Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Ki & Ka – Gender doesn’t matter

Ich hatte ja so meine Bedenken…ein Bollywoodfilm, der die Rollenverteilung der Geschlechter thematisiert. Das droht doch zu oberflächlich, wahrscheinlich albern zu werden. Aber nein, überraschenderweise war der Film sehr ehrlich und vor allem die Darsteller sehr überzeugend.

Ich kenne ja durchaus einige Männer, die im Haushalt eine bessere Figur als ihre Frauen machen, aber Arjun Kapoor als Kabir schießt eindeutig den Vogel ab. Der Über-Hausmann in Person. Er kann putzen, kochen und einrichten wie ein Held und findet darin auch noch Erfüllung, seiner Karrierefrau Kia so den Rücken zu stärken. Wir unglaublich unrealistisch das doch scheint, aber nein, er ist so in der Rolle, dass man ihm das wahrhaftig abnimmt und es ist schon eine Augenfreude, ihn als Mann in der Rolle des perfekt sorgenden Hausmanns zu sehen, ohne dass dabei Gefahr bestünde, seine Männlichkeit gemindert zu sehen. Im Gegenteil, das ist sehr sexy! Kareena Kapoor überzeugt sowieso als taffe Businessfrau. Und da hat sich nicht nur das perfekte Paar gefunden, sie stehen auch sehr charmant zu ihrer etwas „anderen“ Beziehung, denn ein Hausmann ist ja wohl alles andere als gewöhnlich, nicht nur in Indien.

Natürlich, wie sollte es anders sein, wird auch in dieser Ehe das Glück getrübt. Plötzlich steht auch der Hausmann im Vordergrund, weil alle daran interessiert sind, dass er in der Öffentlichkeit Aufklärung in Sachen Geschlechterrollen übt. Sogar der größte Bollywood-Schauspieler Amitabh Bachchan lädt ihn auf Wunsch seiner Frau in sein Haus ein. Das ist auch eine der witzigsten Szenen im Film, denn Amitabh ist alles andere als amüsiert, dass seine Frau von diesem Jungspund so begeistert ist. Kia dreht ein bisschen durch und sie zerstreiten sich, aber hey, ist ja ein Bollywoodfilm, da gibt es natürlich ein Happy End.

Insgesamt eine sehr unterhaltsame, sympathische Komödie zu diesem Thema.

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Bajrangi Bhaijaan – wahnsinniger Held oder verrückter Trottel überwindet verhasste Grenzen

Wow! Wer hätte gedacht, dass Salman Khan einmal nicht einfach nur draufhaut wie ein Berserker, sondern sich hauptsächlich darum kümmert, Gutes zu tun. Natürlich dürfen im Sinne der Mission auch mal die Fäuste fliegen, aber das wirklich nur in der größten Not. Und das zog sogar noch mehr Menschen in den Kinosaal, als seine besten Action-Kracher.

Selbst der große Aamir Khan überschüttete Bajrangi Bhaijaan und Salman Khan mit soviel Lob, dass ich es kaum glauben konnte. Offensichtlich ist dieser Film in Salmans Filmographie etwas sehr besonderes. Und tatsächlich: unser allseits geliebter Haudrauf zeigt uns hier mit so viel Inbrunst, dass nicht nur Hass und Prügeleien die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern eine Mission des Guten sogar die verhassten Staaten Indien und Pakistan miteinander verbinden kann.

Pawan Kumar Chaturvedi, auch bekannt als Bajrangi, ist nicht unbedingt der Hellste, was in dem Fall sehr praktisch ist, denn ein überlegter Mensch hätte dieses Vorhaben nie im Leben in Betracht gezogen. Doch der unglaublich religiöse Pawan hat seinem heiligen Ram das Versprechen gegeben, dass er das kleine Mädchen zu seinen Eltern nach Pakistan zurück bringen wird, unter allen Umständen. Und diese Umstände sind hart. Als sich heraus stellt, dass das kleine Mädchen Muslimin ist, bricht für Pawan doch erstmal eine kleine Welt zusammen. Doch die Hetzjagd in Pakistan, als indischer Spion verdächtigt, konfrontiert ihn noch mit viel härteren Kämpfen. Denen im Kopf. Es gibt aber zum Glück genügend gute Mitspieler, die ihm auf pakistanischer Seite helfen. Zum einen der muslimische Priester, gespielt von Om Puri. Was bin ich glücklich, dass ich Om Puris letzten Film schon wieder verdrängt habe, als dieser einen korrupten Politiker spielt, der versucht, eine junge Politikerin mit Versprechungen gefügig zu machen. Uargh! Aber hier wieder in einer Glanzparade. Und der Journalist, gespielt von Nawazuddin Siddiqui, so herrlich komödiantisch, einfach großartig!

Über allen strahlt natürlich das kleine Mädchen, dass den ganzen Film über kein Wort sagt, aber in ihrem Gesicht spiegelt sich alles wieder, was man wissen muss. So ein Diamant macht solch einen Film natürlich unbezahlbar.

Tolle Schauspieler, tolle Bilder, wahnsinnig herzergreifend, unglaublich witzige Momente, alles sehr liebevoll auf die Leinwand gebracht. Was will man mehr! Unser Salu Bhai ist sooo süß, wenn er sich um das Wohl kleiner Mädchen kümmert. Hach! Bei diesem Film vergisst man total, dass er im Privatleben schon so einige Verbrechen zu verantworten hat. Für diesen Film muss man ihn einfach lieben.

Für das wohlwollende Verständnis Indien – Pakistan einfach unersetzlich! TOP!!!

Und ich habe gelernt, Inder jodeln auch. Sehr lustig!

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Gori Tere Pyaar Mein – The runaway chickanarian bridegroom

Imran Khan spielt den oberflächlichen Egomanen Sriram, dessen Beziehung zur sozial engagierten Dia (Kareena Kapoor) an seiner Selbstsucht zerbricht und dem seine arrangierte Soll-Ehefrau erstmal die Augen öffnen muss, bis er also bei der Hochzeit endlich die Beine in die Hand nimmt, um die Frau, die er wirklich liebt, zurückzuholen. Die hilft inzwischen den Menschen in einem kleinen Dorf und fühlt sich dort sehr wohl. Sriram muss natürlich erstmal eine größere Aufgabe bewältigen, bevor Dia mit ihm zurückkehrt. Und wie sollte es anders sein, wird ihn dies auch von seiner Egozentrik heilen und ihn nicht länger zum schwarzen Schaf der Familie machen.

Am Anfang des Films hatte ich starke Bedenken, dass mir dieser Klamauk gefallen würde. Aber im Laufe des Films, mit der Verwandlung Srirams vom nur sich selbst liebenden Egoisten zu einem „Helden“,  zumindest für die Dorfgemeinschaft, wurde der Film immer besser, unterhaltsamer und gefühlvoller. So dass man am Ende doch noch einen ganz netten Film gesehen hat, der vor allem auch vom charming Imran Khan lebt. Der Chickanarian, wie er sich selbst betitelt, weil er gerne Hühnchenfleisch isst (welches ihm im Film nicht oft vergönnt ist), kann Grimassen vom Allerfeinsten schneiden und da muss man schon das ein und andere mal unwillkürlich mit schmunzeln.

Lustig, da hatte ich doch erst gestern Kareena Kapoor als Prostituierte in „Talaash“ gesehen, und heute besucht sie in „Gori Tere Pyaar Mein“ das Rotlichtviertel, um einen Dokumentarfilm über Prostituierte zu drehen. Und irgendwie muss es da einen Kostümwettbewerb gegeben haben. Sie hat wirklich bei jedem Szenenwechsel jedesmal eine anderes umwerfendes Kleidungsstück an. Das müssen doch mindestens 100 gewesen sein. Aber wenn sie sich noch einmal an den Kopf geschlagen hätte, dann wär ich durchgedreht. Das waren gefühlte 50 mal.

Die Dorfbewohner waren auf jeden Fall super gecasted, dieser Teil des Films hat dann auch wirklich Spaß gemacht.

http://en.wikipedia.org/wiki/Gori_Tere_Pyaar_Mein

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Talaash – Geistreicher Mystery-Thriller

Nachdem der Schauspieler Armaan Kapoor bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt, beginnen für Polizeiinspektor Surjan Singh Shekhawat (Aamir Khan) die Ermittlungen. Dessen Privatleben steckt gerade in einer Krise, denn erst vor kurzem ertrank sein Sohn Karan, er gibt sich die Schuld, seinen Sohn nicht vor dem Unfall bewahren zu können und mit seiner Frau kann er darüber nicht reden. Das Verhältnis zu seiner Frau Roshni ist sehr angespannt und er kann kaum eine Nacht schlafen. Die Ermittlungen im Kapoor-Fall, der immer mehr wie Mord anmutet, führt ihn schließlich in einen Rotlichtbezirk und lernt dabei die Prostituierten Rosie kennen (Kareena Kapoor), die seine Probleme versteht…

Viel mehr sollte man zu diesem Film auch nicht verraten, da er eine „Mysterie“-Überraschung bereithält. Bei Hollywood-Filmen hätte ich diese Wandlung des Films wahrscheinlich schon in den ersten Minuten vermutet, aber Aamir Khan spielt mal wieder so fesselnd, dass man gar nicht weiter über die „Lösung“ des Falls nachdenkt, sondern sich einfach durch die Geschichte führen läßt. Auch Kareena Kapoor spielt so nett die unwiderstehliche Prostituierte, dass es eine Augenweide ist, den beiden zuzusehen. Nach langer Zeit gibt es auch endlich wieder eine Rani Mukerji zu sehen. Auch Nawazuddin Siddiqui spielt seine Gaunerrolle großartig. Der Film bietet also schon mal ein wunderbares Staraufgebot. Die Geschichte mag vielleicht nicht jeden überzeugen, aber der Film ist trotzdem sehenswert. Man könnte natürlich der Meinung sein, der Film hat sich mal wieder von Hollywood-Filmen wie „The Sixth Sense“ inspirieren lassen, aber auf diese Diskussion lasse ich mich gar nicht erst ein. Die indischen Filme machen letztlich doch ihr eigenes Ding daraus.

Aamir hat sich wie immer richtig ins Zeug gelegt für die Rolle und als Nichtschwimmer extra Training für die Unterwasser-Szene genommen, die in einem Londoner Unterwasserstudio gedreht wurde und wirklich sehr einprägend ist. Hier hat jemand diese Szene extra als Video zur Verfügung gestellt, weil er sie so toll fand:

http://en.wikipedia.org/wiki/Talaash:_The_Answer_Lies_Within

http://molodezhnaja.ch/talaash.htm

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