Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Raees – das dramatische Leben eines mafiösen Robin Hood

Kann ein Krimineller wirklich eine Art Robin Hood für seine Mitmenschen sein, wenn er richtig viel auf dem Kerbholz hat? Kann man das gut finden?

Das Leben schreibt ja bekanntlich die spannendsten Geschichten…aber Inder legen natürlich immer noch einen drauf und als wäre dieser Film nicht schon spannend genug, müssen sie rund um die Entstehung des Films noch ein eigenes Drama anzetteln.

Schon bald nach Drehbeginn von „Raees“ wurde darüber berichtet, dass die Geschichte inspiriert von einem Gangster namens Abdul Latif sei (gespielt von unserem King Khan), der Alkohol schmuggelte und in die Terroranschläge 1993 von Mumbai verwickelt war. Aber die Filmmacher verneinen dies und verweisen darauf, dass der Film reine Fiktion ist. Vielleicht weil sie wissen, wie viel Kontroversen und Diskussionen dies nach sich ziehen würde, eine reale Geschichte ins indische Kino zu bringen.

Ich finde es durchaus realistisch, dass hier das Leben eines echten Mafioso verfilmt wurde. Da muss man sicher nicht mehr viel hinzu dichten und man hat eine Menge Stoff zu verarbeiten. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn man versucht, so einen kriminellen Lebenslauf in Gänze darzustellen. Aber auf jeden Fall beeindruckend.

Was mich an diesem Film besonders unterhielt:

  • der unglaublich talentierte Nawazuddin Siddiqui, der mich bis jetzt in jedem seiner Filme so grandios begeistert hat, spielt einfach wieder mörderisch gut (haha) und ich muss einfach immer noch darüber schmunzeln, wie witzig die filmischen Unterschiede zwischen ihm und Shahrukh wirken…Nawazuddin mit seiner überzeugenden realistischen Schauspielkunst vs. Shahrukh Khans bollywoodeskem Overacting. Verwirrend! Ständig schwankt man zwischen „realistischer Film“ und „Bollywood-Märchen“. HERRlich unterhaltsam!
  •  wie wunderschön künstlerisch das Blut auf der Leinwand spritzt! malerisch, anmutig, und grazil wird dort gemordet und gestorben, was das Zeug hält. Das ist KUUUUUNST!
  • die wirklich gut gemachte Vintage-Optik…ach ja, diese riesigen Brillen, die in den 80ern modern waren und jetzt wieder so richtig hip sind. Und diese lustigen riesigen Telefone, als es noch keine Handys gab.
  • Shahrukh Khan mit fast natürlichem Look, Kajal, muskelbepackt, traditioneller Kleidung…echt toll anzusehen ❤ !!!

Was mich nicht so begeistern konnte:

  • mit der pakistanischen Hauptdarstellerin Mahira Khan bin ich leider nicht so warm geworden

Macht ein klares Ergebnis für gute Unterhaltung 🙂 Ein Masala-Movie mit einer brisanten und umfangreichen Mischung, die man erstmal verdauen muss. Da sitzt man am Ende des Films erstmal still und geplättet da. Gibt soviel zu verarbeiten. Raees, der Kriminelle mit dem kühlen Kopf eines Geschäftsmannes, der sich trickreich und mit dem Mut eines Kämpfers bis an die Mafiosi-Spitze empor arbeitet, seinen Mitmenschen immer hilfreich zur Seite steht und am Ende aus Verzweiflung und gut-Herzen einen schwerwiegenden Fehler begeht. Und die Politik tanzt mal mit, mal gegen seine Pfeife. Aber ein Polizist gibt nicht auf, ihn für seine Taten zu richten. Holla die Bollyfee!

 

 

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Dear Zindagi – Hi Leben!

Was ist das für eine geniale Rolle! Shahrukh Khan als Psychiater Jehangi Khan. Das ist so unglaublich überraschend gut! Wer würde nicht gern jeden Tag eine Sitzung mit Brain Doctor Jehangi Khan haben. Ist auch nicht so schlimm, wenn er dabei gar nicht so weltbewegendes von sich gibt. Eine tägliche Dosis Herzausschüttung mit Shahrukh…kann mal bitte jemand eine Serie draus machen?!!! Hammer!

Gut, eigentlich geht es ja hauptsächlich um seine Patientin Kaira (Alia Bhatt), die findet einfach nicht den richtigen Partner und natürlich, wie sollte es anders sein, liegen die Beziehungsprobleme in ihrer Kindheit, wie sich im Laufe der Sitzungen bei the Brain Doctor „Jug“ heraus stellt. Das ist dann auch ganz dramatisch und hat mich wiederum auch überrascht, wie unglaublich echt Alia Bhatt diese Szene spielt. Als würde sie gerade auf einen sehr grausamen Teil ihrer eigenen Kindheit blicken. Da muss man den Hut vor ziehen, das war schauspielerisch Spitzenklasse.

Ansonsten war ich von dem Teil, in dem erstmal ihre aktuelle Situation geschildert wird, eher nicht so ergriffen. Ihr Charakter wurde sehr sehr ausführlich dargestellt. Gut, ich gebe zu, ich hätte lieber noch etwas mehr Zeit mit Shahrukh verbracht und die Suche nach dem richtigen Stuhl/Kursi fürs Leben. Die Suche nach dem richtigen Partner mit der Wahl des richtigen Stuhls zu vergleichen…kann man machen, lieferte mir allerdings auch keine großen Neuigkeiten, was dieses Business angeht. Ist aber vielleicht für Inder, die zu großen Teilen von den Eltern vermittelte Partner bekommen, ein großes Neuland. Das hab ich dann persönlich doch vermisst: noch etwas tiefgreifendere Erkenntnisse zum Thema Leben. „Soul-Searching“ passiert hier nur am Rande. Nichts, was ein normal selbst reflektierender Mensch nicht schon gewusst hätte.

Oder mit welchen Hürden und Hindernissen eine Frau zu kämpfen hat, die nicht verheiratet ist, sondern Karriere machen möchte. Das wurde zwar teilweise angedeutet, z.b. als der Vermieter sie hinaus wirft, weil in seiner Wohnanlage nur Platz für verheiratete Frauen mit Familie ist. Dass sie als Frau in ihrem Beruf oft zurück stecken muss und härter für alles kämpfen. Ganz großes Kino, als Raghuvendra, der sie verlassen hatte am Ende meint, dass sie ihren großartigen Kurzfilm nie hätte machen können, wenn er bei ihr geblieben wäre. Alter! Da rollen sich mir die Nägel auf! Aus persönlichen Gründen. Wir gehen auch so unseren Weg, ob mit oder ohne euch verdammt! Ich glaube, ich habe auch eine Psychose und muss dringend zu Dr. Khan..

Also abschließend kann ich nur nochmal betonen, Shahrukh Khan als Psychiater: HAMMER! Allein dafür hat sich der Film gelohnt. Ich werde dann jetzt immer im Traum meine Sitzungen mit ihm abhalten und mit ihm um die Wette mit den Wellen des Lebens laufen…

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Ae Dil Hai Mushkil -in Zeiten schwerer Herzen

„Die Liebe ist wie Krebs – kommt überraschend und geht erst wieder, wenn sie dich zerstört hat“…ziemlich drastische Aussage von Ranbir Kapoor als Ayan Sanger. Er muss versuchen mit einer unerwiderten Liebe klar zu kommen, denn Alizeh, an die er sein Herz verloren hat, möchte niemals die wertvollere Freundschaft zwischen ihnen zerstören.  Und mit dieser Ansicht ist sie ziemlich hartnäckig und Ayan verzweifelt mal mehr, mal weniger daran. Abgesehen von einigen tollen Ablenkungen wie die Beziehung zu einer älteren Frau und seiner Karriere als Sänger, meistens mehr. Wahrscheinlich können die wenigstens Männer nachvollziehen, warum Alizeh ihm nicht die kleinste Chance als Liebhaber geben will. Er hat doch alles. Ist attraktiv, charmant und auch noch reich. Was will man mehr? Doch Alizeh möchte ihn niemals aus seinem Leben gehen lassen und meidet deshalb eine Liebesbeziehung. Ich verstehe zwar nicht, warum man davon ausgehen sollte, dass diese Beziehung früher oder später scheitern sollte, aber gut. An diesem Film ist einiges unverständlich. Vor allem auch das Ende. Liebe und Krebs scheint hier das Mantra des Films, was auch immer Regisseur Karan Johar damit verarbeiten möchte.

Pluspunkte hat der Film bei mir gesammelt, was die Musik angeht. Gefühlt ein Song nach dem anderen. Da hüpft das kleine Bollywoodherz. Eine absolut gelungene Parodie auf die Bollywoodindustrie. Da lacht das kleine Bollywoodherz. Und ein Kurzauftritt von Shahrukh Khan. Da schmilzt das kleine Bollywoodherz nur so dahin.

Obwohl dieser Auftritt von King Khan auch ein wenig ambivalent für mich war. Auftritt der alten Bollywood-Generation. Wirkte wie eine Zeitreise. So ganz anders als der Rest des Films. So  nach dem Motto: der muss auch noch mit rein. Egal wie. Ganz bezaubernd die Rolle von Aishwarya Rai Bachchan als reife Geliebte und Ex-Frau von Shahrukh. Hat auf keinen Fall ihren Reiz verloren und macht eine sexy Figur. Diese zauberhafte Frau hat dann auch noch intellektuell ihre absoluten Vorteile. Wahnsinn.

Der Film hält, was ein Bollywoodfilm verspricht: Liebe, Herz, Schmerz, Musik, Tanz, tolle Kostüme…ein gelungener unterhaltsamer Film. Aber nicht unbedingt nachhaltig beeindruckend.

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Shah Rukh Khan in and as FAN

Die ersten Reviews sind sich einig: Shahrukh leistet in „FAN“ eine großartige schauspielerische Darbietung. Tatsächlich spielt er äußerst beeindruckend in einer Doppelrolle den großen Star Aryan Khanna und fanatischen Fan Gaurav Chandna zugleich.  Das gelingt ihm wahrscheinlich auch deshalb so brilliant, weil er schon eine Menge problematischer Situationen mit verrückten Fans durchmachen musste. Zudem kann er sich unheimlich gut in die Rolle des Fans hinein versetzen, der völlig vergisst, sein eigenes Leben zu leben und dessen erklärtes Lebensziel einzig und allein in der Anbetung seines „Gottes“ besteht.

Und so warnt er seinen Fan Gaurav eindringlich, doch sein eigenes Leben zu leben. Unweigerlich erscheint dieser Film so nah dran am wahren Leben von Shah Rukh Khan, dass er nicht der fiktive große Star im Film bleibt, sondern man das Gefühl hat, hier sieht man gerade Shah Rukh Khans reales Leben auf der Leinwand. Und sobald er unsympathisch auf seinen unheimlichen Fan reagiert, hat man das mulmige Gefühl, der echte Shah Rukh Khan reagiert gerade so. Eine ziemlich gefährliche Gratwanderung zwischen realem Leben und Film.

Der Film ist dem Thema entsprechend kein gewohnter Sonnenschein-Witz-Allessobunthier-Feelgoodmovie, sondern sehr unheimlich und bedrückend. Es stellt sich die Frage, vielleicht auch solch ein „nerviger“ Fan zu sein. Das wiederum erheiterte mich persönlich etwas, denn die Geschichten, die ich erlebte, als der scheinbar so unnahbar und niemals erreichbare Shah Rukh Khan höchstpersönlich zur Berlinale kam, als noch unglaublicherweise Don2 hier in Berlin gedreht wurde. Wie ich mir extra Nordpol-Wintersachen zulegte, um nächtelang im tiefsten Winter vor seinem Hotel zu warten, nur um einen winzigen flüchtigen Augenblick in seinem Dunstkreis zu erhaschen. Wie wir täglich auf der Suche nach den Drehorten waren, ihn oft ausfindig machen konnten und schon unter fast kriminellen Bedingungen versuchten, ans Set zu gelangen. Wie ich mich dann auch tatsächlich verboten als Komparse ans Set schmuggeln konnte und was für einen unglaublich grandiosen Moment in meinem Fan-Dasein erlebte, als er mir die Hand schüttelte. Total durchgeknallt! Wenn man einmal diesem Mann verfallen ist, lässt es einen nicht mehr los, ihn immer und immer wieder treffen zu wollen. Ist das schon zuviel Fan für ihn?

So hinterlässt einen der Film mit sehr vielen Überlegungen an sich selbst als Fan ^^ Aber auch die Frage: wie geht das mit der Nase? beschäftigte mich den Film über. Ob mit Maske und noch digital bearbeitet, das „Wie“ ist gar nicht mal so wichtig. Aber dieser enorme Verlust seines Charmes, wenn man Shah Rukh plötzlich mit schmaler Nase sieht. Hin und Her wandern die Augen und glauben es kaum. Diese Nase! Ohne diese Nase hat er den Charme von einem unter vielen. Mir war das bis dahin nicht so deutlich gewesen, was alles an dieser Nase hängt! Ein Hoch auf diese Nase! Und ist die Bewunderung seiner Nase auch schon wieder völlig absurdes und verrücktes FAN-tum?

Alles in allem ein sehr nachwirkender Film. Mitunter vielleicht doch in einigen Teilen etwas unrealistisch, wenn z.B. die Mitarbeiter eines Wachsfigurenkabinetts (nein, ich nennen diesen Namen jetzt nicht, das Unternehmen wurde im Film schon zu oft erwähnt) und auch sein Wachpersonal zu Hause seinen Fan tatsächlich für ihn halten. Action und sehenswerte Drehorte wie die Game of Thrones-Stadt Dubrovnik kommen nicht zu kurz. Spannung ist auf jeden Fall garantiert, die Einordnung in das Genre „Thriller“ gilt hier zurecht. Erwartet nur keinen Schnuffi-Shahrukhi. (LOL)

Mehr verrate ich hier an der Stelle auch nicht. Seht ihn euch an!

 

 

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Dilwale -das Traumpaar wieder vereint

Dilwale: das Traumpaar Shahrukh Khan und Kajol endlich wieder auf der Leinwand vereint. Dafür haben sich auch mehr Fans als sonst ins Kino begeben. Wo sonst nur eine Handvoll Menschlein indische Filmkultur genießen, war es nun bis auf den letzten Platz voll.

Als das Licht im Kino wieder anging hörte ich um mich herum Stimmen wie: „Mama, wir müssen dann unbedingt die DVD vom Film kaufen, auch wenn sie 100 Euro kostet“ oder „Ich könnte ihn gleich nochmal sehen“. Leider konnte ich diese Begeisterung nicht teilen.

Offensichtlich habe ich in letzter Zeit zu viele indische Filme gesehen, die ganz ohne diesen indischen Slapstick-Doofwitz auskamen. Aber ja, ich erinnere mich…die meisten Bollywoodfilme sind nach diesem Prinzip gestrickt und ich sollte nicht überrascht sein. Das ist halt genau diese Art von Humor, die die Inder lieben. Und die aberwitzigen comic-haften Prügeleien habe ich ja durchaus ins Herz geschlossen. Aber hier geriet alles zu sehr zum Feuerwerk dämlicher Typen, Werbung für die Kirche, Moralpredigten und verdeckte das schöne Paar, von dem ich lieber mehr gesehen hätte. Vielleicht bin ich deshalb eher aggressiv unbegeistert. Ich hätte mir eine schönere Zusammenführung gewünscht als in diesem Film. Kajol ist einfach traumhaft. Und sie können sich immer noch frisch verliebt anschauen und sich dramatisch nach dem Anderen verzehren. Da tut es einem ja fast leid, dass im Film auch noch andere Pärchen eine Rolle spielen wollen…wie nichtssagend sie neben dem Traumpaar wirken.

Nun, auch wenn ich mir diesen Film nicht unbedingt nochmal ansehen muss, anderen hat er ja umso besser gefallen. Wahrscheinlich mal wieder ein Film, an dem sich mal wieder die Geister scheiden.

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Happy New Year – Superduperkrassomataffengeiles indisches Kino

Wenn hier in Deutschland ein Bollywoodfilm gezeigt wird, dann meistens nur für einen Tag. Weil sich das erlesene Publikum in Grenzen hält. Nun ist der neue Bollywood-Bluckbuster mit Shahrukh Khan „Happy New Year“ so erfolgreich gelaufen, dass sich die Kinos glücklicherweise entschieden haben, in die Verlängerung zu gehen. Ich werde das gern unterstützen und nächste Woche wieder ins Kino stürzen. Und wenn ich einen Bollywood-Film ein zweites Mal anschaue, dann will das was heißen. Es ist quasi schon eine Empfehlung. Und hier sind meine 10 Gründe dafür:

1. Ich habe keinen Liebesromantikschnulzendingsbumsschmalz erwartet und wurde daher auch nicht wie einige andere, die sich genau dies gewünscht haben, enttäuscht. Es ist ein Film für die ganze Familie. Jeder hat seinen Spaß daran. Natürlich will man so noch mehr Leute ins Kino locken. Hat ja offensichtlich bestens funktioniert.

2. Diese grellen Farben! Die Augen tun einem verdammt weh. Selbst für einen Bollywoodfilm ist das absolut überdosiert. Noch ein buntes Bild mehr und die Augen würden explodieren. Aber das macht den Film auch unvergesslich.

3. Die mitreißende Musik. Man möchte am liebsten aufspringen und mittanzen. Aber selbst mit indischem Mehranteil im Publikum traut man sich letztlich doch nicht. Wir sind schließlich in Deutschland. Da passt sich auch das indische Publikum an. Etwas zumindest.

4. Diese Dramatik! So mögen wir die indischen Dramaqueens. Wenn man denkt, jetzt geht alles nach Plan, wird einem der Knüppel zwischen die Beine geworfen, der den Film um eine Stunde verlängert. Aber hey, in dem Fall geht das vollkommen in Ordnung, denn man ist so gespannt und unterhalten, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Teilweise kann man es gar nicht aushalten vor Spannung und dann dauert die Minute, die der Filmheld nur Zeit hat, um alles zu rocken oder alles zu verlieren, auch noch unerträgliche gefühlte 10 Minuten. Nicht auszuhalten!

5. Die wahnsinnigen Actionszenen, im wahrsten Sinne des Wortes am Abgrund. Gewohnt übertrieben, anfangs sogar etwas zu blutig (und dass ich etwas zu blutig finde, kommt schon selten vor), peng, puff, bäm! Superheros ohne Ende.

6. Bollyrina Shahrukh Khan. Nein, nicht sein 8-Pack, welches mir sogar eher missfällt als gefällt, weil zuviel des Guten und auch nicht seinen coole Sturmfrisur mit blonder Strähne…nein, sein Auftritt als Ballerina ist das Größte und ich finde, vielleicht sogar die beste Rolle seines Lebens. Einfach großartig. Keine Ahnung, wie Farah Khan es geschafft hat, dass sich ausnahmslos alle Männer an dieser Szene beteiligt haben, aber es ist wirklich ein absoluter Höhepunkt des Films!

7. Deepika Padukone. Wunderschön anzusehen, wunderschön getanzt, wunderschön Shahrukh angeschmachtet, wunderschön den indischen Nationalstolz herüber gebracht.

8. Boman Irani. Unser liebenswerter Teddybär, da bevorzugen die Frauen doch zurecht lieber ihn, als durchtrainierte Schönlinge. Den Sprachfehler fand ich zwar etwas zuviel, aber so ist halt Bollywood. Immer eins obendrauf.

9. Abhishek Bachchan. Bei soviel gekonntem Humor könnte man ja glatt Fan werden. Von mir aus kann er gern bei solchen Rollen bleiben. Steht im außerordentlich gut.

10. Der Abspann. Wer noch nicht gehen will, kann sich hier nochmal so richtig gut mit der ganzen Filmcrew amüsieren. Noch eins obendrauf…

Ja, der Film hat so einiges zu bieten und wirklich jeder wird danach vollkommen geplättet sein von soviel Unterhaltungsfeuerwerk. Aber danach kann man die leisen, einfachen, nicht ganz so bunten Dinge noch viel besser genießen als sonst.  Lohnt sich. Unterstützt indische Filme im Kino!

http://bollywoodmachtgluecklich.de/kinospielplan/

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Chennai Express – bunt, albern, Bollywood

Na das ist doch mal wieder so ein richtig klassischer Bollywoodschinken vom Feinsten. In Sharukh Khans neuestem Film „Chennai Express“ (http://www.chennaiexp2013.com/) blödelt er herum, als gäbe es kein Morgen. Die wahnsinnig bunten und heroischen Bilder ziehen einem sämtliche Plomben aus den Zähnen.  Der Held kämpft bis aufs Blut um die Dame seines Herzens und dank der Liebe ist er zu eigentlich Unmöglichem im Stande. Diese Liebesgeschichte möchte sagen: Nur der Beherzte gewinnt das Herz einer Frau, unterschätze nie die Kraft des einfachen Mannes…wenn er liebt, dann wird er zu einem unzerstörbaren Helden. In der ersten Hälfte des Films darf Shahrukh Khan sich ausgiebig als Mister Albern austoben und ja, seine Freude daran springt auch über, es gibt viel zu Lachen und bis dahin wäre es eher eine Blödelkomödie ala Akshay Kumar. Aber dann, peng, in der zweiten Hälfte entwickelt sich das Liebesdrama. Man nimmt Deepika durchaus ab, dass sie Shahrukh mehr und mehr mit den Augen einer Liebenden sieht. Shahrukh braucht etwas länger, um zu erkennen, was er fühlt. Das ist ja schon fast realistisch. Das blutige, schier endlose Finale ist absolut klassisch und hinterläßt Eindruck und durchaus mitfühlende Emotionen. Bei diesem Film gibt es keine Gelegenheit, einzuschlafen. Er powert bis zum Ende durch, entweder mit Lachern oder mit Action.

Sehr süß finde ich die Anspielungen auf andere Filme von Shahrukh Khan und die Idee, sich mit Hindi-Songs zu unterhalten, um die tamilischen Mafia-Gangster nichts von ihren Plänen wissen zu lassen.  Menschen sollten sich öfter singend unterhalten. Wahrscheinlich ist Deepikas tamilischer Akzent für Tamilen sehr witzig anzuhören, ich kanns leider nicht beurteilen.

Und dass Shahrukh endlich mal ein realistisches Filmalter von 40 Jahren bekommt, wurde auch mal Zeit. Die 20 Jahre Unterschied zwischen ihm und Deepika sind hier nicht von Bedeutung, es ist ein sehr überzeugendes Paar, welches wir das letzte Mal in „Om Shanti Om“ bewundern durften.

Ein wunderbares Märchen für alle, die sich für ein massentaugliches Liebesdrama mit Albernheitsfaktor nicht zu schade sind und auch mal leichte Kinokost ohne schlechtes Gewissen zu sich nehmen können.  Sowas gibt es sonst nicht zu sehen, nur bei Bollywood!

Immerhin scheint der Film so gut anzukommen, dass die sonst eher spärlichen Termine für Kinovorführungen erweitert wurden und es einige Zusatzvorstellungen gibt:

http://rapideyemovies.de/kinospielplan

In Berlin hat man noch folgende Chancen für das Eintauchen in eine ganz andere Welt:

22.08.2013 – 28.08.2013
Berlin, CineStar Cubix am Alexanderplatz

22.08.2013 – 28.08.2013
Berlin, CineStar Sony Center

http://en.wikipedia.org/wiki/Chennai_Express

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