Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Viceroy’s House – eine emotionale Geschichtsstunde für Außenstehende

Bevor ich mich so tief in die Materie der indischen Filme wagte, war mir das Thema der Trennung von Indien in Indien und Pakistan kaum bewusst.
Etliche indische Filme später wurde mir klar, dass dieses Ereignis so dramatisch bis in die nachfolgenden Generationen nachwirkt, dass die blutige Trennung mit ihren vielen Opfern nicht vergessen werden darf.
Somit finde ich es sehr gut, dass dieses Them mit Viceroy’s House, einer Koproduktion von Indien und Großbritannien, vielleicht noch einer größeren Zuschauermenge näher gebracht werden kann.

Der letzte Vizekönig, Lord Mountbatten, soll in Delhi den Schritt Indiens in die Unabhängigkeit überwachen. Als die Lage unter den verschiedenen religiösen Lagern eskaliert und es zu immer blutigeren Auseinandersetzungen kommt,
scheint die Lösung, das Land in das muslimische Pakistan und das säkulare Indien zu teilen, die einzige Lösung zu sein, nicht den totalen Bürgerkrieg auszulösen.
Während die indischen Filme eher den Fokus auf die Folgen für die Menschen legen, wird in Viceroy’s House beleuchtet, wie die politischen Hintergründe dieser tragischen Ereignisse zustande kamen.
Das ist sehr spannend und war mir so in diesen perfiden Details noch nicht bewusst (sollten diese stimmen).

Der Film lädt ein zum Nachdenken, wie man selbst in dieser Situation entschieden hätte. Die Zeit drängte vorm Hintergrund der immer massiveren Ausschreitungen.
Was die dramatischen Folgen dieser Trennung waren, wissen wir heute. 14 Millionen Vertriebene. 1 Millionen Sikhs, Hindus und Moslems wurden ermordet. Pakistan steht immer am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Der Hass zwischen Indien und Pakistan scheint ungebrochen.

Mountbatten selbst wurde 1979 in der Republik Irland Opfer eines Bombenattentates der IRA.

Schwere Kost…keine Frage…da spaziert man jetzt nicht unbedingt fröhlich unterhalten aus dem Kino. Aber sehr gerührt und sensibilisiert für die Hintergründe der indischen Geschichte.

Hugh Bonneville (Lord Mountbatten), Gillian Anderson (Lady Mountbatten), Manish Dayal (Jeet), Huma Qureshi (Aalia) spielen alle wirklich großartig. Den meisten Applaus bekam Gillian Anderson.

 

Der letzte große Auftritt von Schauspieler Om Puri (starb im Januar diesen Jahres) wurde von den wissenden Zuschauern im Saal der Berlinale-Palastes mit Szenenaupplaus bedacht.

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Newton – ein Prinzipienreiter in Hochform

Der indische Film „Newton“ feierte auf der Berlinale seine Weltpremiere und das laut lachende Publikum dürfte den anwesenden Filmemachern und Schauspielern sehr gefallen haben.

Feinsinnigen Humor sucht man in indischen Filmen leider oft vergebens, denn die Inder mögen anscheinend eher den gröberen Slapstick-Humor. Umso freudig überraschend, dass Newton mit einer ganz besonderen Art von Witz unterhält. Sarkastisch satirisch wird hier die Demokratie in Indien beleuchtet. Newton, gespielt von Rajkummar Rao, ist ein wahnsinnig korrekter Büroangestellter, dem die korrekte Durchführung seiner Arbeit sehr am Herzen liegt. Das ist urkomisch, wenn solch ein Mann versucht, in einem gefährlich umkämpften Dschungelgebiet korrekte Wahlen mit der rebellischen indigenen Bevölkerung vor Ort durchzuführen, die so gar kein Interesse daran hat, irgendwelche weit entfernten, nie gehörten Politiker aus Delhi zu wählen. Dem Unwillen des Militärs vor Ort, sich in das umkämpfte Gebiet zu begeben, entgegnet er mit seiner stoischen Art, seine Aufgabe als Wahlhelfer durch zu ziehen, komme was da wolle. Und da nimmt die Situationskomik sehr absurde Seiten an, über die man herzlich lachen kann, aber am Ende hat er seinen persönlichen Sieg errungen. Die Filmemacher wollten zeigen, dass auch ein Mensch alleine die Dinge verändern kann mit seiner unerschütterlichen Art, sein Ziel zu erreichen und wenn es mehr Newtons auf der Welt gäbe, wäre es eine viel bessere Welt. Das mag wohl stimmen. Ich persönlich wäre wohl eher einer der Wahlhelfer gewesen, die diese Sache nur mit machen, weil sie deswegen einmal mit dem Hubschrauber fliegen durften^^

In einer Szene wird die Gegend der Rebellen als „Pakistan“ bezeichnet, da Pakistan in Indien einfach als Synonym für „Feind“ steht. Der Regisseur wollte darauf hinweisen, dass die Medien immer ihre Überzeugungen darstellen wollen und man den Medien immer kritisch gegenüber stehen sollte.

Ich habe diesen Humor genossen und möchte jetzt am liebsten auch an der Seite von Newton versuchen, bürokratische Strukturen in die Wildnis zu bringen. Nichts scheint absurder.

Ganz besonders hat mir auch das Militäroberhaupt gespielt von Pankaj Tripathi gefallen. Er meinte zwar bescheiden, dass Rajkummar Rao so gut spielte, dass er gar nicht groß schauspielern musste, aber die beiden waren schon echt ein ganz besonders humoristisches Duo.

 

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Sairat – Freier Geist in gesellschaftlichen Ketten

Ich war mir nicht sicher, ob mir nach 4 Nachtschichten und wenig Schlaf nicht beim Film schauen die Augen zufallen würden. Aber der Film war so unglaublich wachrüttelnd, dass in keiner Sekunde an Schlaf zu denken war.

Regisseur Nagraj Manjule ist aufgewachsen mit den typischen realitätsfernen Bollywoodfilmen, in denen es meist ein Happy End gibt. Dem wollte er unbedingt das wahre Leben der indischen Gesellschaft entgegnen und auf die Leinwand bringen…das gelingt ihm mit Sairat so außergewöhnlich, dass es der Film an Dramatik und Emotionalität locker mit jedem Bollywoodfilm aufnehmen kann. Und das ganz ohne bombastische SpezialEffekte, berühmte Schauspieler und westliche Urlaubsparadieswelten der schönen Bilder wegen. Das Leben schreibt immer noch die berührendsten Geschichten. Auch wenn der Film nicht auf einer konkreten wahren Geschichte basiert, so könnte es doch jederzeit genauso passieren.

Es ist eines der süßesten Liebespaare, das ich je gesehen habe. Die wunderschöne Aarchi strotzt nur so voll Selbstbewusstsein, lässt sich von niemanden etwas sagen, schon gar nicht von Männern, die sie auch schon mal von der Badestelle vertreibt. Sie fährt Motorrad und Traktor. Taffer geht es kaum. Wie sollte man sich da nicht in sie verlieben. Dem erfolgreichen Cricket-Kapitän Parsha verdreht sie mächtig den Kopf. Ach was kann das Verliebtsein schön sein! So schön, dass der ganze Saal im Kino gleich mit verliebt ist in die Liebenden. Haaach. Es könnte alles so schön sein…wenn es nicht zwei Verliebte aus unterschiedlichen Kasten wären. Das darf nicht sein. Und was nicht sein darf, wird mit Gewalt getrennt.

In ihrer Verzweiflung fliehen sie und landen letztlich ohne Geld im Slum. Eine riesige Probe, auf die ihre Liebe gestellt wird. Obwohl sie ihr Bestes geben, ist Aarchi schnell mit dem beschwerlichen Leben im Slum ohne Familie, Freunde und Hoffnung am Ende ihrer Kräfte. Die Streitereien bringen sie fast auseinander, aber ohne einander wollen und können sie nicht leben und so finden sie den Weg, ein eigenes schönes Leben aufzubauen. Wo Bollywoodfilme aufhören, wenn die Liebenden sich nach dramatischen Ereignissen gefunden haben, da fängt Sairat an, das wahre Leben zu zeigen. Was nach dem Verliebtsein kommt, wenn der hoffnungslose Alltag die Liebe fast erdrückt, das gehört nun mal auch zum Lieben dazu. Dafür liebe ich diesen Film.

Der Regisseur bat darum, das Ende des Films nicht zu verraten, da es ein sehr überraschendes Ende ist. Es war tatsächlich so überraschend, dass viele im Saal ihren Schock darüber lauthals mit „Oh nein!“ äußern mussten. Das habe ich noch selten so erlebt. Soviel Mitgefühl mit der Geschichte, als wären es unsere besten Freunde. So tief drin in der Geschichte, als wäre alles genauso geschehen. Nach dem Film belagerten viele Zuschauer den Regisseur, um sich ihre Aufgewühltheit von der Seele zu reden und ihm zu Recht ihre Bewunderung über diesen besonderen Film entgegen zu bringen.

Ich hoffe, er macht noch weitere solche realistischen Filme. In Indien startet er erst noch, daher kann man über die Reaktionen in Indien noch nichts sagen. Das Berlinale-Publikum war zumindest beeindruckend bewegt und absolut mitgerissen. Unbedingt sehenswert! Ich liebe diesen Film!

https://www.facebook.com/Sairatmovie 

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Regenbogen macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso

Dhanak

Berlinale Beschreibung

Dhanak – Rainbow – Regenbogen

Ein regenbogenkotzendes Einhorn ist ja nichts gegen diesen Film. Angekündigt als farbenfrohster Kinderfilm der Berlinale, zeigte er ein buntes Rajasthan, wie es bunter nicht sein könnte. Selbst die Turbane waren in Regenbogenfarben getaucht. Volle Farbdröhnung voraus!

Ja, ich war hier in einem Film für Kinder. Das wurde mir schlagartig bewusst, als gefühlte 30 Schulklassen um mich herum lärmten. Und als eine Frau live in deutsch übersetzte, wo ich sonst nur englische Untertitel lese. Und als dem Regisseur am Ende des Film helle Begeisterung entgegenschlug und er mit vielseits interessierten Fragen bombardiert wurde und trotzdem nicht alle Fragenden zum Zuge kommen konnten. Das Erwachsenenpublikum ist da meist abgegessener. Leider konnten die beiden kleinen Hauptdarsteller nicht mit nach Berlin kommen, da die Visa nicht rechtzeitig fertig wurden. Also bitte! Sie hätten das begeisterte Berlinale-Kinderpublikum so genossen!

In Indien werden Filmschauspieler wie Götter verehrt. Die weiblichen Fans bevorzugen meist den weichgespülten Romanzenhelden Shahrukh Khan, während die männlichen Fans den muskelbepackten und obercoolen Salman Khan verehren und gern wären wie er (ich finde ja beide toll). Auch das Geschwisterpaar Pari und Chotu teilen sich in diese Fanlager auf. Sie sind nach einem tragischen Unfall der Eltern Waisenkinder und leben bei Onkel und Tante. Chotu wurde nach einer Krankheit blind. Als seine Schwester Pari ein Plakat sieht, auf dem Shahrukh Khan Hilfe durch eine Augenoperation verspricht, schreibt sie ihm sofort Briefe mit Bitte um Hilfe. Die Zeit drängt. Sie hat ihrem Bruder versprochen, dass er zum 9ten Geburtstag wieder sehen kann. Als Pari erfährt, dass der große Shahrukh Khan 300km entfernt in der Wüste einen Film dreht, gibt es kein Halten mehr. Sie büxen aus und begeben sich auf eine lange Reise.

2 Kinder allein unterwegs durch Indien. Wahrscheinlich nur in Indien möglich. Und überall gibt es Hilfe für sie. Nette Menschen überall, die sie jeweils ein Stück weit mit nehmen. Auch als zwischenzeitlich die bösen Menschen ins Spiel kommen, wird ihnen wiederum geholfen. Und sei es durch eine blinde alte Frau, die in ihren Steinen gelesen hat, dass sie Hilfe brauchen. Erscheint doch alles sehr unrealistisch und fantastisch. Aber wie der Regisseur am Ende des Films beteuerte, es gibt Hoffnung, es gibt sie, diese guten Seiten in Indien. Yeah!

Das schöne ist: der Film unterschlägt nicht die schlechten Seiten von Indien. Es werden viele problematische Themen angesprochen, aber sehr kindgerecht und so bleibt der Spaß trotz ernster Themen zu jeder Zeit erhalten.

Zum Glück ist es ein Kinderfilm, sagte ich mir in brenzligen Situationen. Ist doch klar, dass er gut ausgehen wird. Man kann doch all diese Kinder hier nicht ins Unglück stürzen mit einem dramatischen Ende! Bitte! Puh! Alles wurde gut. Was für eine fantastische Reise mit einem Regenbogen-HappyEnd für Chotu. Hahhh!

Wie der Regisseur erzählte, casteten sie hunderte Paris und Chotus, bis sie die beiden für sie Richtigen gefunden hatten. Keine echten Geschwister, obwohl so echt gespielt. Während des Drehs riefen sie sich auch immer mit Filmnamen und am Ende ging Chotu seiner Filmschwester genauso auf die Nerven wie im Film. Wirklich herzlich die beiden, selbst beim Streiten. Chotu ist im wahren Leben nicht blind und wurde vom Regisseur auf eine Blindenschule geschickt, damit er sieht, wie sich Blinde verhalten. Das hat er dann tatsächlich auch bemerkenswert hinbekommen.

Ein Auftritt des echten Shahrukh Khan hätte viermal so viel wie der Film gekostet. So blieb er weitgehend unsichtbar. Auch wenn sich der ganze Film um ihn dreht. Jeder ist in irgendeiner Art und Weise mit ihm befreundet, jeder hat seine persönliche Shahrukh Khan Geschichte (ich ja auch, hihi). Er hätte doch diesem liebevollen Film mal eine Sekunde seiner Göttlichkeit spenden können! Naja, ok, da spricht der Shahrukh Khan Fan in mir…der Film ist auch ohne ihn wunderbar…und ich hoffe, er wird sich ärgern, dass er nicht dabei war, wenn er von dem wunderbaren Film erzählt bekommt. Auch wenn der Release in Indien auf sich warten läßt.

In sportlichen 33-Drehtagen abgedreht, dann in 6 Monaten schnellstens fertig gestellt, um pünktlich zur Berlinale dem begeisterten Publikum präsentiert zu werden. Nicht schlecht Herr Specht. Sein 100% echtes Indien hat Regisseur Nagesh Kukunoor meisterhaft auf die Leinwand gebracht. Farbenfoh, witzig, mitreißend, spannend, fantastisch, herzerwärmend, musikalisch…nicht nur für Kinder ein Filmgenuss. Und der Begeisterung der Kinder nach zu urteilen, ganz gewiss nicht nur ein Film für ausgesprochene Indien-Fans wie mich.  Ein Herz für Kinder und Inder ❤ Gott, was bin ich weichgespült von diesem Film 🙂

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Highway – eine Reise ins Ich

Die Filmbeschreibung las sich so locker und leicht: Die Tochter eines wohlhabenden Mannes wird aus Versehen, kurz vor ihrer Hochzeit, bei einem Überfall entführt. Die Entführer haben gar keinen Plan, was sie mit der wertvollen Beute machen sollen und wollen sie erst einmal möglichst weit von Delhi wegschaffen. Damit beginnt der Roadmovie, in dessen Verlauf sich Veera und der Verbrecher Mahabir näher kommen. „ein moderner Bollywood-Film mit opulenten Bildern, up-and-coming Stars und einem grandiosen Soundtrack von A. R. Rahman.“ (Berlinale-Beschreibung„)

Haaaaaaaaaa! Was da auf einen zukommt, ist nicht einfach nur ein netter Roadmovie mit tollen Bildern, es wird einem verdammt nochmal das Herz zerreißen, weil da noch ein ganz anderes Thema aufkommt, das ungeheuer schwer wiegt. Nach „Monsoon Wedding“ einer der wenigen Filme über sexuellen Missbrauch, der meiner Meinung nach mindestens ebenso erfolgreich sein wird.

Ich muss immer wieder den Kopf schütteln, weil alles so unrealistisch und nicht wirklich ernst zu nehmen anfängt. Die entführte Veera findet plötzlich Gefallen an ihrer Entführung und ihren Entführer eigentlich ganz niedlich, und der räumt ihr mit der Zeit auch immer mehr Freiheiten ein. Na klar, ein Verbrecher, der sonst mordet und ziemlich verbittert ist, wird irgendwann nett zu seinem Opfer. Das ist der übliche Bollywood-Fantasie-Teil. Bei einer Polizeikontrolle hätte Veera die Chance, entdeckt zu werden und nach Hause zurückzukehren. Sie aber versteckt sich und bliebt unentdeckt, weil sie einfach nicht dahin zurück will. In das Gefängnis aus guten Manieren, Verhaltensregeln und…dem Leid, das sie als Kind in ihrem Elternhaus ertragen musste. Als ihr Onkel sie missbrauchte.  Absolut nachvollziehbar…aber wie passt das jetzt in diesen Film und was bitte soll jetzt aus diesem Roadmovie werden? Weiter gehts mit dem Truck durch tolle indische Landschaften, es wird immer heiterer und beschwingter, Veera genießt anscheinend zum ersten Mal ihr Leben und es macht soviel Spaß, ihr dabei zuzuschauen, dass man am liebsten ewig dabei sein möchte, einfach weiterfahren, nie wieder zurückkehren und nirgendwo ankommen müssen. Wunderschön! Mahabir traut sich nicht, die Liebe von Veera anzunehmen, er hat sie schließlich nicht verdient und bricht fast zusammen, als sie kleine Familie in einer Hütte am Rande des Kashmir-Gebirges spielen. Aber wie es so kommen muss, irgendwann ist Schluss mit Lustig, die Polizei findet die beiden, Verbrecher tot, Veera muss nach Hause. Als sie dort aber einfach so weitermachen soll,  wie geplant, heiraten, gute Miene machen, sich „normal“ verhalten, da brechen all die Jahre des Schweigens aus ihr heraus und sie räumt ordentlich auf mit diesem Geflecht aus Schweigen und Verhaltensregeln. Und dieser Schrei der Befreiung geht so unglaublich in Mark und Bein, dass man aus diesem Film auf jeden Fall verwundet herausgeht. Aber er ist trotz des ergreifenden Themas so wunderschön unterhaltsam gemacht, dass man aus einem Mix aller Emotionen nachhaltig beeindruckt entlassen wird. Ich hätte nie gedacht, dass man sich dem Thema auf diese Art und Weise nähern kann. Einfach überraschend genial und anregend zum wiederholten Sehen. Ich frage mich, ob man das tatsächlich so gut schauspielern kann, oder ob da eigene Erfahrungen eine Rolle spielen. Eine wahnsinnige Leistung von Jungschauspielerin Alia Bhatt, oscarreif! Dieser Film ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

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Papilio Buddha – Das Leiden der Unberührbaren

Vor der Aufführung dieses Films herrschte im Kino noch ein heiteres Scherzen und Lachen, das Berlinale-Publikum war ausgelassen und heiter, und überlegte über die Sitze hinweg, was es denn von diesem Film erwarten könnte. Irgendwo hatte er schon sehr gute Bewertungen erhalten, andere haben ihn einfach nach dem Motto „Auf gut Glück“ ausgewählt. Es konnte wohl niemand ahnen, welch schwere Kost sie zu dieser späten Stunde noch vor sich haben würden. Am Ende des Films war alle Heiterkeit verflogen und die sichtlich getroffenen Zuschauer hatten jede Menge Fragen an den Regisseur.

Es geht um das Leben der Dalits, die Kastenlosen oder Unberührbaren, die in Indien einen brutalen Kampf um Landrechte führen und ständiger Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt ausgeliefert sind. Kampflos wollen sich die Dalits dem nicht hingeben, aber dieser Kampf und alle möglichen Fluchtwege scheinen aussichtlos. Shankaran hilft z.B. einem amerikanischen Schmetterlingsforscher mehr als nur mit seinen Diensten, seltene Schmetterlingsarten zu fangen. Er bedient auch dessen homosexuellen Neigungen, da er den Amerikaner als Fluchtweg in die USA sieht. Er erträumt sich ein neues Leben in einem anderen Land, bis ihm klar wird, dass er auch dort immer ein Unberührbarer sein wird.  Nachdem eine Unberührbare, eine Lehrerin, es wagt, sich gegen aufdringliche Männer zu wehren, wird sie grausam geschlagen und massenvergewaltigt. Sie entrinnt nur knapp dem Tod, aber von der Politik haben sie keine Hilfe zu erwarten, und schon gar nicht von der Polizei, in deren Augen sie nur Terroristen sind.

Die zwei Inder neben mir meinten nach dem Film, dass es der schrecklichste Film sei, den sie je gesehen haben. Sie hätten eine Lösung für dieses Problem erwartet. Die reine Dokumentation der Leiden der Dalits war es für sie ein sinnloses Unterfangen. Aber genau das ist es, was dieser Film in die Welt tragen will: Seht her, das ist grausame Realität in Indien. Es geht nicht um eine Lösung, denn die gibt es nicht, so der Regisseur. Selbst wenn die Dalits wie im Film einer anderen Religion wie dem Buddhismus übertreten, sie werden dann Dalit-Buddhisten sein. Die Christen vor Ort haben separate Kirchen, eine für die Dalits. Die Einordnung als Dalit erfolgt unabhängig von der Religion.

Der Film fiel in Indien der Zensur zum Opfer. In seiner Orginialfassung, wie wir ihn gesehen haben, darf er in Indien nicht gezeigt werden. Dort mussten 56 Szenen herausgeschnitten werden. Insbesondere die Szenen, in denen vor keinen politischen Tabus Halt gemacht wird und z.B. Gandhi-Anhänger angeklagt werden, dass sie gegen die Dalits kämpfen, statt für sie.

Auf die Frage aus dem Publikum, warum nicht mehr solcher politischen Filme in Indien gedreht werden, antwortete der Regisseur: „Bollywood rules“. Filme in Indien werden nur finanziert, wenn sie ein Massenpublikum ansprechen und nicht der Zensurbehörde zum Opfer fallen. So hat der Regisseur diesen Film allein mit ein paar Freunden finanziert. Viele Schauspieler sind Freunde. Die Dalits wurden auch hauptsächlich von wirklichen Dalits gespielt, darunter etliche Aktivisten.

Nachhaltig schwere Kost. Nicht nur, weil der Film mit ungewohnt ruhigen Bilder die Gewaltsszenen noch brutaler erscheinen läßt, sondern weil er die Unterdrückung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe so schonungslos darstellt, dass man es kaum ertragen kann. Aber es muss gezeigt werden, dieses Leid darf keiner Zensur oder realtitätsfernen Filmindustrie zum Opfer fallen. Die Dalits müssen Gehör finden, und sei es über solch einen Film.

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Berlinale 2013 – Weltpremiere von Kai Po Che: wenn Religionshass Freundschaften tötet

Der Film basiert auf dem Roman „The 3 Mistakes of My Life” von Chetan Bhagat, der auch schon für die wunderbar tiefgründige Komödie „3 Idiots“ die Romanvorlage lieferte. In „Kai Po Che“ geht um das Leben dreier Freunde im indischen Gujarat und „Kai Po Che“ ist eine dort verwendete Phrase, die soviel wie “I have cut“ heißt und sich auf eine Szene beim Drachenfest bezieht. Das Ziel bei diesen Festen ist es, die Drachen der anderen mit seinem eigenen Drachenseil abzuschneiden und den eigenen Drachen so lange wie möglich in der Luft zu behalten.

Der Film handelt vom Leben der drei Freunde Govind, Ishaan und Omi. Govind ist ein eher unscheinbarer junger Mann, dessen größtes Ziel ist, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden. Ishaan ist ein absoluter Cricket-Fan, Cricket steht an erster Stelle in seinem Leben und ein Sieg für Indien bedeutet ihm alles. Omi ist der Sohn eines Hindu-Priesters. Sein Onkel ist der Anführer der Hindu-Partei. Die drei eröffnen erfolgreich einen Sport-Shop, der auch Cricket-Coaching anbietet. Govind ist nun dem Ziel näher, viel Geld zu verdienen, Ishaan kann seine Cricketleidenschaft zum Beruf machen und Omi verbringt einfach nur gern Zeit mit seinen Freunden. Bald entdeckt Ishaan bei den Coachings den supertalentierten Ali, ein hervorragender Cricket-Schlagmann. Ishaans erklärtes Ziel ist es nun, Ali für die indische Cricketmannschaft zu trainieren, um bei den Weltmeisterschaften irgendwann dank dieses Naturtalents einen Sieg zu erlingen. Ali ist aus der muslimischen Nachbarschaft und lernt gern von Ishaan. Govind indessen versucht der jüngeren Schwester von Ishaan Mathematik beizubringen…dabei kommen sie sich näher. Und Omi hilft seinem Onkel bei den Vorbereitungen für die Wahlen. Bis dahin ist alles noch Bollywood-typisch. Friede, Freude, Erfolge und ein Liebespaar, das pure Glück. Doch dann kommt es zu dem dramatischen historischen Ereignis im Jahre 2001. Ein Erdbeben erschüttert die Gegend und es kommen 18.000 Menschen zu Tode. Dies betrifft auch die drei Freunde, die bereits in einen größeren Sport-Shop investiert hatten. Govindas Träume von einem erfolgreichen Geschäft zerbrechen jäh und als Ishaan versucht, Ali und seiner Familie zu helfen, die wie die meisten in den zerstörten Häusern nicht mehr leben können, kommt es zu einer dramatischen Szene. Im Ayodhya –Tempel wird allen Obdach gegeben…nur den Muslimen nicht. Ishaan rastet aus und macht dabei keinen Halt vor seinem Freund Omi, der ebenfalls am Tempel die Organisation über die hilflosen Menschen überwacht. Es hilft alles nichts, den Muslimen wird keine Hilfe gewährt. Nun folgen auch noch die gewaltsamen Hindu-Moslem Zusammenstöße aus dem Jahre 2002, in deren Folge tausende Menschen grausam sterben müssen. Im Film wird einer dieser brutalen Übergriffe von Hindus auf Moslems dargestellt. In dieses Massaker sind auch die drei Freunde verwickelt…auf der einen Seite Ishaan, der seinen Cricketschützling Ali mit Hilfe von Govinda schützen möchte, auf der anderen Seite Omi, der Rache für seine getöteten Eltern nehmen will. Es kommt zu einem dramatischen Finale, welches ich nicht vorwegnehmen möchte, aber es blutet einem das Herz dabei, weil man weiß, dieses Grauen ist wirklich passiert! Der blinde Hass schreit einem entgegen.

Laut Presseberichten wollte in diesem Film keiner der großen Bollywood-Stars mitspielen, weil sich 3 Darsteller den Ruhm teilen müssen. Ich denke allerdings, dass sich auch niemand an dieses heikle Thema traute, möglicherweise hatte man Angst vor den Reaktionen der Zuschauer. Der Film benötigt aber auch keine großen Stars, das Thema ist stark genug und die nicht ganz so bekannten Schauspieler sind überzeugend. Ich bin mir nicht sicher, ob der Film in Indien das große Publikum findet und gemocht wird, denn hier wird ein sehr dunkles Kapitel Indiens aufgearbeitet und zwar schonungslos, man spürt den sinnlosen, alles überwältigenden Hass zwischen den Religionen. Ich könnte mir den Film deswegen auch nicht unbedingt ein zweites Mal ansehen, trotz der starken, schönen, unvergesslichen Bilder. Aber es ist gut, dass diese Ereignisse auch auf die Leinwand gebracht werden, damit dies nie vergessen wird und der Finger auf die schmerzhafte Wunde der unendlich währenden Konflikte zwischen Hindus und Moslems gelegt wird.  

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Berlinale 2013: Weltpremiere von „Powerless“ – ein spannungsgeladener Dokumentarfilm

Powerless ist ein Dokumentarfilm über die Stromversorgung der indischen Großstadt Kanpur, stellvertretend für ganz Indien und belichtet all die Umstände, die zu einem schier unlösbaren Stromversorgungsproblem führen. In Kanpur großgeworden, kennt der Regisseur den Protagonisten Loha Singh selbst sehr gut und vor allem hat er die existenzgefährdenden Blackouts hautnah miterlebt. Loha Singh ist in Kanpur eine Legende, weil er einst einen explodierenden Transformator überlebt hat. Seine Hände sind gezeichnet von seiner lebensgefährlichen Aufgabe, ärmere Familien und Kleinstunternehmer mit Strom zu versorgen, und zwar mittels „Katiyas“, Leitungen, die den Strom illegal abzweigen. Er hat etliche Brandwunden und durch Stromeinschläge verunstaltete Finger. Seiner Mutter macht er damit das Leben schwer, sie hat ihm schon etliche Krankenhausaufenthalte finanzieren müssen, aber er kann nichts anderes und sieht sich als eine Art Held, gegen die großen Energiekonzerne zu kämpfen und den Armen zu helfen, die sich keine zwei Mahlzeiten leisten können und erst recht keinen Strom und den kleinen Fabriken, deren Existenz so sehr abhängig sind vom Strom. Auf der Gegenseite kämpft Mrs. Ritu Maheshwari vom Stromkonzern KESCO. Sie versucht, gegen die illegalen Stromabzweigungen zu kämpfen und die Leute zum Bezahlen ihrer Stromrechnungen zu bewegen, denn ohne dieses Geld kann weder in die Verbesserung der Infrastruktur, noch in den Ausbau der Kraftwerke investieren und immer weniger Strom produziert werden.

Powerless

(Bildquelle: http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id…)

Diese beiden Seiten werden so neutral beleuchtet, dass der Zuschauer sich sehr gut in beide Betrachtungen hineinversetzen kann. Man steht zwar wieder machtlos vor einem schier unlösbaren Problem, denn wie der Film zeigt, wird sich auch in den nächsten Jahren wohl nichts an dieser fortschritthemmenden Situation ändern, wenn Korruption und Politik jegliche Veränderung verhindern. Die Politiker versprechen jedes Jahr Besserung, aber niemand schafft es, die bisherigen Strukturen aufzubrechen. Auch nicht  Mrs. Ritu Maheshwari, die am Ende ihren Posten abgeben muss. Gewiss, es gibt auch die „VIP“-Bereiche in den Städten, wo die Reichen wohnen. Dort funktioniert die Stromversorgung weitaus besser, die Infrastruktur ist besser ausgebaut, die Transformatoren sind neu, die Kabel hochwertiger. Aber der Rest der Stadt ist Gott überlassen.

Es sind spannungsgeladene Bilder, die der Zuschauer zu sehen bekommt. Überall sprühen Funken. Da wird dann mal eben etwas Wasser auf einen brennenden Transformator gegossen oder mit nasser Erde beschüttet. Lebensgefährliche Situationen am laufenden Band, aber bittere Normalität. Wenn es zu den Blackouts kommt, erfährt der Zuschauer, was diese Stromausfälle alles nach sich ziehen. Kein Wasser, alle Maschinen stehen still, nichts geht mehr. Als Notbehelf gibt es überall Dieselgeneratoren, die die ganze Stadt mit Abgasen belasten. Besonders schlimm ist es für das Krankenhaus, in denen die Minuten der Überbrückung des Stromausfalls schon über Leben und Tod entscheiden können.

Die abenteuerliche Stromversorgung war mir schon in dem wunderbaren Film „Outsourced“ aufgefallen. Nach einem Wasserschaden muss das CallCenter kurzerhand aufs Dach ausweichen und ein kompetenter Stromleitungsbastler kann helfen, dass das CallCenter ohne große Umstände schnellstmöglich wieder an den Stromkreislauf angeschlossen werden kann.

Outsourced

(Bildquelle: OUTsourced)

Das war schon sehr beeindruckend, aber nochmal so ausführlich und im realen Leben diese Bedingungen vor Augen geführt zu bekommen, die für uns stromverwöhnten Menschen schier unglaublich scheinen, war schon fantastisch und wird sicher noch lange nachwirken.

Zum Hintergrund ist noch zu sagen: eine Drehgenehmigung für diesen Dokumentarfilm zu bekommen schien nahezu unmöglich. Die Filmmacher hatten schon mit so vielen Leuten gesprochen, aber es bewegte sich nichts. Bis eines Tages, es war gerade im Umbruch der Wahlen und einige wichtige Leute wurden durch andere ersetzt, ein Teammitglied auf die Idee kam, die Regisseuren als Nichte eines dieser neu eingesetzten Politiker vorzustellen. Prompt gab es eine Unterschrift für das Filmprojekt, das schon fast nicht mehr realisierbar schien. Ein Glück für alle Zuschauer.

Insgesamt hat das Team 50 Stunden Film produziert, aus denen dann 80 Minuten Hochspannung produziert wurde.  Hoffentlich explosiv genug, um tatsächlich eine bewegende Diskussion über dieses Thema anzuregen.

 

 

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Berlinale 2011: Patang (The Kite)

Patang (The Kite) liefert wundervolle Bilder des Drachenfestes in Ahmedabad untermalt mit mitreißender Musik. Es fühlt sich an, als wäre man tatsächlich vor Ort und erlebt mit dieser Familie das Drachenfest. Leider blieb es für mich dabei, nur Betrachter zu sein. Weder die Figuren, noch die Geschichte haben mich emotional tiefer hineingezogen. Das Drachenfest, urprünglich eine muslimische Tradition, wurde mit der Zeit auch von der nichtmuslimischen Bevölkerung übernommen. Ziel bei diesem Fest ist es nicht, den Drachen so lange wie möglich oben zu halten, sondern andere Drachen abzuschneiden. Dazu gibt es sehr viel zu Essen, die ganze Stadt feiert dieses Fest zur Freude der Kinder. Die Gefährlichkeit dieser Feierlichkeit wird nur am Rande angedeutet, denn es gibt regelmäßig sehr viele Unfälle. Einerseits durch von den Dächern stürzenden Menschen, da die Dächer kaum gesichert sind. Auch die Schnüre sind sehr gefährlich, wenn sie an Stromleitungen gelangen oder wenn sie gefährliche Schnittwunden verursachen, denn das Ziel ist ja das Zerschneiden der anderen Drachenschnüre und so werden diese Schnüre aufs äußerste scharf präpariert, z.B. mit Glas. Aber was zählt, ist eben der Profit, den man mit diesem Fest erzielen kann. Und darum geht es auch in der Familiengeschichte, wo der Profit mehr zählt, als die Familie. Außergewöhnlich fand ich die Darstellung der Tochter, gespielt von Sugandha Garg, die auch schon in „My Name is Khan“ als Reporterin mitspielte. Anders als in Ahmedabad, wo sie nur selten zu Besuch ist, lebt sie in Delhi scheinbar ohne traditionelle Einschränkungen einen eher westlichen Lebensstil. So sucht sie sich für den Abend einen jungen Mann, mit dem sie einfach nur Spaß haben kann. Schließlich kommt es in der Nacht auch zu heißen Küssen zwischen den Beiden. Während es für den jungen Mann etwas Besonderes ist (es ist auch der erste Filmkuss für den Darsteller) und er sogar von Liebe redet, macht sie ihm klar, dass sie nur ein bisschen Spaß haben wollte, mehr nicht. So einen Frauentyp sieht man sonst ja eher selten und scheint wohl nur möglich, weil der Regisseur in den USA lebt.

http://www.patang.tv/

http://www.facebook.com/patangfilm

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Berlinale 2011: Aamir Khan gutgelaunt in Berlin

Inzwischen hat die Belagerung des Hotels, in dem Aamir und die anderen Berlinale-Juroren residieren, schon zugenommen. Trotzdem lassen sie es sich nicht nehmen, sich auch zu Fuß auf den Weg zu den Pressevorführungen zu machen. Als Aamir nun heute die wartende Menge Autogrammjäger auf seinem Weg dorthin sah, gab er zu verstehen, dass er das auf nach der Vorführung verschieben müsste, da die Zeit schon ziemlich knapp war. Die Autogrammjäger waren damit sehr zufrieden und so folgte der Jury eine Traube aufgeregt kichernder Fans, währendessen Aamir sich angeregt mit Isabella Rosellini unterhielt. Zwischendurch hatte er aber immer wieder einen sehr lieben Blick für die Fans. Seine Natürlichkeit ist einfach ausgesprochen angenehm und faszinierend. Ob es danach wirklich zur Autogrammstunde kam, weiß ich nicht zu sagen, da ich mir zu der Zeit den Film „Patang“ anschaute. Aber vielleicht weiß ja jemand von euch, wie die Geschichte weiterging…

 

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