Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Kusum Misra – Eine taffe Inderin mit Herz und Verstand

Ich habe gerade den Film „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“ gesehen und abgesehen davon, dass die Lösung, zu der der Filmemacher am Ende kommt, nicht neu ist…ich selbst habe erlebt, wie sehr Selbstversorgung in der DDR das „Überleben“ sichern konnte…werden in diesem Film wahnsinnig tolle Menschen mit spannenden Projekten porträtiert, wie eben Kusum Misra aus Balasore in Indien.

Sie hat in Balasore eine Saatgutbank aufgezogen, deren vielfältige Samen (über 700 Ur-Sorten) den Extremen wie Überschwemmungen, Versalzung und auch Trockenheit gewachsen sind. Sehr beeindruckend ein Feld, auf dem Hybridreis, verkauft von Großkonzernen wie Monsanto und Bayer, einer Überschwemmung zum Opfer gefallen sind. Alle Hybridpflanzen vernichtet. Daneben die ursprünglichen Sorten, die sich auf natürlichem Wege solchen Bedingungen angepasst haben, standen wie eine 1. Neu war mir, dass der Konzern Bayer sogar noch mehr Patente auf Saatgut hat als Monsanto. Die von diesen Großkonzernen hergestellten Hybride darf man nur dort kaufen, kein Saatgut selbst davon züchten. Es werden 20% mehr Ernte versprochen. Aber: diese Pflanzen brauchen Dünger, Pestizide und sind gegen solche Umweltbedingungen wie Dürre und Überschwemmung gar nicht gewappnet. Dieser Abhängigkeit der Kleinbauern, die gerade auch eine Lösung in der Problematik gegen den Hunger in der Welt sind, stellt sich Kusum Misra beeindruckend mit ihrer Saatgutbank, gesammelt in schwarzen Tontöpfen, entgegen. „Die Saat soll den Bauern gehören, nicht den Unternehmen. Wenn Sich die Bauern darauf einlassen, sind sie Gefangene der Konzerne“ erklärt Kusum Misra im Film. Ihrem Vorbild zufolge gibt es schon inzwischen schon viele weitere solcher Samenbanken. Grandios!

Absolut erschreckend ist dagegen die Entwicklung, dass die Inder immer mehr Fleisch insbesondere Geflügel essen wollen. Noch ernähren sich 40% der Bevölkerung vegetarisch, aber es wäre ein Supergau, wenn sich die Bevölkerung, die bald größer sein wird als in China, genauso ernähren würde, wie wir. Mit Massenproduktion an Fleisch. Ausgerechnet an der deutschen Firma Wiesenhof hat sich die Suguna Hühnerfabrik in Indien orientiert, was die Geflügelproduktion betrifft und ist sogar noch produktiver.

Auf jeden Fall ein empfehlenswerter Film, deren Protagonisten Mut machen.

weiterführende Artikel über den Film:

http://blog.oxfam.de/bismarck-osten/kommentar-zum-film-10-milliarden-wir-werden-alle-satt

http://www.misereor.de/blog/2015/04/17/kinotour-10-milliarden-wie-werden-wir-alle-satt/

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Delhi – wer suchet, der findet auch hier Schönes

Mit Delhi stand ich etwas auf Kriegsfuß. Es erinnerte mich zu sehr an Berlin mit seinen grummeligen Bewohnern, allzeit gehetzt und genervt. Großstadt eben. Da sind Touristen erst recht zuviel.

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Dazu ein Regentag, ein Kotzerama, ein heruntergekommenes Business-Hotel, in dem Nachts alle 10 Minuten der Stromgenerator anspringt und das Telefon klingeln lässt…und dann der Besuch des verfallenen ungepflegten Roten Fort, das wir uns hätten sparen können.

Sollte das vom Schicksal hilfreich gemeint sein, dass mir der Abschied aus Indien somit leichter fällt?

Zum Glück gab es drei Dinge, die mich mit Delhi versöhnten:

1. Kingdom of Dreams

In diesem Entertainment-Palast werden nicht nur Musicals präsentiert, hier kann man auch in einer sehr fantasiereich gestalteten Halle mit real anmutendem Kunsthimmel in die ganze Welt Indiens eintauchen und Essen aus allen Teilen des Landes probieren.

Wir haben uns „Zangoora – Der Gypsy-Prinz“ angeschaut und ich war überwältigt von soviel meisterlicher Show…die Bühnenbilder waren unglaublich durchdacht, mal schwebte jemand von oben herab, mal erleuchteten die Leinwände mit zauberhafter Märchenweltoptik, die Bühne war voll von vor Freude tanzender Menschen, es steckte eine schöne Geschichte dahinter, die man auch verstand, wenn man nicht des Hindi mächtig ist und alles tobte und tanzte, am Ende wir alle mit…eine wahre Freude, die man unbedingt mal teilen sollte, wenn man in Delhi ist. Ich habe schon einige, meist enttäuschende Bollywood-Musicals gesehen…dieses kann ich wirklich empfehlen.

2. Farzi Cafe

Diese Art von innovativem Restaurant im Stadtteil Gurgeon habe ich selbst in Berlin noch nicht gesehen. Hier werden kulinarische Illusionen präsentiert. Gewohnte Speisen werden mit ganz anderen Zutaten neu erfunden. Auch die Darbietung der Speisen ist jedesmal erfrischend kreativ. Mal in einem Buch, mal mit Nebel. Hier werden indische Gerichte aus dem bislang gekannten Konzept in ein wirklich interessantes neues Spektrum katapultiert. Einmal überraschen lassen und staunen bitte.

Instagram-Account vom Farzi Café

3. Lodi Park

Ich liebe Parkanlagen in Städten, normalerweise sind das meine erste Anlaufstationen in einer fremden Stadt. In Delhi hätte ich alles erwartet, nur nicht solch einen schönen gepflegten Park mit dieser wirklich entspannten Atmosphäre mitten im Trubel inklusive liebevoll gestalteten Mülleimern, die die Gäste dazu bringen sollen, ihren Müll nicht wie gewohnt achtlos wegzuwerfen, sondern in diese netten Behälter. Ein Chai-Wala bringt in einem dampfenden Kessel Tee und kleine Snacks vorbei. Wir haben die Gelegenheit für ein Picknick genutzt. Das war einfach großartig und sehr entspannend.

Neben diesen 3 Highlights standen natürlich auch das India-Gate und diverse Hindu- und Sikh-Tempel auf dem Programm.

Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Madame Mallory und eine Prise Indien

Dank der gewonnenen Freikarten des India!-Magazins konnte ich mich von einem Film überraschen lassen, den ich so gar nicht unbedingt im Kino hätte sehen müssen, da ich Hollywoodfilmen mit indischen Einsprengseln etwas kritisch gegenüber stehe. Aber doch, es wurde ein sehr unterhaltsamer und amüsanter Kinoabend.

Na da hat sich ja eine Elite an den Film gemacht: Steven Spielberg & Oprah Winfrey produzierten mit dem Regisseur von Chocolat eine Romanverfilmung: eine indische Auswandererfamilie versucht mit ihrem indischen Restaurant in einem französischen Ort Fuß zu fassen, und zwar genau gegenüber eines mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants der Madame Mallory. Da enstpannt sich natürlich eine hollywoodreife Restaurantfehde, die für genug Spannung und Lacher sorgt und sich am Ende, wie sollte es anders sein, in Wohlgefallen auflöst. Auch wenn man den Roman nicht gelesen hat, die Entwicklungen im Film sind sehr vorhersehbar, aber das macht nichts. Dafür sind die beiden Kampfhähne Hellen Mirren und Om Puri einfach zu brilliant in ihrem charmanten Schauspiel. Oscarreif! Allein dafür lohnt es sich auf jeden Fall, den Film anzuschauen.

Alle Hobbyköche, Foodblogger und Freundes des guten Essens werden ihre Freude an dem Film haben. Er inspiriert und macht Lust, gleich nach dem Ende des Films aufzuspringen und etwas annähernd Leckeres zu kochen, wie man in dem Film erahnen kann. Hmmmm! Diese indischen Gewürze! Ein Omelett mit frischem Koriander & Chili kann nur gewinnen. Zum Glück habe ich die meisten Gewürze im Haus…morgen früh gibts Omelett ala Hassan.

Bevor ich während des Films den Gedanken zu Ende bringen konnte, dass mir bisher dann doch die fesselnde Emotionalität fehlte, die ich an indischen Filmen so liebe, da kam zum Ende doch noch so etwas wie großes Gefühlskino auf. So geht man dann rundum zufrieden aus diesem Film…hinaus in eine Welt, in der Integration leider alles andere als so einfach ist.

Schöne Geschichte, wunderbar umgesetzt. Wohlfühl-Kino. Und die Musik von A.R. Rahman war wieder einmal meisterhaft und gute Laune bringend.

Ich habe den Film synchronisiert gesehen…ich denke, ich muss ihn unbedingt nochmal in Originalversion ansehen. Ich finde es irgendwie unnötig, wenn die indischen Schauspieler in der Synchronisierung diesen bekannten indischen Akzent aufgedrückt bekommen. Zum Glück gab es zwischendurch auch mal ein paar originale indische Sätze zu hören, wie auch ein paar Brocken französisch. Das war eine sehr nette Sprachmischung.

http://www.madame-mallory.de/

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Ayurvedisches Fast-Food im Glück

Für diesen Laden hier muss ich einfach mal Werbung machen, auch wenn ich Gefahr laufe, dass bald so eine riesige Schlange wie vor Mustafa’s Gemüse Kebap aufläuft und man erstmal eine Stunde anstehen muss, bevor man sein „Fast Food“ in sich hineinstopfen kann. „Glück to go“ heißt der Laden und ist auch quasi um die Ecke von Mustafa und Curry36 im Bergmannkiez, gleich bei der Marheineke Markthalle.

Die Geschichte dazu ist folgende: Die Inhaber waren während ihrer Pilgerreise in Indien in einem Kloster, in dem sie sich näher mit der ayurvedischen Küche vertraut machten. Die Pommes mit der speziellen Gewürzmischung schmeckten ihnen so gut, dass sie diese auch hier in Deutschland anbieten wollten. Während es bei anderen bei dieser Idee geblieben wäre, haben die Inhaber alles perfekt in die Tat umgesetzt und eröffneten ihren „Wellfood Imbiss“ (zum Glück für mich) in Berlin.

Und wir dürfen nun von diesem Unternehmertum profitieren, indem wir die leckeren indischen Gewürze mal in einer ganz anderen und schnellen Variante genießen dürfen. Die Flying Fries waren überhaupt nicht fettig und mit einer Gewürzmischung bedeckt, die mich an Chat Masala erinnerte. Zum Flying Fries Menü gab es noch einen Wellness-Softdrink mit Rosenblütenwasser, Minze & Kardamom und eine süße Nachspeise ebenfalls mit Rosenblütenwasser. Das ganze für 6,20 Euro und ich war pappesatt und…tatsächlich lange danach noch unheimlich happy, happy, happy…

Also ich werde mich die nächsten Wochen durch den Laden probieren, ich muss ja auch noch die ganzen Burger probieren und wahrscheinlich wird er mein zweites zu Hause, wenn alles so lecker yumm yumm ist. Selbstgemacht, frisch, naturbelassen und auch immer in vegan erhältlich. Ich bin begeistert!

Glück to go
Friesenstraße 26
vis à vis Marheineke Markthalle
10965 Berlin-Kreuzberg
Tel. 030-896 202 52

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag: 11 – 21 Uhr,
Sonntag: 12 – 19 Uhr
www.glueck-to-go.de

http://www.facebook.com/GluckToGo

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Produkt im Test – Bollywood Mango Dip

Mangodip

Als ich neulich morgens an der U-Bahn ein Gratisfrühstück von Whole Earth geschenkt bekam und das Müsli sehr lecker fand, habe ich mir diese Bioprodukte-Linie natürlich einmal genauer angesehen und entdeckte neben einigen anderen Köstlichkeiten auch einen "Bollywood Mango Dip"
http://www.whole-earth.de/produkte/dips/bollywood-mango-dip.html
 

Zur Abrundung eines gemütlichen Bollywood-DVD-Abends seinen dazugehörigen Snack auch noch in einen Bollywood-Dip zu tippen, hat schon was (beklopptes?:-), brachte mich aber leider nicht auf den gewünschten Geschmack. Die Mischung ist nicht ganz gelungen: zuwenig Mango, zuviel Senf. Da gibt es sicher Dips, die besser schmecken, aber den Versuch war es ja mal wehrt.

Gesehen bei Edeka für 1,69 Euro. 

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Produkt im Test – Curry Snacks Bombay Style

Currysnack

Von Hig Hagemann gibt es einen Curry Snack im „Bombay Style“. Curry-Liebhaber werden dieses
süße Gebäck mit Erdnüssen und Curry sicher mögen. Kenner von würzigen
Snacks dieser Art werden sich an Nimko erinnert fühlen.
Gesehen bei Netto für 0,99 Euro.

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Produkt im Test – Kitchens of India

Kitchenofindia

 

Kitchens of India“ wirbt damit, dass die Produkte den authentischen Geschmack der traditionellen indischen Küche wiedergeben, das Ganze „kreiert von den Meisterköchen der ITC Hotels“ und ohne Konservierungsstoffe.
Ich habe mal die Fertigsoße „Hyderabad Korma“ mit Cashewnüssen und Kreuzkümmel probiert. Ein bisschen Gemüse und Reis dazu und mit der Soße köcheln lassen. So hat man in nur ein paar Minuten ein indisches Gericht auf dem Tisch. Ich muss sagen, es hat ganz gut geschmeckt. Und ich bin in Sachen Fertiggerichte sehr, sehr mäklig. Allerdings war es ziemlich scharf, obwohl auf dem Glas nur etwas von milder Schärfe stand. Dann möchte ich die ganz scharfen Sachen lieber nicht probieren. Auf jeden Fall für Leute, die sich nicht für einmal indisch kochen die ganzen Gewürze besorgen möchten, eine ganz nette Variante, sich die indische Küche ganz leicht nach Hause zu holen. Die Schwierigkeit wird wohl nur darin bestehen, einen Laden zu finden, wo es die Produkte zu kaufen gibt.
Gesehen bei Galeria Kaufhof für 3,99 Euro.
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Produkt im Test – Gourmet Pastete Tandoori

Allos Gourmet Pastete Tandoori ist ein würziger Brotaufstrich, der die Tandoori-Mischung aus Chili, Kreuzkümmel und Koriander in sich vereint. Der Chili-Gehalt hält sich für europäische Gaumen in Grenzen, dazu geben aber Curry und Curcuma noch zusätzliche Würze und so ist diese Pastete eine leckere Abwechslung auf dem Brot, zudem mit Zutaten aus ökologischem Anbau und durchaus zu empfehlen.

Gesehen bei BioCompany für 2,29 Euro.

 

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Produkt im Test – Bio-Cocktail Mango-Chai

Dieser alkoholfreie Bio-Cocktail besteht aus Mangomark kombiniert mit den typisch indischen Chai-Gewürzen wie Nelken, Zimt, Ingwer und Kardamom. Für den Sommer auf jeden Fall eine sehr leckere Kombination. Kann man eisgekühlt in der Flasche geniessen oder verteilt auf Gläser mit crushed Ice.

Gesehen bei biocompany für 1,39 €.

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Produkt im Test – Mango und Himbeer Lassi

 

BioBio Mango-Lassi und Himbeer-Lassi Joghurtgetränk von Netto/Plus
 
Für heiße Tage eine tolle Variante zum Abkühlen, vom alltäglichen Gebrauch aufgrund des hohen Zuckergehaltes ist allerdings abzuraten. Warum es allerdings Lassi genannt wird, vermag ich nicht zu sagen, da es eigentlich zu dickflüssig ist. Genauso gut könnte man es Joghurt nennen. Schmeckt auch so. Aber gut.
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