Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Bajirao Mastani – What a man!

„What a man!“ werden sich wahrscheinlich viele Frauen denken…wie schon in „Ram-Leela“ spielt Ranveer Singh die Rolle des vor Selbstbewusstsein strotzenden Übermannes perfekt.
Ein unbesiegbarer Krieger, der auch schonmal allein gegen ein feindliches Heer antritt, einen Landstrich nach dem anderen erobert und dabei auch gleich noch die Herzen der stolzesten Frauen (und das sehr ansehnlich mit perfektem Körper und interessanten Wasser- und Waffenspielchen).
Die indische Geschichte bietet viel Stoff für solche unglaublichen Liebesgeschichten. Wie immer erreicht es ungeheures Konfliktpotenzial, wenn sich eine Liebe zwischen Hindu und Muslim ergibt.
Aber hier kommt noch dramatischer hinzu, dass es nicht irgendeine Konkubine ist, die er sich neben seiner Frau hält, sondern eine Geliebte, die er ebenso als seine Frau anerkannt wissen möchte.
Wie sollte man sich auch für oder gegen Deepika Padukone und Priyanka Chopra entscheiden. Jede eine Frau von Welt für sich.
Und ja, die böse Schwiegermutter versucht natürlich die unpassende zweite Frau im Leben des Sohnes mit allen Mitteln loszuwerden.

Der Film hat ja durchaus das Potenzial einer ergreifenden und erschütternden historischen Romanze…aber irgendwie war ich nicht so ganz davon ergriffen, wie ich es mir hätte vorstellen können.
Vermutlich kommt der Weg des Verliebens im Film zu kurz. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Hätte vielleicht den Zeitrahmen gesprengt, aber bei „Jodha Akbaar“ hat das doch so wunderbar funktioniert.
So bleibt es für mich ein eher geschichtlich erzählter Film, ohne dass er mich besonders berührt.
Natürlich sind die Bilder großartig und absolut hochwertig. Eine sehr wertvolle historische Darstellung der damaligen Zeit. Keine Frage.
Ebenso wie die Musikstücke. Eines ist mir besonders ans Herz gewachsen:

So kraftvoll und selbstbewusst, wie es eines großen Herrschers würdig ist. So wunderbar choreographiert. Absolut zum Tanzen anregend.

Also auf keinen Fall ist der Film verschwendete Zeit und kommt auf großer Kinoleinwand sicher am besten zur Geltung. Aber trotzdem fehlte irgend etwas, dass mich so richtig berührt oder in den Bann zieht.

Wer es noch nicht geschafft hat, den Film „Bajirao Mastani“ zu sehen, der kann sich noch auf zwei weitere Termine dieses Jahr freuen:
Bajirao Mastani
Ind. 2015 R: Sanjay Leela Bhansali mit Ranveer Singh, Priyanka Chopra, Deepika Padukone, OmU, 156 Min
Montag, 28. Dezember 2015, 17:30 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015, 18:00 Uhr 
im Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin 
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„Flirten ist gut für die Gesundheit. Wie Yoga.“ Yeh Jawaani Hai Deewani

Was kann einen Reisenden aufhalten? Natürlich – eine Frau.

„Flirten ist gut für die Gesundheit. Wie Yoga. Liebe dagegen ist schlecht für die Gesundheit“. „Die Ehe bedeutet 50 Jahre lang Linsen mit Reis zu essen und dann zu sterben“

So sieht der abenteuerlustige Bunny die Liebe, er möchte sich nicht nur auf Linsen und Reis beschränken und er will sich auch nicht verlieben, sondern die ganze Welt bereisen. Nach 8 Jahren Reisen um die Welt muss er allerdings einsehen, dass dies doch nicht alles ist und so hört man ihn am Ende zu seiner Liebsten Naina sagen: „Im Kopf bin ich schon mit Dir verheiratet. Du brauchst nur noch ja zu sagen.“

Ja, sooo schön kitschig kann Bollywood sein. Ein Hoch auf das Indo-German-Filmdinner, das uns monatlich mit Filmmaterial aus Indien versorgt. Bei diesem Liebesfilm bekommt man das volle Bollywood-Programm: nonstop Emotionen, Musik, tolle Schauspieler, Party, Party, Party, Slapstick, Liebe, Leben. Genau das richtige, um dem grauen November zu entkommen und in eine bunte Welt zu verschwinden. Macht auf jeden Fall gute Laune. Und ist ganz bestimmt nichts für Realisten und Menschen, die nach tiefgründiger Unterhaltung suchen.

Für den 30jährigen Regisseur Ayan Mukerji sicher ein großer Erfolg. Das Q&A per Skype mit ihm musste leider entfallen, da er seinen Laptop nicht zu seiner Essensverabredung mitgenommen hatte. Eben typisch indisch.

Jetzt auch auf DVD http://www.amazon.de/Lass-Dein-Gl%C3%BCck-nicht-ziehen/dp/B00EA8KMB0

Offizielle Webseite http://www.dharma-production.com/movies/yeh-jawaani-hai-deewani/4

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Chennai Express – bunt, albern, Bollywood

Na das ist doch mal wieder so ein richtig klassischer Bollywoodschinken vom Feinsten. In Sharukh Khans neuestem Film „Chennai Express“ (http://www.chennaiexp2013.com/) blödelt er herum, als gäbe es kein Morgen. Die wahnsinnig bunten und heroischen Bilder ziehen einem sämtliche Plomben aus den Zähnen.  Der Held kämpft bis aufs Blut um die Dame seines Herzens und dank der Liebe ist er zu eigentlich Unmöglichem im Stande. Diese Liebesgeschichte möchte sagen: Nur der Beherzte gewinnt das Herz einer Frau, unterschätze nie die Kraft des einfachen Mannes…wenn er liebt, dann wird er zu einem unzerstörbaren Helden. In der ersten Hälfte des Films darf Shahrukh Khan sich ausgiebig als Mister Albern austoben und ja, seine Freude daran springt auch über, es gibt viel zu Lachen und bis dahin wäre es eher eine Blödelkomödie ala Akshay Kumar. Aber dann, peng, in der zweiten Hälfte entwickelt sich das Liebesdrama. Man nimmt Deepika durchaus ab, dass sie Shahrukh mehr und mehr mit den Augen einer Liebenden sieht. Shahrukh braucht etwas länger, um zu erkennen, was er fühlt. Das ist ja schon fast realistisch. Das blutige, schier endlose Finale ist absolut klassisch und hinterläßt Eindruck und durchaus mitfühlende Emotionen. Bei diesem Film gibt es keine Gelegenheit, einzuschlafen. Er powert bis zum Ende durch, entweder mit Lachern oder mit Action.

Sehr süß finde ich die Anspielungen auf andere Filme von Shahrukh Khan und die Idee, sich mit Hindi-Songs zu unterhalten, um die tamilischen Mafia-Gangster nichts von ihren Plänen wissen zu lassen.  Menschen sollten sich öfter singend unterhalten. Wahrscheinlich ist Deepikas tamilischer Akzent für Tamilen sehr witzig anzuhören, ich kanns leider nicht beurteilen.

Und dass Shahrukh endlich mal ein realistisches Filmalter von 40 Jahren bekommt, wurde auch mal Zeit. Die 20 Jahre Unterschied zwischen ihm und Deepika sind hier nicht von Bedeutung, es ist ein sehr überzeugendes Paar, welches wir das letzte Mal in „Om Shanti Om“ bewundern durften.

Ein wunderbares Märchen für alle, die sich für ein massentaugliches Liebesdrama mit Albernheitsfaktor nicht zu schade sind und auch mal leichte Kinokost ohne schlechtes Gewissen zu sich nehmen können.  Sowas gibt es sonst nicht zu sehen, nur bei Bollywood!

Immerhin scheint der Film so gut anzukommen, dass die sonst eher spärlichen Termine für Kinovorführungen erweitert wurden und es einige Zusatzvorstellungen gibt:

http://rapideyemovies.de/kinospielplan

In Berlin hat man noch folgende Chancen für das Eintauchen in eine ganz andere Welt:

22.08.2013 – 28.08.2013
Berlin, CineStar Cubix am Alexanderplatz

22.08.2013 – 28.08.2013
Berlin, CineStar Sony Center

http://en.wikipedia.org/wiki/Chennai_Express

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