Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

IndoGerman Filmweek – Hotel Salvation

Morgen ist es wieder soweit: die mittlerweile 5. IndoGerman Filmweek verwöhnt uns mit vielen indischen Filmen und ich darf Tickets für die Berlin-Premiere von „HOTEL SALVATION“ (MUKTI BHAWAN) am 14. Juli um 19:30 Uhr im Kino Babylon verlosen. Anschließend an die Filmpremiere wird es ein Gespräch mit Filmemachern und Hauptdarsteller Adil Hussain geben, der einigen vielleicht als Zoodirektor in „Life of Pi“ bekannt sein dürfte. Der Film feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig und erhielt unter anderem die UNESCO Gandhi Medaillie. Bei den National Awards in Indien wurden der Film und Adil Hussain als bester Darsteller ausgezeichnet.  HOTEL SALVATION wird Ende des Jahres in den deutschen Kinos zu sehen sein. In der Komödie geht es um Rajiv (Adil Hussain) der seinen alten Vater pflichtbewusst auf eine Reise in die heilige Stadt Varanasi begleiten muss, weil dieser dort auf Erlösung hofft.

Wenn ihr Tickets für die Premiere am 14.7. gewinnen möchtet, hinterlasst mir hier einen Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht bei Twitter. Viel Glück und ansonsten schaut gern bei dem einen oder anderen Film auf der Filmweek vorbei!

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WAZIR – Schachmatt – wer verliert, gewinnt

Also eines zur Warnung vorweg: wer den Film „TE3N“ gesehen hat, darf nicht enttäuscht sein, wenn der Film nur halb so viel Spannung bietet. Es gibt einfach so verdammt viele Parallelen, dass man schnell erahnt, welche Wendung dieser Film nehmen wird. Wird das jetzt DIE ewig gleiche Rolle für Amithab?

Es geht mal wieder um verlorene Kinder, Schuldzuweisungen, Trauer, Rachefeldzüge. Als Schauspielplatz der Kashmirkonflikt.

Man muss Schach mögen…denn der ganze Film dreht sich so sehr um Schach, dass man am Ende den Film vor lauter Schach nicht mehr sieht. Am Anfang konnte ich noch herrlich darüber lachen, wie die kleinen Kinder Anti-Terror-Polizist Daanish (Farhan Akhtar) so richtig beim Schach dissen, weil er ständig verliert. Dass sich ein Schachspiel bestens als Trinkspiel eignet, auch sehr amüsant. Dann muss das Schachspiel ständig für versteckte Hinweise in der Geschichte herhalten und am Ende gibt es auch noch eine Tanzaufführung in Form eines Schachspiels, welches den entscheidenden Hinweis für Polizist Daanish gibt, um das ganze Spiel, in dem er unfreiwillig mitgewirkt hat, zu durchschauen. Wahhhh! Wieviel Schach kann man ertragen, wenn man mit diesem Spiel auf Kriegsfuß steht wie ich?

Es sind die besten Schauspieler am Werk und der Film hat seine tollen Momente, z.B. wenn am Anfang in Zeitlupe die Romanze von Daanish und seiner Frau gezeigt wird, die zugleich Zeitraffer ist. Oder wenn beim Abspann Amithab und Farhan zusammen einen Song zum Film im Tonstudio einsingen. Großartig! Das hat sich gelohnt. Das ewige Schachspiel dazwischen mit den stets grimmigen Bösewichtern und der ewig leidenden Frau hat mich nicht wirklich gefesselt. Aber hey, ein Film mit Farhan lohnt doch immer. Ich hoffe nur, ich träume heut nicht von Schachfiguren. Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel.

 

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Margarita with a straw – wieviel Drama passt in einen Film?

„Margarita, with a straw“ ist der Cocktail, den sich Laila (Kalki Koechlin), durch Kinderlähmung an einen Rollstuhl angewiesen, als ersten Cocktail ihres Lebens bestellt, als sie mit ihrer blinden Mitstudentin Khanum einen Abend in einer Bar in New York verbringt. Nach New York ist sie mit Hilfe eines Stipendiums gekommen.

Bei diesem Film, so preisgekrönt er ist, hat man am Ende das Gefühl: weniger wäre mehr gewesen. Es hätte durchaus gereicht, das Leben einer an den Rollstuhl gefesselten jungen Frau zu beleuchten. Auch sie hat sexuelle Bedürfnisse, auch sie durchlebt das Drama einer unerwiderten Liebe. In Indien werden benachteiligte Personen sehr stiefmütterlich behandelt und versucht, diese nicht im öffentlichen Leben zu präsentieren. Stars wie Aamir Khan versuchen diese Situation zu ändern. Also das Thema hätte schon allein genug Stoff gegeben. Aber nein! Dann stellt Laila auch noch fest, dass sie bisexuell ist. Zwei Frauen mit Behinderung verlieben sich. (Und ihre Liebe Khanum stammt auch noch aus Pakistan). Diese Liebe bringt natürlich ein großes Drama mit den Eltern mit sich und dann erkrankt die Mutter auch noch am Ende an Krebs. Alles ungewohnt offenherzig und ungeschönt dargestellt. Hallooooo? Das ist echt too much!

Offensichtlich hatte Regisseurin Shonali Bose ganz viel zu sagen. Ihr Cousine litt an zerebraler Kinderlähmung und als sie diese sie zu ihrem 40.Geburtstag fragte, was ihren Geburtstag zum besten jemals machen würde, meinte diese „Sex“.  Über die Sexualität ihrer Cousine hatte sie bis dahin nie nachgedacht. Shonali Bose hat sich selbst als bisexuell geoutet.

Normalerweise lässt die indische Zensur solch realistische Darstellungen von Sexszenen nicht zu. Interessanterweise wurde hier von der indischen Zensurbehörde zwar verlangt, die hetereosexuelle Sex-Szene mit Lailas Mitstudenten etwas weniger deutlich darzustellen, aber die lesbische Liebesszene blieb zum Erstaunen der Regisseurin absolut ungeschnitten.

So einen Film hat man auf jeden Fall noch nicht gesehen, so viel steht fest. Darauf sollte man gefasst sein. Er will ein bisschen zuviel für meinen Geschmack. Aber hinterlässt so natürlich genug Stoff für zahlreiche Gedankenanstöße weit nach Anschauen des Films.

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Te3n – wer findet den Mörder

Teen, stylisiert zu Te3n (in Hindi bedeutet es die Zahl 3) war gestern der Eröffnungsfilm bei der IndoGerman Filmweek. Kein kunterbunter Quietsche-Bollywoodschmalz, sondern ein durchaus packender und düsterer Thriller nach koreanischer Filmvorlage mit der Starbesetzung Amitabh Bachchan, Nawazuddin Siddiqui und Vidya Balan. Es geht um das ernste Thema Kidnapping/Kindesentführung. Nach acht Jahren versucht der Großvater (Amitabh) immer noch täglich die Entführung und den damit verbundenen Tod seiner Enkelin aufzuklären. Der frühere Polizist (Nawazuddin), der mit dem Fall betraut war, ist inzwischen Priester geworden, wird aber vom Großvater immer wieder wegen des Falls bedrängt. Täglich fährt er zudem zur Polizeistation, um die dortigen Polizeiinspektorin (Vidya) immer wieder nach dem Fall zu fragen, der nie aufgeklärt werden konnte. Als dann plötzlich ein neuer Fall von Kindesentführung geschieht, der allerlei Parallelen zu dem von vor acht Jahren aufweist, machen sich alle drei intensiv auf die Suche.

Die drei Hauptdarsteller sind einfach großartig. Da kann man auch über kleine Ungereimtheiten und unlogischen Entwicklungen in der Geschichte hinweg sehen. Es ist sehr rührend mit anzusehen, mit welcher Sisyphos-Arbeit Amithab versucht, den Fall anhand  noch so kleinster Hinweise wie einem Stift nachzugehen oder riesige Listen mit Namen bearbeitet. Für ihn gibt es im Leben nur noch ein Ziel, dieses schwere Schicksal zu verarbeiten, indem er den Verbrecher seiner gerechten Strafe zuführt. Der Ausgang dieses Films ist tatsächlich ungewiss, man kann die Entwicklungen nicht wirklich voraussehen und es bleibt bis zum Schluss spannend. Amithab spielt den gebrochenen Großvater absolut realistisch und herzergreifend.

Also kein Film für unbeschwerte Stunden, in denen man sich nach bunter Unterhaltung ala Bollywood sehnt. Aber ein absolut qualitatives Filmereignis.

Heißt der Film eigentlich „3“, weil sich die 3 (Haupt)Personen mit dem Fall beschäftigen? So wirklich hinweisend darauf, um was es in diesem Film geht, finde ich den Filmtitel nicht.

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Farhan Akhtar in Berlin

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Am nächsten Samstag wird mein Bollywood-Fan-Herz endlich mal wieder sehr viel höher schlagen, denn Farhan Akhtar erweist uns zur IndoGerman Filmweek im Babylon Berlin die Ehre.
Und ihm zu Ehren wird gleich eine Reihe von Farhan-Akhtar-Filmen gezeigt. Mir unvergesslich wird natürlich immer die Zeit bleiben, in der er DON2 in Berlin gedreht hat.
Extra für diesen Film wurden damals auch Komparsen gesucht und so habe ich mich damals bei der Filmagentur angemeldet und prompt auch einen Drehtag ergattert.
Leider war genau an diesem Tag King Khan nicht dabei, aber dafür konnte ich aus nächster Nähe Priyanka Chopra, Om Puri und eben auch Farhan Akhtar als Regisseur bei der Arbeit beobachten.
Ich habe Farhan von damals als üblich verwuschelten und hochkonzentrierten Regisseur in Erinnerung. Die Fanbelagerung vorm Hotel war ihm (nachvollziehbar) eher nicht so geheuer.

Nun dürfen wir ihn also wieder in Berlin begrüßen. Es wird zwei Gelegenheiten geben, ihn bei der IndoGerman Filmweek zu treffen:
Für das Panel mit ihm gibt es auf der Website des Babylon extra Karten zu kaufen für 10€.
Das Meet&Greet ist im Ticket für „Der Lauf seines Lebens – The Flying Sikh“ mitinbegriffen. Daran können also alle Filmbesucher teilnehmen.

Ob ich die Gelegenheit dazu haben werde, ihn vielleicht noch nach einem Foto zu fragen oder nach einem Autogramm?
Ich würde vielleicht die DVD „Zindagi Na Milegi Dobara“ (Man lebt nur einmal) mitnehmen und ihm sagen, dass ich dieses Jahr zum Tomatina-Festival nach Spanien fahre, weil die Freude, die sie in diesem Film vermittelt haben so ansteckend war, dass diese Reise zu einem erklärten Lebensziel wurde. Denn, YOLO. Man lebt nur einmal. Und wenn ich überströmt mit zermatschten und klebenden Tomatenresten in Brunol stehe, dann an ihn denken werde. Diese Vorstellung sollte ihn doch sicher erheitern.

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Aber wahrscheinlich wird es wieder so sein, dass ich sprachlos vor meinem Bollywoodstar stehen werde und mich von etwas robusteren Fans zur Seite drängen lasse.

Wie auch immer dieser Tag ausgehen wird, ich freue mich schon sehr darauf.

Update: es ging mal wieder alles so schnell, dass ich ihm nichts weiter sagen konnte, sondern nur um ein Autogramm bitten. Das war immerhin sehr lustig, denn er versuchte den deutschen Titel von Zindagi Na Milegi Dobara“Man lebt nur einmal“ auszusprechen. Der Talk mit ihm war leider etwas ambivalent, was die Organisation betraf. Es konnten bestimmte Trailer nicht auf Leinwand abgespielt werden, denn Farhan engagiert sich z.B. für die Organisation „Mard – Men Against Rape & Discrimination„. Gern hätte man etwas mehr darüber erfahren. Zudem stellte eine der Moderatorinnen des Talks unter Beweis, dass man nicht jeder beliebigen Information im Internet ungeprüft trauen sollte. So musste Farhan immer wieder falsche Informationen berichtigen. Das tat er zwar äußerst charmant, witzig und überlegen, aber für den Zuhörer war etwas Fremdschämen angesagt. Später stellten die Zuhörer im Saal auch durchaus interessantere Fragen.

Und es war ihm auch nicht zu peinlich, uns ein Lied zu singen:

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Vorhang auf für eine indische Hamlet-Adaption

Oha. Drama Baby. Haider ist die dritte Shakespeare-Adaption von Vishal Bhardwaj. Seine Othello-Version Omkara hatte richtig gut bei mir gepunktet, da konnte man doch gespannt sein von einer Hamlet-Adaption im Kashmir-Konflikt-Szenario in den 90er Jahren. Was für eine gewagte Idee, sich zu diesem schwierigsten aller politischen Themen zwischen Indien und Pakistan so öffentlichkeitswirksam zu äußern! Im Vorfeld hatte ich nur Lob und Anerkennung für den Film gehört…vielleicht war ich daher etwas zurückhaltend mit meiner Begeisterung im ersten Teil, denn dieser gestaltete sich doch etwas langatmig mit einem etwas langweiligen Shahid Kapoor (als Prinz Hamlet), alles noch sehr verworren und nicht sehr emotional hinein ziehend.

Aber dann: Vorhang auf für den zweiten Teil, der die Zurückhaltung des ersten Teils mit aller Macht sprengte. Peng! Grandioser Auftritt von Irrfan Khan (in der Geist-Adaption). Unglaublich dieser Mann, diese Dramatik mit den kleinsten Gesten. Jetzt wird man gefesselt, jetzt gehts los.

Peng! Auftritt Shahid Kapoor mit dem Bismil-Song, der dem traditionellen Kashmir-Volkstanz huldigt. Shahid sagte selbst, dass es der beste Song seiner Karriere sei. Da stimmte aber auch alles. Theatralik und Musik…ja, spätestens da ist der Punkt gekommen, wofür sich der Film für mich gelohnt hat. Erinnerte mich liebevoll an die Laila & Majnu Theateraufführung bei Aaja Nachle. Wirklich Grandios!

Alles dramatisiert sich weiter, bis zum grandiosen Massaker-Endszenario auf dem Friedhof, eingeleitet von einer perfekt inszenierten Eingangszene. Ja wie geil ist das denn, Gräber ausheben mit passender Musikbegleitung…das muss man gesehen haben!

Und am Ende wirds so richtig schön blutig, mehr Tote hätten könnte man auf ein Schlussbild nicht bekommen. Spitze!

Also durchhalten, was den entschleunigten ersten Teil betrifft und dann wird man durchaus mit einigen Überraschungen belohnt!

Noch erwähnenswert sind auf jeden Fall die beiden Frauen in den Hauptrollen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch so gut schauspielern, dass eben ein Shahid daneben auch mal verblasst. Dessen jüngeres Ich wurde so gut gecastet, dass man meinen möchte, das hätte er wirklich in jüngeren Jahren sein können, wenn es mal nicht sogar sein jüngerer Bruder ist.

Haider oder nicht Haider…das ist keine Frage.

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Bombay Talkies – Kurzfilmfestival zu Ehren des 100jährigen indischen Kinos

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des indischen Kinos wurden die erfolgreichsten und derzeit bekanntesten Regisseure angefragt, ob sie einen Kurzfilm drehen könnten. Es fanden sich Karan Johar, Dibakar Banerjee, Zoya Akhtar und Anurag Kashyap. Die Herausforderung bestand (vor allem für Karan Johar) darin, dass nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung stand.

Die vier Kurzgeschichten sind allesamt sehr sehenswert, auch weil einige davon eher selten in indischen Filmen thematisiert werden. Da ist z.B. die Geschichte eines Ehepaares, dessen Welt außer Fugen gerät, als der Ehemann durch den schwulen Kollegen und Freund seiner Frau (Rani Mukerji) seine homosexuellen Neigungen nicht mehr verbergen kann, sich dies aber nicht eingestehen will.  Oder die Geschichte des Jungen, der statt Fußball zu spielen viel lieber mit der Mädchentanzklasse trainieren würde, weil er später gern seinem großen Vorbild Sheila, der Bollywood-Tänzerin nachahmen würde. Ja, die Geschichte erinnert natürlich sehr an „Billy Elliot – I Will Dance“, aber der Junge (bekannt aus „Jai Ho“) spielt  das einfach großartig und macht in Mädchenkleidern eine erstaunlich perfekte Figur. Dann ein freudiges Wiedersehen mit Nawazuddin Siddiqui, gerade erst in Lunchbox und Talaash wunderbar gespielt, der in seiner Kurzgeschichte auf der Suche nach Arbeit unerwartet auf der Straße gecastet wird und damit seiner Tochter endlich wieder eine tolle Geschichte zu erzählen hat. Und zum Schluss hat natürlich auch noch einer der größten indischen Superstars, Amitabh Bachchan, einen Gastauftritt in der Geschichte um einen pflichtbewussten Sohn, der den letzten Wunsch seines Vaters erfüllen möchte und dem Lieblingsschauspieler etwas von dem Murabba (eingelegtes/konserviertes Obst) abbeißen lassen soll. Das Übrige möchte der schwerkranke Vater dann essen in der Hoffnung, es möge sein Leben verlängern. Absolut naiv an diese Mission angetreten wird der Sohn damit konfrontiert, dass es eine fast unlösbare Aufgabe wird.

Zum Abspann wird es nochmal ganz feierlich, wenn die berühmtesten Schauspieler wie Shahrukh Khan und Aamir Khan gemeinsam den Song „Apna Bombay Talkies“ performen. Was allerdings Ranveer Singh in dieser Riege der Unvergesslichen zu suchen hat,  ist mir unerklärlich.

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Gori Tere Pyaar Mein – The runaway chickanarian bridegroom

Imran Khan spielt den oberflächlichen Egomanen Sriram, dessen Beziehung zur sozial engagierten Dia (Kareena Kapoor) an seiner Selbstsucht zerbricht und dem seine arrangierte Soll-Ehefrau erstmal die Augen öffnen muss, bis er also bei der Hochzeit endlich die Beine in die Hand nimmt, um die Frau, die er wirklich liebt, zurückzuholen. Die hilft inzwischen den Menschen in einem kleinen Dorf und fühlt sich dort sehr wohl. Sriram muss natürlich erstmal eine größere Aufgabe bewältigen, bevor Dia mit ihm zurückkehrt. Und wie sollte es anders sein, wird ihn dies auch von seiner Egozentrik heilen und ihn nicht länger zum schwarzen Schaf der Familie machen.

Am Anfang des Films hatte ich starke Bedenken, dass mir dieser Klamauk gefallen würde. Aber im Laufe des Films, mit der Verwandlung Srirams vom nur sich selbst liebenden Egoisten zu einem „Helden“,  zumindest für die Dorfgemeinschaft, wurde der Film immer besser, unterhaltsamer und gefühlvoller. So dass man am Ende doch noch einen ganz netten Film gesehen hat, der vor allem auch vom charming Imran Khan lebt. Der Chickanarian, wie er sich selbst betitelt, weil er gerne Hühnchenfleisch isst (welches ihm im Film nicht oft vergönnt ist), kann Grimassen vom Allerfeinsten schneiden und da muss man schon das ein und andere mal unwillkürlich mit schmunzeln.

Lustig, da hatte ich doch erst gestern Kareena Kapoor als Prostituierte in „Talaash“ gesehen, und heute besucht sie in „Gori Tere Pyaar Mein“ das Rotlichtviertel, um einen Dokumentarfilm über Prostituierte zu drehen. Und irgendwie muss es da einen Kostümwettbewerb gegeben haben. Sie hat wirklich bei jedem Szenenwechsel jedesmal eine anderes umwerfendes Kleidungsstück an. Das müssen doch mindestens 100 gewesen sein. Aber wenn sie sich noch einmal an den Kopf geschlagen hätte, dann wär ich durchgedreht. Das waren gefühlte 50 mal.

Die Dorfbewohner waren auf jeden Fall super gecasted, dieser Teil des Films hat dann auch wirklich Spaß gemacht.

http://en.wikipedia.org/wiki/Gori_Tere_Pyaar_Mein

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Punyalan Agarbattis – Räucherstäbchen aus Elefanten-Dung

Was für eine clevere Business-Idee: Joy Thakkolkaran möchte Räucherstäbchen aus Elefanten-Dung herstellen und sieht dafür einen weltweiten Markt, da Inder auf der ganzen Welt verteilt, sich mit seinen Räucherstäbchen ein Stück Heimat herbeizaubern könnten. Als er seine Idee in die Tat umsetzen kann und in Produktion geht, kommen allerdings unerwartete Probleme auf ihn zu.

Der Film wird zurecht als Komödien-Drama betitelt, denn neben all der darin steckenden Komik und Satire steht man vor allem dramatischen Ereignissen gegenüber, die einen als Zuschauer fast verzweifeln lassen. Die Probleme, mit denen  Joy zu kämpfen hat, türmen sich irgendwann zu riesigen Bergen auf und man hat kaum Hoffnung, dass sich am Ende noch alles zum Guten wendet. Das verlangt schon einiges an Durchhaltevermögen vom Zuschauer ab. Er will doch einfach nur seinem Geschäft nachkommen, aber es gibt so viele Hürden und vor allem die örtliche Partei macht seinen Träumen einen großen Strich durch die Rechnung. Der Fluch des kleinen Mannes auf der Suche nach dem großen Geschäfts-glück.

Geübte Hindi-Filmzuschauer werden hier kaum etwas verstehen, da der Film in Malajalam, einer indischen Sprache aus dem Raum Kerala, gefilmt wurde.

http://en.wikipedia.org/wiki/Punyalan_Agarbattis 

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Talaash – Geistreicher Mystery-Thriller

Nachdem der Schauspieler Armaan Kapoor bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt, beginnen für Polizeiinspektor Surjan Singh Shekhawat (Aamir Khan) die Ermittlungen. Dessen Privatleben steckt gerade in einer Krise, denn erst vor kurzem ertrank sein Sohn Karan, er gibt sich die Schuld, seinen Sohn nicht vor dem Unfall bewahren zu können und mit seiner Frau kann er darüber nicht reden. Das Verhältnis zu seiner Frau Roshni ist sehr angespannt und er kann kaum eine Nacht schlafen. Die Ermittlungen im Kapoor-Fall, der immer mehr wie Mord anmutet, führt ihn schließlich in einen Rotlichtbezirk und lernt dabei die Prostituierten Rosie kennen (Kareena Kapoor), die seine Probleme versteht…

Viel mehr sollte man zu diesem Film auch nicht verraten, da er eine „Mysterie“-Überraschung bereithält. Bei Hollywood-Filmen hätte ich diese Wandlung des Films wahrscheinlich schon in den ersten Minuten vermutet, aber Aamir Khan spielt mal wieder so fesselnd, dass man gar nicht weiter über die „Lösung“ des Falls nachdenkt, sondern sich einfach durch die Geschichte führen läßt. Auch Kareena Kapoor spielt so nett die unwiderstehliche Prostituierte, dass es eine Augenweide ist, den beiden zuzusehen. Nach langer Zeit gibt es auch endlich wieder eine Rani Mukerji zu sehen. Auch Nawazuddin Siddiqui spielt seine Gaunerrolle großartig. Der Film bietet also schon mal ein wunderbares Staraufgebot. Die Geschichte mag vielleicht nicht jeden überzeugen, aber der Film ist trotzdem sehenswert. Man könnte natürlich der Meinung sein, der Film hat sich mal wieder von Hollywood-Filmen wie „The Sixth Sense“ inspirieren lassen, aber auf diese Diskussion lasse ich mich gar nicht erst ein. Die indischen Filme machen letztlich doch ihr eigenes Ding daraus.

Aamir hat sich wie immer richtig ins Zeug gelegt für die Rolle und als Nichtschwimmer extra Training für die Unterwasser-Szene genommen, die in einem Londoner Unterwasserstudio gedreht wurde und wirklich sehr einprägend ist. Hier hat jemand diese Szene extra als Video zur Verfügung gestellt, weil er sie so toll fand:

http://en.wikipedia.org/wiki/Talaash:_The_Answer_Lies_Within

http://molodezhnaja.ch/talaash.htm

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