Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Jeder hat ein Recht auf eine farbenfrohe Welt

- Juli 14, 2019

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To shoot the movie „The Last Color“ was a heartfelt wish of celebrity chef Vikas Khanna and should become a matter of the heart for every human being who opposes the discrimination of women. In 2013, widows in Benares / Varanassi were allowed to celebrate Holi for the first time. Until then they were not allowed. Not allowed to celebrate Holi, not allowed to wear colors. In India it is a tradition that a widow must wear white. Widows have harsh restrictions and are excluded from society. In the past even the tradition of widow burning was accepted and carried out. Unimaginably cruel, especially when nobody questions these traditions. Because it has always been that way and still is, everything is accepted, even though it is cruel treatment. Vikas Khanna wants to use the film to encourage you to speak up when you don’t find something right, even if it’s a tradition. Just because it’s always been done that way, it doesn’t mean it has to be right.

In the movie the widow Noor befriends the untouchable little street girl Chhoti (means small) and both have the courage to overcome barriers of the society system of oppression and exclusion. Chhoti promises Noor to throw her favorite color pink at the next Holi party on her. She keeps her promise, even doing so creates serious repurcussions.

Vikas Khanna explained to us in the Q&A after the movie premiere that the little lead actress who played Chhoti is not very popular with filmmakers because she is a little bit complicated. But this little drama queen plays her part so incredibly well. She wins your heart from the very first moment. Even the widow Noor can’t resist this charming girl. Seeing how the joie de vivre returns to the widow Noor thanks to Chhoti is so heartwearming. Chhotis little friend in the movie also plays very terrificly. He really lives as a street boy in Varanassi and was prepared for appearing in the film in 2 days.

You can see and feel with every picture that Vikas Khanna fell in love with Varanassi. When Noor dances in the sunset your jaw drops, because these are such beautiful images. Beautiful pictures versus terribly cruel reality with corrupt and brutal policemen. Vikas is probably only able to show this brutality because he lives in NY. Otherwise we would be afraid that an angry Indian mob might do something to him. But even in the US, viewers had problems with the movie, for example, because it represents a transgender as a „normal“ person.

Vikas says the movie should move, upset, disturb. The movie did. He made the film for his mother and when he wanted to show her the movie she fell asleep while leaning on his shoulder. As a viewer, you will not fall asleep. This movie is a small miracle with a big message: question traditions, don’t just accept everything!

DE

„The Last Color“ ist eine wahre Herzensangelegenheit von Starkoch Vikas Khanna und sollte zur Herzensangelegenheit von jedem Menschen werden, der gegen Ausgrenzung und Benachteiligung von Frauen ist. Erst 2013 durften Witwen in Benares/Varanassi das erste Mal Holi feiern. Bis dahin war ihnen nicht erlaubt. Nicht erlaubt, Holi zu feiern, nicht erlaubt, Farben zu tragen. Eine Witwe hat nur noch weiß zu tragen. Witwen müssen unter völliger Abstinenz leiden und dürfen nicht mehr am Leben teilhaben. Früher war sogar die Tradition der Witwenverbrennung allgemein anerkannt. So grausam, vor allem, wenn nie jemand diese Traditionen hinterfragt. Weil es schon immer so war und ist, wird alles so hingenommen, obwohl es unmenschlich ist. Vikas Khanna möchte mit diesem Film Mut machen zu sagen, wenn man etwas nicht richtig findet, auch wenn es Tradition ist. Nur weil es schon immer so gemacht wurde, muss es nicht richtig sein. Im Film freundet sich die Witwe Noor mit dem unberührbaren Straßenmädchen Chhoti (klein) an und beide geben sich den Mut, Barrieren des Systems aus Unterdrückung und Ausgrenzung zu überwinden. Chhoti verspricht Noor, sie beim nächsten Fest mit Farbe zu bewerfen. Sie hält ihr Versprechen, auch wenn die Umstände tragischer sein werden, als einem lieb ist.

Vikas Khanna meinte im Q&A nach der Filmvorstellung, die kleine Hauptdarstellerin sei nicht sehr beliebt bei Filmemachern, da sie sehr kompliziert sei. Aber diese komplizierte kleine Drama-Queen spielt so unfassbar gut. Man muss sie vom ersten Moment ins Herz schließen. Wie die Witwe Noor dem Charme ebenso wenig widerstehen kann. Auch Chhotis kleiner Freund spielt so grandios. Er lebt wirklich als Straßenjunge in Varanassi und wurde in 2 Tagen filmreif gemacht. Und zu sehen, wie die Lebensfreude dank Chhoti in die Witwe Noor zurückkehrt ist herzergreifend. Dass Vikas Khanna sich in Varanassi verliebt hat, merkt man mit jedem Bild. Wenn Noor im Sonnenuntergang tanzt, bleibt einem der Mund offen stehen, weil es so schöne Bilder sind. Schöne Bilder versus furchtbar grausame Realität mit korrupten und brutalen Polizisten. Das in dieser schonungslosen Deutlichkeit zu zeigen geht wahrscheinlich nur, weil Vikas in New York lebt. Sonst müsste man schon Angst haben, dass ihm ein wütender indischer Mob etwas antut. Aber auch in den USA hatten Zuschauer Probleme damit, dass er z.B. den Transgender als „normalen“ Menschen darstellt. Vikas meint dazu, dass Kunst bewegen soll, aufregen, stören. Das hat er. Seine Mutter muss ein ganz besonderer Mensch sein. Er hat den Film für seine Mutter gemacht und sie ist beim Schauen an seiner Schulter eingeschlafen. Als Zuschauer wird man ganz bestimmt nicht einschlafen. Dieser Film ist ein kleines Wunderwerk mit großer Botschaft. Hinterfragt Traditionen, akzeptiert nicht einfach alles!

 


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