Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

The Big Sick – Love isn’t easy

Der mit seinen Eltern aus Pakistan in die USA eingewanderte Kumail hat sich in Emily verliebt, verschweigt das aber vor seinen Eltern, die von ihm erwarten, dass er gefälligst eine Pakistanerin heiratet. Als Emily erfährt, dass sie verheimlicht wird und Kumail von seiner Mutter ständig „plötzlich hereingeschneite“ junge Damen als potenzielle Ehefrauen vorgestellt bekommt, macht sie wütend mit ihm Schluss. Kurz darauf fällt sie ins Koma und Kumail wird nun mit ihren Eltern konfrontiert.

Wie sagt Emilys Vater so schön: „Love isn’t easy. That’s why they call it love.“

loveisnteasy

In diesem Fall sind die Umstände wirklich verdammt hart. Aber so herzlich und intelligent verpackt, dass einem warm ums Herz wird. Und wie so oft hat das wahre Leben uns hier eine herzergreifende Geschichte geschrieben, die sich zwar erdrückend tragisch, dramatisch, ja geradezu katastrophal darstellt (man kann sich zwischenzeitlich kaum vorstellen, dass das noch gut enden kann), aber mit so einem feinsinnigen Humor ausgestattet ist, dass einem das Lachen eben nicht vergeht. Im Gegenteil. Dank der grandiosen Figuren und Situationskomik kann man jederzeit herzhaft lachen. Nicht nur über Dinge, über die man eigentlich keine Witze machen darf. Aber genauso reicht es auch, wenn Kumail seinen einzigartigen Blick aufsetzt, der schon allein so viel Witz widerspiegelt, dass man gar nicht anders kann, als unvermittelt mit schmunzeln. Oder die Wortgefechte, die er sich mit Emily liefert. Während sie behauptet, dass sie eine Beziehung im Moment so gar nicht gebrauchen kann und er daraufhin seine berühmte 2-Tage-Regel zum Besten gibt, nach der er nicht länger als 2 Tage mit einer Person zusammen sein kann. So ernsthaft wie möglich von beiden klar gestellt, doch weiß man als Zuschauer schon genau, das können und wollen sie doch nicht ernst meinen. Das Risiko für Kumail, dass sich hier eine Beziehung entwickeln könnte, ist als westlicher Zuschauer wahrscheinlich nicht im Ansatz nachzufühlen. Sein Cousin wurde schon aus der Familie verbannt, weil er eine „Weiße“ geheiratet hat. Ich selber kenne persönlich einen Fall, in dem der (indische) Mann durch die Familie so unter Druck stand, dass er sich zwangsweise mit einer Inderin verheiraten ließ, obwohl er einen Monat zuvor seine hochschwangere „weiße“ Freundin geheiratet hatte. Es gibt natürlich auch genauso Fälle, in denen die hier lebenden Familien so offen für alles sind, dass man nur staunen kann. Aber bei Kumails Familie dreht sich alle darum, die pakistanischen Wurzeln aufrecht zu erhalten. Gefühlt bekommt Kumail täglich eine neue Braut vorgestellt. Wie groß muss der Druck für diese armen Frauen sein, wenn ihnen ständig damit gedroht wird, sie würden als Äpfel mit braunen Stellen in der Kiste ganz unten landen, wenn sie nicht bald heiraten. Unverheiratet zu sein ist absolut inakzeptabel. Das andere Problem, mit dem Kumail fast täglich konfrontiert wird: mit pakistanischer Herkunft ist man potenzieller Attentäter. Was habe ich gelacht, als Emilys Vater schon immer mit so jemandem…also…einem Menschen…über den 11. September reden wollte. Kumails witzigste Antwort ever auf diese Frage, wie es für ihn war, habe ich gefeiert. Ehrlich. Dafür liebe ich diesen Film und hätte am liebsten eine ganze Serie davon.

Fazit: Zauberhaft! Die Darsteller, die Geschichte, die Situationskomik, der humoristische Umgang mit Vorurteilen, die Überreaktionen im Eifer des Gefechts, die Streitereien, die Darstellung kultureller Problematiken…alles einfach zauberhaft! Familientauglicher Film für die Weihnachtszeit.

http://www.thebigsickmovie.com

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The Violin Player

HEFTIG! Sie werden nicht glauben, was diesem Bollywoodfilm-Geiger auf dem Weg nach Hause passiert!

Es lebe das indische Independent-Kino! Während in Indien gerade die Emotionen eskalieren, weil sich in dem (hoffentlich) demnächst erscheinenden Bollywood-Blockbuster PADMAVATI angeblich obszöne Szenen abspielen: ein hinduistischer Fanatiker hat ein Kopfgeld darauf ausgesetzt, die Hauptdarstellerin dafür bei lebendigem Leib zu verbrennen und ein Mann hat sich angeblich schon aus Protest gegen die Veröffentlichung dieses Films erhängt…bekommt man in diesem indischen Film geradezu 100% Sittenwidrigkeit zu sehen.  Viel mehr darf natürlich nicht verraten werden, da es den Überraschungseffekt des Films ausmacht, was sich genau auf dem Heimweg des Violinenspielers mit einem geheimnisvollen Filmschaffenden zuträgt (obwohl es mir derart in den Fingern juckt, darüber zu schreiben…waaaaaahhhhhh).

Nun so viel kann man wohl sagen: wenn euch plötzlich ein Fremder anspricht, dass er euch mit zu sich nach Hause nehmen möchte…wer würde da freiwillig mit gehen? Wenn einem dieser Mann die derzeitige finanzielle Not etwas lindern kann…mit wie viel Unbehagen würde man diesen Tagesjob annehmen, der mit nicht mehr Worten beschrieben wird, als dass man Geige spielen soll…

Er ist tatsächlich etwas anspruchsvoll, weil der actionverwöhnte Kinozuschauer unter Umständen nicht mehr so viel Geduld dafür hat, wie sich eine Geschichte sehr langsam und ohne viel Worte entwickelt. Aber wie sich die Geschichte dann entwickelt, ist wirklich sehenswert. Die 1 Std 12 Min sind wirklich gut investiert in eine Ode an die Kunst und beeindruckt garantiert nachhaltig. Also reingeschaut bei Netflix!

http://violinplayerthefilm.com/

https://www.facebook.com/The-Violin-Player-1551674431767427/

 

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TOP 5 indische Filme bei Netflix

Ich bin immer darum bemüht, den Menschen indische Filme ans Herz zu legen. Meist sind sie leider abgeschreckt von den großen Bollywood-Blockbustern, die sie mal auf RTL2 gesehen haben. Und ja, bei der großen Menge an Filmen, die Bollywood so produziert, sind auch jede Menge schlechter Filme dabei. Darum möchte ich hier ein paar Empfehlungen für Filme abgeben, die man sich, wenn man schon mal einen Netflix-Zugang hat, gern mal zu Gemüte führen kann, ohne ein Bollywood-Fan zu sein. Kleiner Tipp: wenn man die für europäische Sehgewohnheiten allzu übertriebenen Momente mit Humor nimmt, hat man sehr viel zu lachen!


Für Fantasy/Action-Fans:

Makkhi – Die Rache der Fliege

Diesen FMakkhi – Die Rache der Fliegeilm MUSS man unbedingt gesehen haben! Das Berliner Publikum des Fantasy-Filmfestes hat diesen großartigen Film gefeiert. Eine wiedergeborene Fliege, die auf Rache sinnt und ihren Mörder an den Rand des Wahnsinns…das ist einfach urkomisch und einzigartig!

 

 

 


Für Fans aus dem Bereich Thriller:

Raman Raghav 2.0

Raman Raghav 2.0

Korrupter Cop vs. Psycho-Serienkiller. Absolut düster, aber unglaublich gut gespielt! Fast könnte einem der Psycho-Raman sympathisch sein…

 

 

 

 


Für Krimi-Fans:

Raees 

RaeesEin krimineller Schmuggelkönig, der trotzdem à la Robin Hood versucht, Gutes zu tun…geht das? Aufregende Reise in die 80er Jahre mit viel kunstvoll gespritztem Blut.

 

 

 

 


Für Romantiker:

Sairat

SairatIn diesen Film habe ich mich auf der Berlinale verliebt. Ein romantisches Drama, ja, aber mit absolut realistischem Hintergrund. Liebe, wo keine sein darf. Der Preis ist hoch.

 

 

 

 

 


Für Sportler/Biographie-Fans:

Mary Kom

Mary KomIch bin wahrlich kein Fan von Frauenboxen, aber mit diesem Film wird man es. Diese Frau ist in mehrfacher Hinsicht STARK. Setzt sich gegen alle Gegner, auch in der eigenen Familie durch und lässt sich auch nicht von ihrem Weg abbringen, als sie alle nach der Geburt ihrer Zwillinge längst abgeschrieben haben. Tolle wahre Geschichte!

 

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Qarib Qarib Singlle – Bereit für eine neue Liebe?

Mit einem Irrfan Khan Film ist es, wie es ist: man kann nichts falsch machen. Es geht immer direkt ins Herz, wie spielfreudig er seine Rollen zelebriert. Bei Shahrukh Khan hätte es wahrscheinlich wieder große Diskussionen darum gegeben, dass er in seinem Alter doch bitte keine Romanzen mehr mit allzu jungen Damen auf der Leinwand darstellen sollte. Bei Irrfan muss man sich darüber keinen Kopf machen. Trotz fortgeschrittenen Alters steht ihm auch eine jugendliche Leinwandpartnerin sehr gut. Und Flirten kann Irrfan ganz meisterhaft! In diesem Fall muss man sich wohl eher an seine merkwürdige Erscheinung mit Lockenköpfchen, Schweißband und Jogginghose gewöhnen. Wenn dies gelungen ist, kann man sich ganz und gar auf eine außerordentlich charmante und unaufgeregte Romanze einlassen. Unaufgeregt im Sinne von: lassen wir mal den typischen Bollywoodtrubel weg. Wir sehen z.B. das ganz einfache Indien, Orte abseits der üblichen Touristenspots. Der Fokus liegt ganz allein auf dem redefreudigen Poeten Yogi und der jungen Witwe Jaya (Irrfan und Parvathy), die sich über ein Datingportal kennen lernen. Sie machen sich schließlich gemeinsam auf den Weg, ihren verflossenen Lieben noch einmal zu begegnen und diese Beziehungen aufzuarbeiten, damit sie wirklich bereit für eine neue Beziehung sind. Auf dieser Reise lernen sie natürlich viel über sich selbst und es ist sehr unterhaltsam, ihnen dabei zu zuschauen. Der quirlige Yogi, der schon mal den Flug oder den Zug verpasst, es ihm aber zu keiner Zeit die gute Laune verdirbt und die seriöse, ernsthafte Jaya, die mit diesen ungeliebten Überraschungsmomenten erst einmal zurecht kommen muss. Es ist zwar etwas zweifelhaft, wieso Jaya diese Reise mit einem Mann unternimmt, der sie ständig zur Weißglut bringt. Wiederum gut nachvollziehbar ist es, dass Irrfan einen derart um den Finger wickelt.
Das Schöne an dem Film ist: er prügelt nicht so manipulativ aufs Herz ein, wie es sonst Bollywoodfilme gerne wollen. Er schafft es auf eine ganz leichte und frische Art, dass man sich mit der Geschichte der Figuren anfrreunden kann ohne großes Tamtam. Das ist auch mal ganz schön. Man muss ja nicht immer gleich mit dem Gefühlshammer draufhauen.

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Victoria & Abdul – Ein königliches Herz für Inder

Eine innige Freundschaft zwischen Königin Victoria, Kaiserin von Indien und dem indischen muslimischen Bediensteten Mohammed Abdul Karim. Wenn das Leben nicht tatsächlich diese Geschichte (natürlich nur ungefähr so) geschrieben hätte, würde ich meinen, das sei nicht möglich. So viel liebenswürdige Völkerverständigung allen Unterschieden in Schicht, Herkunft und Religion zum Trotz, würde selbst meine unerschütterliche Fantasie nicht annähernd hervor zaubern. Umso schöner, dass diese so unglaubliche Geschichte einen kleinen wahren Ursprung hat.

Ob es am hochbetagten Alter der Queen lag, in dem es einem so langsam egal ist, was die Anderen denken? Müde von den kräftezehrenden, endlos langweiligen Hofprotokoll-Zeremonien ohne herzliche Menschen um sich herum, ständig unter dem Druck, ein riesiges Reich zu verwalten, in dem Wissen, dass sehr viele Menschen sie hassen und Intrigen gegen sie spinnen. Da scheint der warmherzige, weltoffene, menschliche Abdul gerade wie ein retardierendes Moment im Leben zu erscheinen. So scheint es, möchte die Queen am Lebensende ja doch noch einmal ein kleines Fünkchen Glück erleben. Wenn da nicht alle Anderen wären, die Abdul seine plötzliche Gunst bei der Queen missgönnen würden. Ein „Farbiger“, ein Diener, ein Moslem! Was für ein Affront!!!

Für mich als Zuschauer aus einer anderen Zeit ist dieser Affront unheimlich unterhaltsam! Und Judi Dench und Ali Fazal spielen das freundschaftliche ungewöhnliche Paar so liebenswürdig authentisch, dass man denken könnte, es war alles ganz genauso gewesen. Judi Dench ist wahrscheinlich die viel coolere Queen, als die echte Victoria es war. Ganz genau so stellt man sich eine betagte, mächtige Frau mit soviel Last auf ihren Schultern vor. Denn ja, auch sie hat letztlich nur zu dienen.

Eddie Izzard als Prince of Wales hätte ich nie im Leben erkannt. Diesen niederträchtigen, „missratenen“ Sohn hat er ja sowas von unglaublich echt gespielt, und ich hatte ihn doch zuletzt als Komiker live auf der Bühne gesehen. Einfach herrlich.

Es ist mir nicht wichtig, wie verklärt diese Geschichte ist. Ich kann mir denken, dass hier ganz viel süße Mango um die wirkliche Geschichte geschmiert wurde.  Es stört mich auch nicht, dass der Stoff schon fast kitschiger ist als der schmalzigste Bollywoodfilm. Ich möchte auch einfach mal wieder solche schönen Geschichten! Nicht immer nur Hass und Angst und Kälte.

http://www.focusfeatures.com/victoriaandabdul/

 

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„Harry-und-Sally-Syndrom“ auf indisch

Unfassbar! Unfassbar, wie Shahrukh Khan es immer wieder schafft, diesen gewissen Charme auf die Leinwand zu zaubern…abgesehen davon, dass er für sein Alter viel zu gut aussieht, was der Dauerraucher sicher etlichen digitalen Weichzeichnern zu verdanken hat, geht von ihm ja dieses unwiderstehliche gewisse Etwas aus…und in diesem Film kann man das mal wieder so richtig genießen.

Der Titel „Jab Harry met Sejal“ lässt einen ja sofort an „When Harry Met Sally“ denken…vielleicht soll er auf das „Harry-und-Sally-Syndrom“ hinweisen: die Unmöglichkeit, eine rein platonische Beziehung zwischen Männern und Frauen führen zu können. Reiseführer Harry soll Sejal, die auf der Europareise ihren Verlobungsring verloren hat, helfen, ihn wieder zu finden, da ihr Verlobter ihr gedroht hat, dass es ohne Ring keine Heirat gibt (da hat sie wirklich einen netten Verlobten, der sie einfach so zurück lässt). Womanizer Harry, der sich offensichtlich in jeder Stadt mit einer anderen Frau vergnügt, warnt Sejal, dass er wirklich ein böser böser Bad Guy ist. Sejal kann darüber erstmal nur lachen und setzt ihren Willen durch, dass Harry ihr beiseite stehen muss, die Tour noch einmal durch zu gehen, um irgendwo ihren Ring zu finden. Jedem ist natürlich klar, was nun folgen wird…diese Reise wird natürlich nicht rein platonisch enden. Beide haben sich zwar nicht bewusst gesucht, aber am Ende gefunden.

Soweit so gut. Am Anfang wirkt zwar alles noch etwas holprig…Shahrukh als cooler Womanizer…nunjaaaa…und tun wir mal so, als könnten wir uns erst nicht leiden. Aber dann kommt der Film emotional in Fahrt und macht schon Spaß mit den Beiden.

Meine absoluten Highlights:

  • Shahkukh spricht deutsch!!! Als seine sitzen gelassene Freundin aus Frankfurt ihm die Leviten lesen möchte, spricht Shahrukh ein paar deutsche Sätze und zwar sowas von super eingeübt und gar nicht stumpfsinnig auswendig gelernt, dass ich mich zu einem Egal-Witz inspiriert fühlte: Egal wie gut du deutsch sprichst, Shahrukh Khan es besser! LOL
  • die Fado-Sängerin in Lissabon. Das war wirklich wunderschön anzuhören!

Fazit:

Shahrukh Khan Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten…ansonsten ist es halt typisch Bollywood: keine besonders tiefsinnige Liebesgeschichte, ganz viel Drama & Emotionen, wunderbare musikalische Untermalung, großartige Schauplätze in ganz Europa, Farbspektakel, ein gut aussehender King Khan…alles da!

 

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Lipstick under my Burkha – die Sehnsüchte der Frauen

Ach wie schön! Einer der seltenen indischen Filme, in denen reale indische Frauen dargestellt werden, keine SuperHeldinnen und keine Vamps. Frauen, die versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, eingeengt und gefangen in gesellschaftlichen Zwängen, unterdrückt und bevormundet. Und holla, die Waldfee! Da geht es ganz schön realistisch zu, vor allem in Sachen Sex. Die Zensurbehörde hatte zuerst dafür gesorgt, dass der Film nicht veröffentlicht werden darf. Nachdem die Filmemacher dagegen Berufung eingelegt hatten und einige zu eindeutige Szenen heraus geschnitten wurden, darf der Film nun doch auch in Indien starten. Die übrig gebliebenen Szenen erotischen Inhalts sind trotzdem noch hochbrisant für einen indischen Film und ich hoffe, die Hauptdarstellerinnen werden dafür nicht von einem wilden Mob verfolgt, der es nicht zulassen will, dass Frauen auch sexuelle Sehnsüchte haben und von Freiheiten träumen.

Wenigstens das Träumen kann ihnen keiner nehmen. Erzählt wird das Leben von vier Frauen zwischen 18 und 55 Jahren. Shirin, eine junge Mutter von drei Kindern, muss den ständig lieblosen Sex ihres Mannes ertragen und ist ohne sein Wissen eine erfolgreiche Verkäuferin. Leela, eine Kosmetikerin mit ehrgeizigen unternehmerischen Plänen wird gegen ihren Willen verheiratet, obwohl sie ein Verhältnis mit einem Fotografen hat. Rehana hat strenge muslimische Eltern und muss hart in deren Geschäft für Burkhas arbeiten, legt diese aber heimlich im College ab und klaut für ihr weltliches Outfit auch schon mal (da erfüllt die Burkha mal einen interessanten Zweck zum Verstecken der Beute). Und dann ist da noch Tante Usha, verwitwet, die ebenso heimlich erotische Frauenliteratur liest und sich auf ein amouröses Abenteuer telefonischer Art einlässt. Dieses aberwitzige Verlangen einer älteren Dame wird sowas von herzallerliebst von Ratna Pathak dargestellt, dass man zwischendurch vor Heiterkeit tatsächlich jauchzen muss. Auch Konkona Sen Sharma als taffe Haustür-Verkäuferin ist wie immer sehr sehenswert.  Alles in allem ein wirklich liebevoll gemachter, sehenswerter Film über die Sehnsüchte von Frauen.

Sehr köstlich finde ich auch das Video der Hauptdarsteller dazu, wie es wäre, wenn Männer wie Frauen behandelt würden:

Am besten erklärt man in Indien alles mit sehr viel Witz. Das ist hier wirklich gut gelungen. Frau hat noch zu lachen, auch wenn die Geschichten der Frauen eher zum Weinen sind.

Der Film läuft noch auf der IndoGerman Filmweek: Fr, 21.7. 19:30 Uhr und Sa, 22.7. 21:15 Uhr. Viel Vergnügen!

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IndoGerman Filmweek – Hotel Salvation

Morgen ist es wieder soweit: die mittlerweile 5. IndoGerman Filmweek verwöhnt uns mit vielen indischen Filmen und ich darf Tickets für die Berlin-Premiere von „HOTEL SALVATION“ (MUKTI BHAWAN) am 14. Juli um 19:30 Uhr im Kino Babylon verlosen. Anschließend an die Filmpremiere wird es ein Gespräch mit Filmemachern und Hauptdarsteller Adil Hussain geben, der einigen vielleicht als Zoodirektor in „Life of Pi“ bekannt sein dürfte. Der Film feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig und erhielt unter anderem die UNESCO Gandhi Medaillie. Bei den National Awards in Indien wurden der Film und Adil Hussain als bester Darsteller ausgezeichnet.  HOTEL SALVATION wird Ende des Jahres in den deutschen Kinos zu sehen sein. In der Komödie geht es um Rajiv (Adil Hussain) der seinen alten Vater pflichtbewusst auf eine Reise in die heilige Stadt Varanasi begleiten muss, weil dieser dort auf Erlösung hofft.

Wenn ihr Tickets für die Premiere am 14.7. gewinnen möchtet, hinterlasst mir hier einen Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht bei Twitter. Viel Glück und ansonsten schaut gern bei dem einen oder anderen Film auf der Filmweek vorbei!

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Tubelight – der Glaube versetzt Berge

Was für eine Erleuchtung! Nicht die Leuchte, um die es eigentlich im Film geht, sondern der Gastauftritt von Shahrukh Khan als Magier! Wie er es auch nach so vielen Jahren immer noch schafft, einen so unglaublich überraschenden Auftritt hinzulegen…so positiv überraschend. Was für eine tolle Rolle ist das denn bitte wieder? Können wir mehr davon sehen? Ich bin verzaubert! Herrlich! Magisch! Zum Dahinschmelzen!

magiersharukh

Ja doch, allein für diese Szene hat sich der Film für mich schon gelohnt.

Als Salman Khan-Fan habe ich allerdings schon ergreifendere Filme von ihm gesehen. Natürlich steht ihm die Rolle als kleine Dumpfbacke mit dem unschlagbar reinem Herzen super gut, aber so habe ich ihn in letzter Zeit dann doch zu oft gesehen. Und er kommt hier nicht annähernd an seine Rolle in „Bajrangi Bhaijaan“ ran, auch wenn sie so ähnlich gestrickt ist. Ein liebenswerter Trottel versucht die Welt zu ändern und ein kleines Kind wird zu (s)einer Herausforderung.

„Tubelight“ ist eher ein Schimpfwort für Laxman, gespielt von Salman Khan, weil seine Gehirnzellen vor sich hin flackern wie eine erstmals angeschaltete Leuchtstoffröhre. Seine Rechenkünste sind eher so lala, aber vor allem vergisst er ständig, seinen Hosenstall zu schließen. Aber er hat ja seinen Bruder. Der ist zwar jünger, verpasst den bösen Jungs, die Laxman necken, aber trotzdem eine wie ein Großer. So sind die Brüder unzertrennlich und haben sich tooootal lieb, bis 1962 der indisch-chinesische Grenzkrieg ausbricht. Laxman ist untauglich für den Wehrdienst und sein Bruder Bharat muss in den Kampf ziehen. Für Laxman ist dies ein großer Verlust seiner zweiten Hälfte.

Sein Onkel, gespielt vom inzwischen verstorbenen Om Puri, gibt ihm derweil den Auftrag, sich nach den Lehren von Ghandi entsprechend den Feind zum Freund zu machen und mit dem Glauben Berge zu versetzen. Der Feind lauert im Dorf in Form von einer Mutter und ihrem Sohn, die zwar dem Äußeren nach für Chinesen gehalten werden können, aber in Indien geboren sind und sich auch als Inder fühlen.

Als Bharat in chinesische Gefangenschaft gerät, bricht für Laxman eine Welt zusammen. Aber seine große Liebe und sein ungebrochener Glaube daran, dass sein Bruder wieder zurück kommt, macht am Ende natürlich alles wieder gut (natürlich erst, nachdem man bis dahin wieder alle dramatischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat).

Leider war mir das alles ein wenig zu gewollt lehrreich, es war zu gewollt auf die Tränendrüse drückend. So richtig mit gelitten habe ich nicht wirklich. Also alles in allem ein ganz netter belehrender Familienfilm mit einer großen Hauptattraktion: dem Magier!

 

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Baahubali 2 – ein cineastisches Kunstwerk aus Tollywood

Das lange Warten auf die Fortsetzung von Baahubali The Beginning aus dem Jahre 2015 hat sich gelohnt! Aber sowas von! Was uns hier wieder an einfallsreichen Kampfszenen begegnet, übertrifft alle epischen Schlachtgetümmel, die man je gesehen hat. Teil 1 endete mit der dramatischen Ermordung des großen Amarendra Bahubali und erzählt nun im zweiten Teil die Geschichte, wie es dazu kam und wie sein Sohn Mahendra Bahubali seinen Vater und die Qualen von 25 Jahren Versklavung seiner Mutter rächt. Wer dachte, es könnte zum ersten Teil kaum eine Steigerung der fantasiereichen Übertreibungen geben wird eines Besseren belehrt: hier wird nochmal richtig abgefeiert, fantasievollere Schlachten und Kriegsgemetzelszenen habe ich wirklich noch nicht gesehen.

Hier stimmt einfach wieder alles! Der unfassbar heroische Hauptdarsteller Prabhas, den man einfach nur vergöttern kann…weil man ihm selbst die unglaublichsten Beweise seiner übermenschlichen Stärke so absolut abnimmt, weil er so unglaublich warmherzig lächeln kann, wenn er verliebt ist, der so unfassbar reinen Herzens ist und allen Menschen nur Gutes will. Das ist ein Filmheld, wie man ihn sich nur wünschen kann!

Und die unglaublich starke Frau an seiner Seite, die so excellent mit ihm im Kampf behaupten kann und sich von niemandem unterdrücken oder ungerecht behandeln lässt. Eine wirklich anbetungswürdige Filmheldin!

Dieser Telugu-Film ist von vorne bis hinten empfehlenswert…unglaublich dramatische und fesselnde Geschichte, geniale Schlachten, ein traumhaftes Liebespaar, fantasiereiche Bilder ohne Ende, wundervolle Musik…haaaaaaaaaach, für solche Filme muss man das indische Kino einfach lieben! Das ist Kuuuuuuuuuuuunst!

Ich schwebe dann mal mit meinem Schwanenschiff dahin, umgeben von Wolkenpferden…

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