ist, das den Mount Everest bestieg, steckt so viel Hoffnung, dass sich in der indischen Gesellschaft doch viel bewegen kann.

Poorna und ihre beste Freundin haben arme Eltern und müssen in ihrer Dorfschule hart dafür arbeiten, in die Schule zu dürfen, da ihre Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können. Als sie einen Aushang finden, in dem von einer Schule die Rede ist, für die nichts bezahlt werden muss und in der man auch noch täglich eine warme Mahlzeit bekommt, kennen sie kein anderes Ziel mehr, als dort zur Schule zu gehen. Doch die Pläne werden jäh zerstört, denn Poornas Freundin wird verheiratet und ein ganzer Lebenstraum zerplatzt jäh. Nun wird ihr Leben nur daraus bestehen, Hausfrau und Mutter zu sein. So warnt Poornas Freundin sie eindringlich, dass sie um Himmels willen nicht wieder nach Hause kommen soll, da sie dann nur verheiratet wird. So entscheidet sich Poorna in den Ferien für einen ihr bis dahin unbekannten Climbing-Kurs, anstatt zurück zu ihren Eltern zu fahren. Sie entwickelt dort so viel Mut und Geschicklichkeit, dass ihr Trainer sie gern weiter und für höhere Berge trainieren möchte. Mit Hilfe eines engagierten Schuldirektors darf Poorna über sich hinaus wachsen. Das ist mehr als inspirierend, das tut so verdammt gut, dass so etwas möglich ist. Und Poorna hat allen gezeigt, zu was junge Mädchen fähig sind, wenn man sie nicht einsperrt und ihrer Fähigkeiten beraubt, in dem man sie früh verheiratet.

Rahul Bose hat einen sehr rührenden Film erschaffen, der wirklich zu Herzen geht.

Ain’t No Mountain High Enough!

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Lipstick under my Burkha – die Sehnsüchte der Frauen

Ach wie schön! Einer der seltenen indischen Filme, in denen reale indische Frauen dargestellt werden, keine SuperHeldinnen und keine Vamps. Frauen, die versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, eingeengt und gefangen in gesellschaftlichen Zwängen, unterdrückt und bevormundet. Und holla, die Waldfee! Da geht es ganz schön realistisch zu, vor allem in Sachen Sex. Die Zensurbehörde hatte zuerst dafür gesorgt, dass der Film nicht veröffentlicht werden darf. Nachdem die Filmemacher dagegen Berufung eingelegt hatten und einige zu eindeutige Szenen heraus geschnitten wurden, darf der Film nun doch auch in Indien starten. Die übrig gebliebenen Szenen erotischen Inhalts sind trotzdem noch hochbrisant für einen indischen Film und ich hoffe, die Hauptdarstellerinnen werden dafür nicht von einem wilden Mob verfolgt, der es nicht zulassen will, dass Frauen auch sexuelle Sehnsüchte haben und von Freiheiten träumen.

Wenigstens das Träumen kann ihnen keiner nehmen. Erzählt wird das Leben von vier Frauen zwischen 18 und 55 Jahren. Shirin, eine junge Mutter von drei Kindern, muss den ständig lieblosen Sex ihres Mannes ertragen und ist ohne sein Wissen eine erfolgreiche Verkäuferin. Leela, eine Kosmetikerin mit ehrgeizigen unternehmerischen Plänen wird gegen ihren Willen verheiratet, obwohl sie ein Verhältnis mit einem Fotografen hat. Rehana hat strenge muslimische Eltern und muss hart in deren Geschäft für Burkhas arbeiten, legt diese aber heimlich im College ab und klaut für ihr weltliches Outfit auch schon mal (da erfüllt die Burkha mal einen interessanten Zweck zum Verstecken der Beute). Und dann ist da noch Tante Usha, verwitwet, die ebenso heimlich erotische Frauenliteratur liest und sich auf ein amouröses Abenteuer telefonischer Art einlässt. Dieses aberwitzige Verlangen einer älteren Dame wird sowas von herzallerliebst von Ratna Pathak dargestellt, dass man zwischendurch vor Heiterkeit tatsächlich jauchzen muss. Auch Konkona Sen Sharma als taffe Haustür-Verkäuferin ist wie immer sehr sehenswert.  Alles in allem ein wirklich liebevoll gemachter, sehenswerter Film über die Sehnsüchte von Frauen.

Sehr köstlich finde ich auch das Video der Hauptdarsteller dazu, wie es wäre, wenn Männer wie Frauen behandelt würden:

Am besten erklärt man in Indien alles mit sehr viel Witz. Das ist hier wirklich gut gelungen. Frau hat noch zu lachen, auch wenn die Geschichten der Frauen eher zum Weinen sind.

Der Film läuft noch auf der IndoGerman Filmweek: Fr, 21.7. 19:30 Uhr und Sa, 22.7. 21:15 Uhr. Viel Vergnügen!

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Where to, Miss? Eine indische Taxifahrerin erkämpft sich ihren Weg

Dieser Dokumentarfilm ist ein wahrer Goldschatz, denn er zeigt die unterdrückten Frauen in Indien nicht als Opfer, sondern als Heldinnen, die versuchen keine Angst zu zeigen, um Vorbild zu sein und die ihren Traum eines selbstbestimmten Lebens mit aller Kraft verfolgen und das ist verdammt nochmal ziemlich beeindruckend!

Nachdem die Gruppenvergewaltigung 2012 in Delhi für weltweites Entsetzen sorgte, gründeten sich einige Organisationen, darunter auch „Women on Wheels“ von der Azad Foundation. Hier fahren Frauen Taxis, damit Frauen sicher durch Delhi fahren können. Das Großartige daran: Hier lernen die Frauen nicht nur Taxi fahren, sondern auch Englisch, Selbstverteidigung und Gender Studies.

Der größte Wunsch der Hauptdarstellerin Devki ist es, eine solche Taxifahrerin zu werden. Devki fällt schon vom Äußeren her aus dem Rahmen. Mit Jeans und Hemd ist sie für eine Frau ungewöhnlich leger in Delhi unterwegs. Und auch ihr Wunsch zu arbeiten, und das auch noch als Taxifahrerin, ist für eine Frau ihres Standes ungewöhnlich. Von ihrem Vater bekommt sie für diesen Wunsch erst einmal eine Tracht Prügel. Aber nichts hält sie davon ab, für ihren Traum zu kämpfen. Auch als sie ihren (zweiten) Mann kennen lernt (vom ersten hatte sie sich aus guten Gründen getrennt) und dieser wie auch der Schwiegervater nicht möchte, dass sie diesen Job verrichtet, setzt sie alles daran, trotzdem zu fahren. Devki möchte sie selbst sein…nicht nur die Tochter ihres Vaters, die Frau ihres Mannes, die Mutter ihres Sohnes. Sie, Devki, möchte Taxifahrerin sein.

Und auch wenn ihr Weg dorthin natürlich mit vielen beschwerlichen Momenten gepflastert ist, ist man als Zuschauer so hinein gezogen, dass man unheimlich stolz auf Devki ist, als wäre man mit ihr in dieser kurzen Zeit sehr gut bekannt. Alle vor der Kamera sind so natürlich und ich habe mich in vielem an meine Indienreise erinnert gefühlt. Die Kameraführung, die Musik, die Menschen…irgendwie wurde hier alles richtig gemacht.

Nachdem Regisseurin Manuela Bastian 2011 für den Dokumentarfilm „Kampf in Pink“ das Drehbuch schrieb (gekleidet in pinke Saris kämpfen die Frauen der Gulabi Gang notfalls auch mit Stöcken gegen Ungerechtigkeit), war dieser Dokumentarfilm ein weiteres Projekt, welches starke Frauen in Indien porträtiert. Über drei Jahre gingen die Dreharbeiten, oft musste Devki erst wieder mühsam aufgespürt werden, da sie immer wieder umgezogen war und die Handynummern wechselte. Das Festhalten an Devkis Geschichte hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Sehr sehenswert und Mut machend!

Der Film läuft ab 19.1. im Kino (leider nicht in allen Städten). Also wenn er in eurer Stadt läuft, anschauen! http://wfilm.de/where-to-miss/kinotermine/

P.S. wirklich toller Soundtrack!

 

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Die Zeit der Frauen – wer braucht schon Machos?

„Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Wie wollt ihr ohne Mann allein zurecht kommen?“ ruft der wütende Sohn, als die Mutter ihn aus dem Haus wirft, nachdem er ihr Erspartes für Alkohol und Prostituierte gestohlen und seine Frau verprügelt hat, die ihn dafür zur Rede stellte. SO VIEL BESSER, DU ARSCH!!! möchte man ihm am liebsten entgegen rufen, denn wenn man sich die Schicksale der vier Frauen anschaut, die in diesem Film so farbenprächtig beleuchtet werden, machen ihnen die Männer das Leben so unendlich schwer, dass sie ohne ihre Männer so viel besser leben könnten.

Dieser Film lässt kein einziges gutes Haar an den Männern dieser Dorfgemeinschaft. Faule, nichtsnutzige Trunkenbolde, die ihre Frauen schlagen und sie als reine Sexobjekte ansehen. Was in ländlichen Gegenden sicher auch noch sehr oft der Fall ist und jeder schlagende und vergewaltigende Mann ist ein schlagender Mann zuviel. Aber so viele Frauen haben dieses Schicksal ja stoisch ertragen und weiter an ihre Töchter gegeben und behandeln ihre Schwiegertöchter so grausam, als würden sie dadurch Vergeltung erlangen wollen für die quälenden Jahre der Erniedrigung. Sie müssten es doch so viel besser wissen. Immerhin schaffen es die vier Frauen zu einem Happy End in dem Film, so dass man die wütende Stimmung verarbeiten kann. Warum sollte man nicht auch mal so absolut schonungslos mit der daueralkoholisierten, agressiven, nichtsnutzigen, sexisitischen Männerwelt abrechnen dürfen. Es gibt ja zum Glück auch noch die gebildeten, warmherzigen, liebevollen, witzigen, treusorgenden Männer. Die kommen in dem Film zwar nur am Rande vor und werden dafür von den Idioten halb tot geprügelt…aber ja, es gibt sie.

Der Film ist auf jeden Fall sehenswert: man verbringt einen Abend mit vier tollen Frauen und ihren Lebensdramen, durch die sie keineswegs ihren Humor verlieren. Selbst ein vibrierendes Handy kann so viel schönes Gelächter hervor rufen. Das alles gespickt mit den wunderschönen Farben Rajasthans und bollywoodesken Tanzsenen. Sozialkritisches Kino auf sehr unterhaltsame Art.

Wie immer empfehlenswert in der OmU-Version, z.B. in den Hackeschen Höfen Berlin

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