Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Lucknow Central – Jail House Rock 2017

Schade, schade, schade! Von einem Film mit Farhan Akthar hätte ich mehr erwartet. Ein Jail House Rock 2017 hätte Potenzial gehabt. Basiert ja auch auf wahren Begebenheiten. Die Gefängnisband gab es wirklich. Leider fand ich nur die letzten 15min des Films sehenswert. Der Song fetzt. „Kaavaan Kaavaan“ ist ein berühmter Song, der gern auf Hochzeiten gespielt wird. Alle haben sich dann am Ende auch irgendwie gefunden und endlich ist man auch den Figuren menschlich etwas näher. Vorher passiert lange nichts. Nichts, was man nicht schon in etlichen Gefängnisfilmen nicht schon gesehen hätte. Und die Figuren kommen irgendwie nicht in Schwung. Fast emotionslos schaut man zu. Aber man will ja dann doch wissen, wie es mit den Gefängnisinsassen endet (da Farhan zu Unrecht im Knast sitzt und ständig die Todesstrafe droht). Klar hat der Film auch Botschaften: Träume kann niemand einsperren. Die Problematik, dass man als Gefangener Wünsche und Hoffnungen für das Leben draußen hat, sich dort aber das Leben weiter dreht, während es im Gefängnis relativ still steht und es eigentlich gar keinen Sinn macht, zu fliehen, weil nichts mehr so ist, wie es vor dem Gefängnis war. Nebenbei flirtet Farhan auch noch etwas mit einer ihm gut gesinnten Frau. Ist aber alles wie gesagt nichts Neues, was man da zu sehen bekommt und nicht sonderlich aufwühlend oder beeindruckend.

Es gibt definitiv sehr viel sehenswertere Filme. Wer mag, kann ja bei Netflix zum Finale vorspulen.

https://www.netflix.com/de/title/80204433 

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Piku – Ach du heiliger Stuhlgang

Zu diesem Film fällt mir der passende Witz ein, den ich neulich von Ranga Yogeshwar gehört habe: „Wenn in Deutschland 3 Männer zusammen stehen, reden sie nach 5 min über Autos. In Indien reden 3 Männer nach 5 min über Magen-Darm-Probleme.“

Wenn Sie schon immer alles über Ausscheidungen wissen wollten: Farbe, Konsistenz, Häufigkeit…dann sind Sie hier richtig. Es gibt kein wichtigeres Thema für Pikus Vater und so beherrschen die Fäkalien sogar ihre Meetings im Büro und ihre Dates. Es wird praktisch in jedem zweiten Satz darüber gesprochen und vor allem gestritten. Quasi „Darm mit Charme“ in schönster Verfilmung. Was kann man für eine gute Verdauung tun, was ist der Vorteil des indischen Sitzes und der große Nachteil des westlichen Toiletten-Throns.

Piku (Deepika Padukone) und ihr 70jähriger Vater (Amitabh Bachchan) sind zwei sehr komplizierte Menschen, die sich ohne Pause anschreien können und sich ständig annerven. Wenn die ganze Familie samt Onkeln und Tanten zusammen kommt, wird es noch lauter und hitziger. Für mich als Zuschauer war das sehr sehr anstrengend. Für alle Menschen im Umfeld der beiden ist es das auch. Die Taxifahrer streiken deswegen schon und wollen Piku nicht mehr fahren. Ihr Vater möchte aber unbedingt von Delhi nach Kalkutta in sein Elternhaus fahren und so erbarmt sich schließlich Rana, der Besitzer des Taxiunternehmens (Irrfan Khan) und fährt die Beiden. Was ihn natürlich alle Nerven kostet. Aber er bleibt immer ruhig und kann gute Tipps zu Stuhlgang und Verdauung des Vaters geben und rastet auch nur einmal kurz aus. Irrfan Khan ist wie gewohnt angenehm und man schaut ihm gerne zu, wie er die beiden Wahnsinnigen oft auf den Boden der Tatsachen herunter holt. Er scheut sich auch nicht davor, die Probleme zwischen Piku und ihrem Vater zu benennen. Diese Momente waren für mich sehr erleichternd zwischen all dem Gebrüll und Gezeter und es hätte niemand diese Rolle besser übernehmen können als Irrfan.

Ich denke, für Inder sorgt sowohl das Fäkalienthema als auch die realistische Darstellung der Probleme einer indischen Familie für viel Lacher. Ich persönlich kann diesem Fäkalhumor durchaus auch etwas abgewinnen und wie schon tausendmal erwähnt, ein Film mit Irrfan Khan lohnt sich immer. Aber die Streitereien sind auch echt anstrengend anzusehen. Kein Film, wenn man vorhat, etwas zu relaxen. Hier kommt der Blutdruck erstmal in Wallung. Das Ende ist etwas vorhersehbar, aber man freut sich auch darauf.

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/title/80049194

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Indischer Mathematiker ringt um Anerkennung

Ich muss zugegeben: seit ich in den Sumpf emotional aufwühlender indischer Filme geraten bin, schaffen es Hollywoodfilme kaum noch, mich zu bewegen. „DIE POESIE DES UNENDLICHEN“/“The Man Who Knew Infinity“ hat mich leider auch nicht so berührt, wie es der Geschichte eigentlich gebührt. Er beruht auf wahren Begebenheiten und beleuchtet die rassistischen und akademischen Schwierigkeiten, in die das junge Mathematik-Genie Srinivasa Ramanujan in Cambridge gerät. Ramanujan (gespielt vom hollywoodbekannten Dev Patel) hatte zwar das „Glück“, dass ihn ein zu der Zeit führender britischer Mathematik-Professor (Jeremy Irons) aus Indien nach England holte, da er in Indien nirgendwo Anerkennung für seine mathematischen Formeln fand. Aber damit fangen die Schwierigkeiten auch schon an. Was Ramanujan als von Gott gegeben ansieht, wollen alle anderen mit den strengen Beweisen der westlichen Welt untermauert sehen. Für ein intuitiv vorgehendes Genie die Hölle. Auch menschlich gesehen ist England für ihn eine dauerhafte Qual. Er leidet unter der Trennung seiner Frau, wird ständig rassistisch angefeindet, kann seine vegetarische Ernährung nicht einhalten. Schließlich erkrankt er schwer an Tuberkulose. Wie die Geschichte endet mag jeder selbst sehen.

Ich denke, die wenigsten Menschen kennen diese wahre Begebenheit. Von daher dient der Film in jeder Hinsicht der geschichtlichen Erweiterung des Horizonts. Man muss zum Glück auch kein Mathe-Genie oder unbedingter Mathe-Liebhaber sein, um diesen Film zu verstehen. Denn hier geht es vor allem auch um die (fehlende) Menschlichkeit.

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/title/80084348 

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Ajji – keine Tat bleibt ungestraft

Traurigerweise beschreibt dieser Film die in Indien unverändert tragische Situation für Vergewaltigungsopfer. Obwohl es seit 2012 sehr viel härtere Gesetze gibt, um abschreckend zu wirken, werden diese Gesetze zu oft nicht umgesetzt, da das Rechtssystem teuer, korrupt und langwierig ist. Der jüngste Fall vom Mai ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Der Vater eines vergewaltigten Mädchens bestand darauf, die Täter zu bestrafen. Aus Verärgerung über die verhängte (lächerliche) Strafe (Rumpfbeugen und 625 Euro) drangen die Täter in das Haus der Familie ein, übergossen das ohnehin schon geschändete Mädchen mit Benzin und zündeten es an, so dass es bei lebendigem Leid verbrannte. OHNE WORTE. Was würde man im Gegenzug allzu gern mit diesen …wie soll man solche Leute nennen…Menschlich ist das letzte, was man dazu sagen kann…grausamen Individuen machen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Film Ajji. Ein 10jähriges Mädchen wird vergewaltigt. Der Täter ist schnell ausgemacht. Das Problem: er ist ein einflussreicher und wohlhabender Bauunternehmer. Der zuständige Polizist tut alles, um die Familie mit Drohungen so einzuschüchtern, dass sie keine Anzeige erstatten (denn er bekommt Schmiergeld..auch ein Problem, das niedrige Gehalt von Polizisten). Der Vater der Familie arbeitet zu lange in der Fabrik, die Mutter verkauft ohne Lizenz Essen, die Großmutter näht Kleidung für Prostituierte. Sie müssen das alles tun, um überleben zu können. Doch der Polizist könnte dafür sorgen, dass sie alle ihren Arbeiten mit einem mal nicht mehr nachkommen dürfen.  Also sind sie gezwungen, zu schweigen. Während der Zuschauer mit ansieht wie die Großmutter täglich versucht, die Wunden des armen kleinen Mädchens zu versorgen. Über Tage hinweg müssen wir mit dem armen Mädchen mitleiden. Ohne wirkliche ärztliche Hilfe. Der Großmutter bricht es (wie auch dem Zuschauer) das Herz, dass diese grausame Tat ungesühnt bleiben soll, während der Täter mit seinem sexuellen Treiben ungeschoren weiter macht. Sie ist eine sehr alte Frau mit Gebrechen und man kann sich erst nicht vorstellen, was sie gegen ihn unternehmen könnte. Aber sie schmiedet gut überlegte Pläne und man ist als Zuschauer davon gefesselt, wie sie sich am Ende an diesem Brutalo, der ihre Enkelin so zugerichtet hat, rächen wird. Das verrate ich hier natürlich nicht. Aber soviel: für Männer wird es kaum zu ertragen sein.

Natürlich ist das keine Option. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Selbstjustiz. Was aber in Indien auch durchaus an der Tagesordnung ist. Selbstjustiz. Ein Mob mordet Menschen nur aufgrund von Gerüchten. Ich finde an dem Film besonders gut, dass hier auch das Leiden des Mädchen danach so ergreifend dargestellt wird. Und sehr spannend ist es, die Großmutter auf dem Weg zur Rache zu begleiten. Wie sie den Täter lange genug beobachtet, um am Ende mit dem Einsatz ihrer Möglichkeiten zu zuschlagen. Ich persönlich finde solche realistischen Darstellungen des Lebens von Mädchen in Indien sehr sehr wichtig und ich finde den Film sehr gelungen!

Zu sehen auf Netflix: https://www.netflix.com/de/title/80993495 

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Peepli Live – Bauernselbstmord als letzter Ausweg

Dieser schwarzhumorige Film lief auf der Berlinale 2010 und wurde sogar für den deutschen Markt als DVD veröffentlicht.  Seit heute gibt es ihn auch bei Netflix zu sehen.

Über das eigentlich sehr bedrückende Schicksal der Bauern in Indien einen Film zu sehen, in dem sich vor lauter Asburdität Szenen ergeben, in denen man herzhaft lachen kann scheint an sich schon absurd, aber funktioniert. Schwarzer Humor vom Feinsten. Als dem Bauern Nathan droht, Haus und Hof zu verlieren, und er und sein Bruder in einem Gespräch mithören, dass es ein Programm der Regierung gibt, die für die Hinterbliebenen von Selbstmördern 100.000 Rupien bereitstellt, sieht sein Bruder dies als letzten Ausweg aus ihrer Misere und schon ergibt sich die erste Szene zum Lachen, als sie sich darüber streiten, wer von den beiden sich denn nun umbringt. Am Ende läßt der ältere Bruder dem Jüngeren den Vortritt. Von diesem Vorhaben erfährt nun ein Lokalreporter und die Geschichte wird zum Medienereignis. Manche Politiker reden ihm zu, andere halten ihn ab. Die Menschen gehen in einer Umfrage davon aus, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt bzw. die Amerikaner an allem Schuld sind…hier werden auch die Medien ordentlich aufs Korn genommen, in deren Reihen die Regisseurin selbst jahrelang tätig war.
Die Regisseurin hat an diesem Film sechs Jahre lang gearbeitet und diese intensive Arbeit macht sich wirklich bezahlt. Für den Dreh mussten zu dem Drehort extra Straßen gebaut werden. Die Schauspieler stammen zum Teil aus der örtlichen Theatergruppe. All dies macht den Film sehr real.
Damit die Ernsthaftigkeit trotz aller Spaßigkeit nicht verloren geht, wird am Ende des Films noch einmal mit Zahlen darauf hingewiesen, wie tragisch sich die Situation der Bauern in Indien darstellt. Die Regisseurin möchte anmahnen, dass man in Indien nicht nur die großen Städte im Blick haben sollte, sondern dass es immer noch ein Dritte-Welt Land ist, in dem 70% der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben und man nicht versuchen kann, dieses Land mit den Maßstäben eines Erste-Welt-Landes zu führen.
Dieser Film hat es geschafft, ein wirklich ernstes Thema so auf die Leinwand zu bringen, dass man wunderbar unterhalten wird. Ob man durch den Film für dieses Thema sensibilisiert wird, kann ich nicht sagen, da ich mich auch schon vor dem Film damit befasst habe (siehe Monsanto und die Bauern-Selbstmorde in Indien). Aber diese Art des schwarzen Humors finde ich unbedingt sehenswert!

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Liebe pro Quadrameter – Halbe Halbe

Der hart arbeitende Mensch kennt das: am Freitag Abend möchte man sich einfach nur noch berieseln lassen. Bloß kein anspruchsvoller Film, seichte Unterhaltung, bei guter Musik zwischendurch auch mal die Augen schließen können…und wenn man dabei einschläft, ist auch nicht so schlimm. Ich hoffe, das klingt nicht abwertend, aber in diese Kategorie würde ich den von Netflix eigenproduzierten ersten Film in Hindi „Love Per Square Footpacken. Auch solche Filme haben ja ihre Berechtigung. Freitag Abend zum Beispiel.

Der Film wurde passend zum Valentinstag veröffentlicht. Das Thema des Films haben wir schon in unendlich vielen anderen Filmen erlebt: aus irgendwelchen Gründen gehen zwei Menschen eine Zweckgemeinschaft ein. Und wie es dann so kommen muss, verwandelt sich der Zweck in Liebe. Natürlich nicht ohne dramatische Irrungen und Wirrungen, aber am Ende wird ja zum Glück doch alles gut. Klassische RomCom.

Die beiden Liebenden sind auf jeden Fall sehr süß (ja ok, sogar sehr süß) und dramatisch können sie auch. Schöne Musik und sogar einige bekannte Gesichter. Sehr modern und durchaus mit witzigen Szenen. Meine Lieblingszene ist auf jeden Fall die, in der es eine durchaus romantische kuschelige Couchszene gibt: während die Dame die Hand des Mannes nimmt, sie sich zärtlich auf den Bauch legt und hingebungsvoll haucht: ich habe Blähungen. Hahahaha. Wundervoll! Diese Art von Humor gefällt mir ja mal. Ziemlich unerwartet witzig. Also durchaus gut unterhaltend. Mit 2h 13 min auch nicht allzu ausufernd. Gar nicht mal so schlecht gemacht, Netflix.

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Dangal – Goldmädchen

„Papa, Du schadest unserer Gesundheit!“ singen die beiden Schwestern Babita und Geeta herzzerreißend während ihrer frühmorgendlichen Trainingstortur. „Soviel Disziplin, dass wir sterben möchten“. Kein Erbarmen kennt der Vater. Er möchte aus den beiden Mädchen erfolgreiche Ringerinnen machen. Jahrelang blickte er deprimiert einer Zukunft ohne männlichen Nachkommen entgegen. Mit vier Töchtern sah er sich der Chance beraubt, seine großen Ringerkünste an einen Sohn weitergeben zu können, damit endlich auch Indien zu großem internationalen Ruhm in dieser Sportart gelangen könnte. Als dann aber seine Töchter eines Tages bezichtigt wurden, junge Kerle verprügelt zu haben, brach eine neue Zukunft für ihn an. Er schlussfolgerte richtig, dass man für Medaillen keine Jungen braucht. Damit begann für seine beiden ältesten Töchter ein zuerst unzumutbares Trainingsprogramm inklusive gesunder Ernährung und dem Schlimmsten für ein junges Mädchen: das Abschneiden der schönen langen Haare. Für Geeta und Babita ist es wahre Folter und sie verfluchen, so einen Vater zu haben. Bis ihnen ein 14jähriges Mädchen, das gerade verheiratet wurde, die Augen öffnet. Statt wie Millionen anderer indischer Mädchen für ihre Familie nur eine Last zu sein, die man so schnell wie möglich los sein möchte und deren weiteres Leben dann als Putz- und Hausfrau endet, sieht ihr Vater in ihnen Großes und eine viel bessere Zukunft. Nun sehen sie ein, dass ihr Vater sie nicht bösartig quält, sondern ihnen ein besseres Leben ermöglichen möchte. „Passt auf die wilde Katze auf, sie macht dich platt“ singen bald die Zuschauer über die erfolgreiche Ringerin, die die Kerle einen nach dem anderen platt macht. Davor stehen natürlich erstmal noch gesellschaftliche Hürden, die keine Mädchen als Ringer vorsehen. Aber als auch diese überwunden sind, geht es für Geeta als Ringerin immer weiter nach oben. „Sie verrenkt dir alle Glieder. Was für ein Mädchen!“. Stolz erringt sie einen Sieg nach dem anderen, bis sie sich einen Platz bei der Landessportschule erkämpft, von der aus auch die vom Vater ersehnten internationalen Wettkämpfe starten. Natürlich gibt es noch die ein oder anderen Probleme zwischen Vater und Tochter und andere dramatische Ereignisse, die große Spannung bis zum Schluß garantieren!

Ich habe bisher nur ein einziges Mal einen Frauenringkampf gesehen und war schwer enttäuscht. Alle zehn Sekunden wurde der Kampf vom Schiedsrichter unterbrochen. So schöne flüssige Ringkampfszenen wie man sie im Film sieht, hatte ich bis dahin also noch nicht gesehen und bin sehr begeistert. Man fiebert sofort mit, als wäre man wirklich live und selbst bei diesen Wettkämpfen dabei. Die Schauspielerinnen sind beneidenswert gut trainierte Ringerinnen. Zaira Wasim, die Geeta als Mädchen spielt, hat so großartig gespielt, dass sie dann auch gleich in Aamirs nächstem Superhit „Secret Superstar“ die Hauptrolle spielen durfte. Wie hart man trainieren muss, um diese Rollen als überzeugende Ringerin darstellen zu können, mag ich mir gar nicht vorstellen. Überzeugt haben sie mich auf jeden Fall! Nach „Sultan“ mit Salman Khan ein weiteres Highlight im Bereich Ringerfilm.

Man kann es eigentlich kaum glauben, dass diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Was für Heldinnen, die alles gegeben haben, um für Millionen von Mädchen ein Vorbild zu sein, die von der Gesellschaft für minderwertig gehalten werden. Was für eine großartige Botschaft! Und wer außer Aamir Khan könnte besser geeignet sein, so eine Botschaft als Film an den Mann zu bringen (und Frau ist dankbar für die Botschaft in solch prächtig trainierten Verpackung). Aamir Khan ist mein persönlicher Held, was qualitativ hochwertige indische Filme betrifft. Dieser ist wieder so einer. Ein sehr sehenswerter Film, der sich zu vielerlei gesellschaftlichen Problemen in Indien äußert! Zum Glück gibt es ihn jetzt auch bei Netflix in OmU zu sehen: https://www.netflix.com/watch/80166185 

 

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The Violin Player

HEFTIG! Sie werden nicht glauben, was diesem Bollywoodfilm-Geiger auf dem Weg nach Hause passiert!

Es lebe das indische Independent-Kino! Während in Indien gerade die Emotionen eskalieren, weil sich in dem (hoffentlich) demnächst erscheinenden Bollywood-Blockbuster PADMAVATI angeblich obszöne Szenen abspielen: ein hinduistischer Fanatiker hat ein Kopfgeld darauf ausgesetzt, die Hauptdarstellerin dafür bei lebendigem Leib zu verbrennen und ein Mann hat sich angeblich schon aus Protest gegen die Veröffentlichung dieses Films erhängt…bekommt man in diesem indischen Film geradezu 100% Sittenwidrigkeit zu sehen.  Viel mehr darf natürlich nicht verraten werden, da es den Überraschungseffekt des Films ausmacht, was sich genau auf dem Heimweg des Violinenspielers mit einem geheimnisvollen Filmschaffenden zuträgt (obwohl es mir derart in den Fingern juckt, darüber zu schreiben…waaaaaahhhhhh).

Nun so viel kann man wohl sagen: wenn euch plötzlich ein Fremder anspricht, dass er euch mit zu sich nach Hause nehmen möchte…wer würde da freiwillig mit gehen? Wenn einem dieser Mann die derzeitige finanzielle Not etwas lindern kann…mit wie viel Unbehagen würde man diesen Tagesjob annehmen, der mit nicht mehr Worten beschrieben wird, als dass man Geige spielen soll…

Er ist tatsächlich etwas anspruchsvoll, weil der actionverwöhnte Kinozuschauer unter Umständen nicht mehr so viel Geduld dafür hat, wie sich eine Geschichte sehr langsam und ohne viel Worte entwickelt. Aber wie sich die Geschichte dann entwickelt, ist wirklich sehenswert. Die 1 Std 12 Min sind wirklich gut investiert in eine Ode an die Kunst und beeindruckt garantiert nachhaltig. Also reingeschaut bei Netflix!

http://violinplayerthefilm.com/

https://www.facebook.com/The-Violin-Player-1551674431767427/

 

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TOP 5 indische Filme bei Netflix

Ich bin immer darum bemüht, den Menschen indische Filme ans Herz zu legen. Meist sind sie leider abgeschreckt von den großen Bollywood-Blockbustern, die sie mal auf RTL2 gesehen haben. Und ja, bei der großen Menge an Filmen, die Bollywood so produziert, sind auch jede Menge schlechter Filme dabei. Darum möchte ich hier ein paar Empfehlungen für Filme abgeben, die man sich, wenn man schon mal einen Netflix-Zugang hat, gern mal zu Gemüte führen kann, ohne ein Bollywood-Fan zu sein. Kleiner Tipp: wenn man die für europäische Sehgewohnheiten allzu übertriebenen Momente mit Humor nimmt, hat man sehr viel zu lachen!


Für Fantasy/Action-Fans:

Makkhi – Die Rache der Fliege

Diesen FMakkhi – Die Rache der Fliegeilm MUSS man unbedingt gesehen haben! Das Berliner Publikum des Fantasy-Filmfestes hat diesen großartigen Film gefeiert. Eine wiedergeborene Fliege, die auf Rache sinnt und ihren Mörder an den Rand des Wahnsinns…das ist einfach urkomisch und einzigartig!

 

 

 


Für Fans aus dem Bereich Thriller:

Raman Raghav 2.0

Raman Raghav 2.0

Korrupter Cop vs. Psycho-Serienkiller. Absolut düster, aber unglaublich gut gespielt! Fast könnte einem der Psycho-Raman sympathisch sein…

 

 

 

 


Für Krimi-Fans:

Raees 

RaeesEin krimineller Schmuggelkönig, der trotzdem à la Robin Hood versucht, Gutes zu tun…geht das? Aufregende Reise in die 80er Jahre mit viel kunstvoll gespritztem Blut.

 

 

 

 


Für Romantiker:

Sairat

SairatIn diesen Film habe ich mich auf der Berlinale verliebt. Ein romantisches Drama, ja, aber mit absolut realistischem Hintergrund. Liebe, wo keine sein darf. Der Preis ist hoch.

 

 

 

 

 


Für Sportler/Biographie-Fans:

Mary Kom

Mary KomIch bin wahrlich kein Fan von Frauenboxen, aber mit diesem Film wird man es. Diese Frau ist in mehrfacher Hinsicht STARK. Setzt sich gegen alle Gegner, auch in der eigenen Familie durch und lässt sich auch nicht von ihrem Weg abbringen, als sie alle nach der Geburt ihrer Zwillinge längst abgeschrieben haben. Tolle wahre Geschichte!

 

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