Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Mission Mangal – impossible?

- August 20, 2019

Kann es eine „Zweitbesetzung“ als Mars-Mission-Team mit einem unterirdisch zusammengestrichenen Budget schaffen, als erste asiatische Nation mit einer Sonde den Mars zu erforschen? Kaum zu glauben, aber wahr. Mit genügend Nationalstolz geht anscheinend alles. Dieser Film ist eine übertrieben große Liebeserklärung an die stolze Nation, die auch ohne Hilfe der NASA erfolgreich sein kann. Wer diesen Film schaut, muss sich auf jede Menge Patriotismus einstellen.

Bei der Vorstellung des Mars-Mission-Teams schien besonders wichtig, die Zweitklassigkeit des Teams darzustellen. Ein Mann kurz vor der Pension; ein Mann, der sein Leben durch sein Horoskop bestimmen lässt und …Frauen. Frauen, die scheinbar alle irgendein Problem haben. Die eine scheint vollkommen unfähig, die Fahrschule zu bestehen. Der anderen macht die Schwiegermutter mit ihren abfälligen Bemerkungen eines noch nicht gezeugten Enkelkindes das Leben zur Hölle. Eine anderes Teammitglied wurde von ihrem Mann betrogen und hat es als Muslimin schwer, eine Wohnung zu finden. Und Hauptakteurin Vidya Balan als Tara Shinde muss eine Familie mit all ihren Problemen managen. Und dieses Team soll eine erfolgreiche Mars-Mission zustande bringen? Genauso wie die Mondlandung scheinbar nur durch tausend Glücksfälle erfolgreich sein konnte, spielten auch diesem Team einige Glücksfälle in die Hände. Inwieweit alles der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht. Aber ihre Anregungen für ihre Ideen, die Mars-Sonde besonders billig und leicht und mit der richtigen Geschwindigkeit auszurüsten, kamen im Film vorrangig aus dem richtigen Leben. So wie die Puris (in Öl ausgebackenes Fladenbrot ) in dem erhitzten Öl weiter braten, während man das Gas schon ausgestellt hat, ist das die Grundidee für die Mission, um eine Rakete nutzen zu können, die nur für leichte Lasten ausgelegt war und keine riesigen Mengen an Treibstoff mit sich nehmen konnte. Man fragt sich während dieser Ideenfindungen zwar, ob es diese Ideen nicht schon alle gab und eigentlich Teil des Studienlehrplans sein sollten. Aber gut. Das ist für den unwissenden Weltraumforschungslaien sicher am besten verständlich.

Was im Kino mit vorrangig indischem Publikum schnell zu merken war: der Film trifft mit seinem Humor genau ihren Nerv. Und genau nicht den meinen. Dieser erzwungene Haudrauf-Humor. Deswegen bin ich kein Fan von Akshay Kumar Filmen. Leider macht er in letzter Zeit viele Filme mit wichtigen Themen, so dass ich mich dann doch immer wieder überwinde. Worüber ich im Gegensatz zum indischen Publikum überhaupt nicht lachen konnte, war der Konflikt zwischen Vater und Sohn der Teamleiterin. Der Sohn interessiert sich plötzlich für den Koran, lernt die Poetensprache Urdu. Der Vater ist absolut gegen diesen religiösen Wandel seines Sprösslings und es kracht öfter gewaltig. Natürlich immer humorvoll. Ich habe absolut nicht verstanden, was diese Begebenheiten in dem Film zu suchen haben. Außer, dass es den Druck für die Mutter erhöht, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, während in der Familie solche Disharmonie herrscht. Weitere Lacher gibt es immer, wenn traditionelle Gepflogenheiten mit dem modernen Leben in Einklang gebracht werden. Da hält der Priester eben mal auf der Hightech-Kommandobrücke ein Glücksritual mit Kokosnuss ab. Das ist Indien.

Dieser Film feiert die erfolgreichen Wissenschaftler*innen der indischen Raumfahrtbehörde ISRO mit ganz viel Nationalstolz. Und ja, es ist sehr schön zu sehen, wie die Frauen am Ende als Heldinnen gefeiert werden können. Akshay Kumar nimmt man den Frauenversteher absolut ab. Als eine der Frauen erfährt, dass sie schwanger ist, versucht er ihr klar zu machen, dass man auch mit Baby eine erfolgreiche Mission durchführen kann. Ihr zu Ehren nennt er das Projekt „MOM“: Mars Orbiter Mission. Indien konnte beweisen, dass es auch ohne gigantisches Budget wie z.B. die USA zu einer Mission im interplanetaren Raum fähig ist.

Nach diesem Film würde ich gern noch eine ernst zunehmende Dokumentation über diese Mission sehen.

EN

Is it possible that a second-choice Mars mission team with a dismal budget can become the first Asian nation to explore Mars with a space probe? Hard to believe, but true. Everything seems possible with enough national pride. This film is an exaggerated declaration of love to the proud Indian nation that can succeed even without the help of NASA. When you watch this movie, be prepared to expect a lot of patriotism.

During the introduction of the Mars mission team in the film, it seemed particularly important to represent the team’s second-rate nature. A man close to retirement; a man who lets his life ruled by his horoscope and finally: women. Women who always have problems. One seems completely unable to learn how to drive properly at a driving school. Another is put down by her mother-in-law because she is not yet pregnant. Another female team member was cheated by her husband and has a hard time finding a home as a Muslim.

And main actress Vidya Balan as team leader Tara Shinde has to manage a family, with all the problems that go along with it. Will this team be able to perform a successful Mars mission? Just as the moon landing seemed to be successful only by a thousand lucky coincidences, this team appeared to get lucky. I do not know how of the film is true, but the suggestions for the ideas to build a cheap Mars probe lightweight and has the right speed are based on real life events.

Just as the puris (bread fried in oil) continues to fry in the heated oil when the gas has already been switched off, this inspires the basic idea for the mission to use a rocket designed for light loads rather than huge ones can carry large amounts of fuel with them. You wonder during these brainstormings, whether these ideas have been already covered at a university. But hey, maybe the audience understands this science issue better this way.

While I was sitting in the cinema with many Indians I realized: the film resonates with their sense of humor, but not mine. The film features a lot of slapstick comedy, which is  why I’m not a fan of Akshay Kumar movies. Unfortunately he’s making a lot of films dealing with important topics. In contrast to the Indian audience, I could not laugh about the conflict between the father and son of the team leader. The son is suddenly interested in the Qur’an and starts learning Urdu. The father is absolutely against this religious change and it causes a lot of conflict between them. Of course, always humorous. The Indians in the audience found these moments in the movie very humorous. I totally did not understand what these scenes had to be included in the movie. Except that it increases the pressure on the mother to concentrate on work while there is such disharmony in the family. It’s always funny when traditional customs are reconciled with modern life. For example, when a priest performs a lucky ritual with a coconut on a high-tech bridge. This is India.

This film celebrates the successful scientists of the Indian Space Agency ISRO with a lot of national pride. And yes, it is very nice to see how the women in the end can be celebrated as heroines. Akshay Kumar plays the women’s advocate very convincingly. When one of the women said that she is pregnant, he tries to make her realize that she even with a baby can do a successful mission. In honor of her, he calls the project „MOM“: Mars Orbiter Mission. India could prove that even without a gigantic budget such as that of the US it, is capable of a mission in interplanetary space.

After watching this movie, I would like to see a more serious documentary about this mission.


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