Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

„Harry-und-Sally-Syndrom“ auf indisch

Unfassbar! Unfassbar, wie Shahrukh Khan es immer wieder schafft, diesen gewissen Charme auf die Leinwand zu zaubern…abgesehen davon, dass er für sein Alter viel zu gut aussieht, was der Dauerraucher sicher etlichen digitalen Weichzeichnern zu verdanken hat, geht von ihm ja dieses unwiderstehliche gewisse Etwas aus…und in diesem Film kann man das mal wieder so richtig genießen.

Der Titel „Jab Harry met Sejal“ lässt einen ja sofort an „When Harry Met Sally“ denken…vielleicht soll er auf das „Harry-und-Sally-Syndrom“ hinweisen: die Unmöglichkeit, eine rein platonische Beziehung zwischen Männern und Frauen führen zu können. Reiseführer Harry soll Sejal, die auf der Europareise ihren Verlobungsring verloren hat, helfen, ihn wieder zu finden, da ihr Verlobter ihr gedroht hat, dass es ohne Ring keine Heirat gibt (da hat sie wirklich einen netten Verlobten, der sie einfach so zurück lässt). Womanizer Harry, der sich offensichtlich in jeder Stadt mit einer anderen Frau vergnügt, warnt Sejal, dass er wirklich ein böser böser Bad Guy ist. Sejal kann darüber erstmal nur lachen und setzt ihren Willen durch, dass Harry ihr beiseite stehen muss, die Tour noch einmal durch zu gehen, um irgendwo ihren Ring zu finden. Jedem ist natürlich klar, was nun folgen wird…diese Reise wird natürlich nicht rein platonisch enden. Beide haben sich zwar nicht bewusst gesucht, aber am Ende gefunden.

Soweit so gut. Am Anfang wirkt zwar alles noch etwas holprig…Shahrukh als cooler Womanizer…nunjaaaa…und tun wir mal so, als könnten wir uns erst nicht leiden. Aber dann kommt der Film emotional in Fahrt und macht schon Spaß mit den Beiden.

Meine absoluten Highlights:

  • Shahkukh spricht deutsch!!! Als seine sitzen gelassene Freundin aus Frankfurt ihm die Leviten lesen möchte, spricht Shahrukh ein paar deutsche Sätze und zwar sowas von super eingeübt und gar nicht stumpfsinnig auswendig gelernt, dass ich mich zu einem Egal-Witz inspiriert fühlte: Egal wie gut du deutsch sprichst, Shahrukh Khan es besser! LOL
  • die Fado-Sängerin in Lissabon. Das war wirklich wunderschön anzuhören!

Fazit:

Shahrukh Khan Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten…ansonsten ist es halt typisch Bollywood: keine besonders tiefsinnige Liebesgeschichte, ganz viel Drama & Emotionen, wunderbare musikalische Untermalung, großartige Schauplätze in ganz Europa, Farbspektakel, ein gut aussehender King Khan…alles da!

 

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Ae Dil Hai Mushkil -in Zeiten schwerer Herzen

„Die Liebe ist wie Krebs – kommt überraschend und geht erst wieder, wenn sie dich zerstört hat“…ziemlich drastische Aussage von Ranbir Kapoor als Ayan Sanger. Er muss versuchen mit einer unerwiderten Liebe klar zu kommen, denn Alizeh, an die er sein Herz verloren hat, möchte niemals die wertvollere Freundschaft zwischen ihnen zerstören.  Und mit dieser Ansicht ist sie ziemlich hartnäckig und Ayan verzweifelt mal mehr, mal weniger daran. Abgesehen von einigen tollen Ablenkungen wie die Beziehung zu einer älteren Frau und seiner Karriere als Sänger, meistens mehr. Wahrscheinlich können die wenigstens Männer nachvollziehen, warum Alizeh ihm nicht die kleinste Chance als Liebhaber geben will. Er hat doch alles. Ist attraktiv, charmant und auch noch reich. Was will man mehr? Doch Alizeh möchte ihn niemals aus seinem Leben gehen lassen und meidet deshalb eine Liebesbeziehung. Ich verstehe zwar nicht, warum man davon ausgehen sollte, dass diese Beziehung früher oder später scheitern sollte, aber gut. An diesem Film ist einiges unverständlich. Vor allem auch das Ende. Liebe und Krebs scheint hier das Mantra des Films, was auch immer Regisseur Karan Johar damit verarbeiten möchte.

Pluspunkte hat der Film bei mir gesammelt, was die Musik angeht. Gefühlt ein Song nach dem anderen. Da hüpft das kleine Bollywoodherz. Eine absolut gelungene Parodie auf die Bollywoodindustrie. Da lacht das kleine Bollywoodherz. Und ein Kurzauftritt von Shahrukh Khan. Da schmilzt das kleine Bollywoodherz nur so dahin.

Obwohl dieser Auftritt von King Khan auch ein wenig ambivalent für mich war. Auftritt der alten Bollywood-Generation. Wirkte wie eine Zeitreise. So ganz anders als der Rest des Films. So  nach dem Motto: der muss auch noch mit rein. Egal wie. Ganz bezaubernd die Rolle von Aishwarya Rai Bachchan als reife Geliebte und Ex-Frau von Shahrukh. Hat auf keinen Fall ihren Reiz verloren und macht eine sexy Figur. Diese zauberhafte Frau hat dann auch noch intellektuell ihre absoluten Vorteile. Wahnsinn.

Der Film hält, was ein Bollywoodfilm verspricht: Liebe, Herz, Schmerz, Musik, Tanz, tolle Kostüme…ein gelungener unterhaltsamer Film. Aber nicht unbedingt nachhaltig beeindruckend.

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Dil Dhadakne Do – Love Boat…dadadaaaaaaaa

Ach, was habe ich damals in den 80ern die Serie „Love Boat“ geliebt…und nach so langer Zeit durfte ich mich endlich wieder daran erinnert fühlen…unglaublich dramatische Liebesgeschichten auf einem Kreuzfahrtschiff im Glanze Bollywoods. Danke Dil Dhadakne Do! Es hätte kitschig, albern, so lala werden können, aber nein, zu meiner positiven Überraschung war dies mal wieder eine Unterhaltungskanone der leichteren Art, obwohl so ganz dramödisch gesellschaftskritisch. Nach „Pk“ schon wieder ein Film, der auf übelst lustige Weise der indischen Gesellschaft einen Spiegel zum Umdenken vorhält. Das ist ja großartig.

Was habe ich gelacht! Und ich kann dem indischen Humor selten wirklich herzhaftes Gelächter abgewinnen, aber diesmal gab es einen Volltreffer nach dem anderen in meinem Lachzentrum. Bis zum Ende durch. Herrlich!

Die Mehrheit der Inder dürfte sich mit den Akteuren wohl kaum identifizieren können. Das Ganze spielt im Milieu der Reichen und Schönen…oh ja, und wie schön sie alle sind! Aber diese ach so perfekte Welt ist hinten herum so hässlich, dass es für alle, die nie an dieser Welt auch nur ansatzweise teilnehmen können, ein Fest ist zu sehen, wie dreckig es dort zugeht. Um den schönen Schein zu wahren, geht man ohne Skrupel über die Bedürfnisse der Kinder hinweg, zwingt sie in Leben, in denen sie unglücklich sind, sieht über eheliche Untreue hinweg, spinnt Intrigen der ganz besonders perfiden Art, leugnet das Unperfekte bis zum Erbrechen. Und auf diesem Boot brechen so viele dieser Pappkartenhäuser zusammen, dass es ein wahres Fest für alle Gerechtigkeitssinne ist. So viele Wahrheiten werden gesagt, wie es wahrscheinlich jedes Kind gern seinen Eltern einmal sagen wollte, aber dem Frieden willen kaum einer genau so hart sagen würde. Dafür muss man den Film einfach lieben.

Und natürlich wegen der tollen Kulissen wie das schöne Istanbul und die tollsten Schauspieler, die Bollywood zu bieten hat. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so sehr über Ranveer Singh beäumeln würde. Seine Rolle spielt er so gut, dass ich echt Respekt dafür habe.

Die Kritik, dass es zu viele Geschichten auf einmal sind, kann ich für mich nicht nachvollziehen. Das habe ich schon damals an „Love Boat“ so geliebt, so vielseitig ist doch das Leben. Und auch wenn das meiste vorhersehbar scheint…hier ist der Weg das Ziel. Es macht Spaß, die dramatischen Entwicklungen mit zu verfolgen und zwar durchweg.

Dass die Schauspieler sehr viel Spaß beim Dreh hatten, ist nicht verwunderlich.

Also ich freue mich schon auf die DVD…wenns mal wieder nichts zu lachen gibt, bei dem Film bleibt kein Auge trocken und keine Wahrheit ungesagt. Geht ins Herz, bringt es zum Lachen und Weinen und schön is.

Läuft aber auch noch im Kino: holt euch jetzt die verdiente Portion Sonne! Kinofinder

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