Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

WAZIR – Schachmatt – wer verliert, gewinnt

Also eines zur Warnung vorweg: wer den Film „TE3N“ gesehen hat, darf nicht enttäuscht sein, wenn der Film nur halb so viel Spannung bietet. Es gibt einfach so verdammt viele Parallelen, dass man schnell erahnt, welche Wendung dieser Film nehmen wird. Wird das jetzt DIE ewig gleiche Rolle für Amithab?

Es geht mal wieder um verlorene Kinder, Schuldzuweisungen, Trauer, Rachefeldzüge. Als Schauspielplatz der Kashmirkonflikt.

Man muss Schach mögen…denn der ganze Film dreht sich so sehr um Schach, dass man am Ende den Film vor lauter Schach nicht mehr sieht. Am Anfang konnte ich noch herrlich darüber lachen, wie die kleinen Kinder Anti-Terror-Polizist Daanish (Farhan Akhtar) so richtig beim Schach dissen, weil er ständig verliert. Dass sich ein Schachspiel bestens als Trinkspiel eignet, auch sehr amüsant. Dann muss das Schachspiel ständig für versteckte Hinweise in der Geschichte herhalten und am Ende gibt es auch noch eine Tanzaufführung in Form eines Schachspiels, welches den entscheidenden Hinweis für Polizist Daanish gibt, um das ganze Spiel, in dem er unfreiwillig mitgewirkt hat, zu durchschauen. Wahhhh! Wieviel Schach kann man ertragen, wenn man mit diesem Spiel auf Kriegsfuß steht wie ich?

Es sind die besten Schauspieler am Werk und der Film hat seine tollen Momente, z.B. wenn am Anfang in Zeitlupe die Romanze von Daanish und seiner Frau gezeigt wird, die zugleich Zeitraffer ist. Oder wenn beim Abspann Amithab und Farhan zusammen einen Song zum Film im Tonstudio einsingen. Großartig! Das hat sich gelohnt. Das ewige Schachspiel dazwischen mit den stets grimmigen Bösewichtern und der ewig leidenden Frau hat mich nicht wirklich gefesselt. Aber hey, ein Film mit Farhan lohnt doch immer. Ich hoffe nur, ich träume heut nicht von Schachfiguren. Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel.

 

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Farhan Akhtar in Berlin

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Am nächsten Samstag wird mein Bollywood-Fan-Herz endlich mal wieder sehr viel höher schlagen, denn Farhan Akhtar erweist uns zur IndoGerman Filmweek im Babylon Berlin die Ehre.
Und ihm zu Ehren wird gleich eine Reihe von Farhan-Akhtar-Filmen gezeigt. Mir unvergesslich wird natürlich immer die Zeit bleiben, in der er DON2 in Berlin gedreht hat.
Extra für diesen Film wurden damals auch Komparsen gesucht und so habe ich mich damals bei der Filmagentur angemeldet und prompt auch einen Drehtag ergattert.
Leider war genau an diesem Tag King Khan nicht dabei, aber dafür konnte ich aus nächster Nähe Priyanka Chopra, Om Puri und eben auch Farhan Akhtar als Regisseur bei der Arbeit beobachten.
Ich habe Farhan von damals als üblich verwuschelten und hochkonzentrierten Regisseur in Erinnerung. Die Fanbelagerung vorm Hotel war ihm (nachvollziehbar) eher nicht so geheuer.

Nun dürfen wir ihn also wieder in Berlin begrüßen. Es wird zwei Gelegenheiten geben, ihn bei der IndoGerman Filmweek zu treffen:
Für das Panel mit ihm gibt es auf der Website des Babylon extra Karten zu kaufen für 10€.
Das Meet&Greet ist im Ticket für „Der Lauf seines Lebens – The Flying Sikh“ mitinbegriffen. Daran können also alle Filmbesucher teilnehmen.

Ob ich die Gelegenheit dazu haben werde, ihn vielleicht noch nach einem Foto zu fragen oder nach einem Autogramm?
Ich würde vielleicht die DVD „Zindagi Na Milegi Dobara“ (Man lebt nur einmal) mitnehmen und ihm sagen, dass ich dieses Jahr zum Tomatina-Festival nach Spanien fahre, weil die Freude, die sie in diesem Film vermittelt haben so ansteckend war, dass diese Reise zu einem erklärten Lebensziel wurde. Denn, YOLO. Man lebt nur einmal. Und wenn ich überströmt mit zermatschten und klebenden Tomatenresten in Brunol stehe, dann an ihn denken werde. Diese Vorstellung sollte ihn doch sicher erheitern.

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Aber wahrscheinlich wird es wieder so sein, dass ich sprachlos vor meinem Bollywoodstar stehen werde und mich von etwas robusteren Fans zur Seite drängen lasse.

Wie auch immer dieser Tag ausgehen wird, ich freue mich schon sehr darauf.

Update: es ging mal wieder alles so schnell, dass ich ihm nichts weiter sagen konnte, sondern nur um ein Autogramm bitten. Das war immerhin sehr lustig, denn er versuchte den deutschen Titel von Zindagi Na Milegi Dobara“Man lebt nur einmal“ auszusprechen. Der Talk mit ihm war leider etwas ambivalent, was die Organisation betraf. Es konnten bestimmte Trailer nicht auf Leinwand abgespielt werden, denn Farhan engagiert sich z.B. für die Organisation „Mard – Men Against Rape & Discrimination„. Gern hätte man etwas mehr darüber erfahren. Zudem stellte eine der Moderatorinnen des Talks unter Beweis, dass man nicht jeder beliebigen Information im Internet ungeprüft trauen sollte. So musste Farhan immer wieder falsche Informationen berichtigen. Das tat er zwar äußerst charmant, witzig und überlegen, aber für den Zuhörer war etwas Fremdschämen angesagt. Später stellten die Zuhörer im Saal auch durchaus interessantere Fragen.

Und es war ihm auch nicht zu peinlich, uns ein Lied zu singen:

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Dil Dhadakne Do – Love Boat…dadadaaaaaaaa

Ach, was habe ich damals in den 80ern die Serie „Love Boat“ geliebt…und nach so langer Zeit durfte ich mich endlich wieder daran erinnert fühlen…unglaublich dramatische Liebesgeschichten auf einem Kreuzfahrtschiff im Glanze Bollywoods. Danke Dil Dhadakne Do! Es hätte kitschig, albern, so lala werden können, aber nein, zu meiner positiven Überraschung war dies mal wieder eine Unterhaltungskanone der leichteren Art, obwohl so ganz dramödisch gesellschaftskritisch. Nach „Pk“ schon wieder ein Film, der auf übelst lustige Weise der indischen Gesellschaft einen Spiegel zum Umdenken vorhält. Das ist ja großartig.

Was habe ich gelacht! Und ich kann dem indischen Humor selten wirklich herzhaftes Gelächter abgewinnen, aber diesmal gab es einen Volltreffer nach dem anderen in meinem Lachzentrum. Bis zum Ende durch. Herrlich!

Die Mehrheit der Inder dürfte sich mit den Akteuren wohl kaum identifizieren können. Das Ganze spielt im Milieu der Reichen und Schönen…oh ja, und wie schön sie alle sind! Aber diese ach so perfekte Welt ist hinten herum so hässlich, dass es für alle, die nie an dieser Welt auch nur ansatzweise teilnehmen können, ein Fest ist zu sehen, wie dreckig es dort zugeht. Um den schönen Schein zu wahren, geht man ohne Skrupel über die Bedürfnisse der Kinder hinweg, zwingt sie in Leben, in denen sie unglücklich sind, sieht über eheliche Untreue hinweg, spinnt Intrigen der ganz besonders perfiden Art, leugnet das Unperfekte bis zum Erbrechen. Und auf diesem Boot brechen so viele dieser Pappkartenhäuser zusammen, dass es ein wahres Fest für alle Gerechtigkeitssinne ist. So viele Wahrheiten werden gesagt, wie es wahrscheinlich jedes Kind gern seinen Eltern einmal sagen wollte, aber dem Frieden willen kaum einer genau so hart sagen würde. Dafür muss man den Film einfach lieben.

Und natürlich wegen der tollen Kulissen wie das schöne Istanbul und die tollsten Schauspieler, die Bollywood zu bieten hat. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so sehr über Ranveer Singh beäumeln würde. Seine Rolle spielt er so gut, dass ich echt Respekt dafür habe.

Die Kritik, dass es zu viele Geschichten auf einmal sind, kann ich für mich nicht nachvollziehen. Das habe ich schon damals an „Love Boat“ so geliebt, so vielseitig ist doch das Leben. Und auch wenn das meiste vorhersehbar scheint…hier ist der Weg das Ziel. Es macht Spaß, die dramatischen Entwicklungen mit zu verfolgen und zwar durchweg.

Dass die Schauspieler sehr viel Spaß beim Dreh hatten, ist nicht verwunderlich.

Also ich freue mich schon auf die DVD…wenns mal wieder nichts zu lachen gibt, bei dem Film bleibt kein Auge trocken und keine Wahrheit ungesagt. Geht ins Herz, bringt es zum Lachen und Weinen und schön is.

Läuft aber auch noch im Kino: holt euch jetzt die verdiente Portion Sonne! Kinofinder

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Shaadi Ke Side Effects – Nebenwirkungen einer Ehe

Was würde Sid, der Ehemann im Film, über diesen sagen? Vielleicht:  Turbulente und herzerfrischende Komödie über den Alltag eines Ehelebens.

Sid hat nämlich Probleme damit, die Wahrheit zu sagen. In Wahrheit müsste er sagen: Der Film ist insbesondere in der zweiten Hälfte absolute Zeitverschwendung. Laaangweilig! Im 10-Minuten-Zeitraffer wärs vielleicht erträglich gewesen.

Gut, vielleicht bin ich mit meiner Aversion gegen die Institution Ehe nicht die Richtige, um über den Film neutral zu urteilen. Ich kann jedenfalls nur den Kopf darüber schütteln, dass ich meine Zeit mit diesem Film vergeudet habe. Wenn nicht die tollen Hauptdarsteller wären, würde ich den Film sogar als Körperverletzung ansehen, denn im Kino kann man schlecht vorspulen und ich habe bis zum Ende an den Kinosessel gefesselt darauf gewartet, dass der Film noch irgendwie zündet oder wenigstens eine noch so kleine lohnenswerte Lebensweisheit bietet. Ja schön, am Ende referiert Sid darüber, dass man sich in der Ehe immer die Wahrheit sagen muss, auch wenn das noch so anstrengend ist und Nerven kostet und Streit verursacht. Aber 3 Stunden, um zu dieser Ansicht zu kommen, sind verdammt nochmal viel zu laaaaaaaaaaang…weilig! Was die Mädels hinter mir auch lautstark zum Ausdruck brachten.

Sid und Trisha wollen eben nicht in den langweiligen Abgründen des Ehealltags verschwinden und treffen sich auch schon mal als Unbekannte beim Feiern, um die gewisse Würze aufrecht zu erhalten. Als Trisha dann ungeplant schwanger wird, weil Sid nicht auf die Verhütung geachtet hat (wtf?, wenn man dem Mann die Verhütung allein überlässt, ist ja wohl eine Schwangerschaft vorprogrammiert!) und sie sich erstmal gegen das Kind entscheiden, kommt aber in allerletzter Sekunde (Trisha sitzt schon auf dem Abtreibungs-OP-Tisch) doch noch Sids Entscheidung dafür, aus Angst vor einer hormonunterstützten Mehrlingsgeburt, falls die beiden es sich in späteren Jahren doch nochmal anders überlegen sollten mit dem Nachwuchs.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Trisha verwandelt sich in eine „emotionale Irre“, die nichts Spannendes mehr zu erzählen und einzig das Kind im Kopf hat, ihren armen Mann vernachlässigt und nur noch praktische Dinge und Kleidung bevorzugt. Verwandlung von der coolen Karrierefrau zum Muttermonster. Sid kann ihr nichts recht machen, fühlt sich bald als überflüssigster Trottel der Welt, der nur gut genug zum Geld beschaffen ist. Vom coolen Supermann zum unfähigen Vater, der den fähigeren Nachbarn als Konkurrenten fürchten muss. Aber Sid guckt sich bald einen tollen Plan von seinem Schwager ab. Nimmt sich ab und zu ein Hotelzimmer, später eine WG, um dort Kraft zu tanken, sich mit Sehnsucht zu füllen und zumindest als hart arbeitender Geldbeschaffer Anerkennung zu bekommen. Dass dieses Geheimrezept-Konstrukt irgendwann auffliegen muss, ist klar. Es kommt, wie es kommen muss, Drama, Gegenlüge von Trishan, sie verzeihen sich, die Sonne geht auf, die Lösung allen Übels liegt klar auf der Hand: sagt euch die Wahrheit.

Ok, es gibt ein paar lustige Szenen, vielleicht werde ich den Humor einer indischen Komödie nie in seiner Gänze nachvollziehen können. Es ist schön zu sehen, dass eine nicht verhungerte, sondern mit sexy Rundungen ausgestattete Vidya Balan offensichtlich Spaß am Dreh mit Farhan Akhtar hatte, der wie immer eine super Figur, auch als etwas trotteliger Vater macht, aber sie können diesen langweilig dahinplätschernden Film leider nicht retten. Wenn der Film die langweilige Ehe symbolisieren soll, ist ihm das hinreichend gelungen.

Saket Chaudhary hätte sich den Nachfolgefilm von Pyaar Ke Side Effects sparen können. Er wird schnell vergessen sein.

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