Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Vorsicht, Indien! Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie dieses Buch…

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Als mir neulich ein Kollege von seiner Idee erzählte, demnächst einen Freund in Indien besuchen zu wollen und ich ein paar Hinweise gab, was ihn dort erwarten würde, waren alle erstmal etwas schockiert und meinten, das ist ja jetzt eher abschreckend. War natürlich absolut nicht abschreckend gemeint. Ich finde nur, dass man nicht absolut blauäugig nach Indien reisen sollte, da man sonst vielleicht wie viele nach einem Indienbesuch der Meinung ist: nie wieder Indien! oder wie ein anderer Kollege schockiert nach seiner Indienreise meinte: „Indien ist toll, wenn nur die Inder nicht wären.“

So ist dieses Buch „Was sie dachten, niemals über Indien wissen zu wollen“ von Andrea Glaubacker genau mein Thema. Ich habe mich schon immer auch mit den Schattenseiten dieses Landes beschäftigt und war dann sehr zwiespaltig, ob ich wirklich in ein Land reisen möchte, in dem Frauen und Mädchen so viel Leid geschieht, ein Land in dem das Kastenwesen soviel Ungerechtigkeit hervor bringt, ein Land, in dem bloße Gerüchte einen wütenden Mob dazu bringen, jemanden Unschuldigen zu töten. Die Erlösung kam in Gestalt meiner Hindi-Lehrerin, mit der allein ich mich traute, das Land in all seiner Vielfalt zu erleben.

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch sehr viele Fakten, die ich schon kenne, aber immer mit einem gut recherchierten Hintergrund und eigenen Erfahrungen, so dass ich es jederzeit spannend fand, zu lesen.

Am unterhaltsamsten fand ich die Übersicht in einer Tabelle, die den Unterschied in der Arbeitswelt unglaublich deutlich macht:

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Ich musste herzlich lachen! Ja genauso ticken wir und die Inder.

Ich konnte alle Beschreibungen der Autorin aus meinen eigenen Erfahrungen nachvollziehen und die Auswirkungen auf einen distanzgewohnten, in einer perfekten Welt lebenden Europäer. Dass man als Tourist ein großes Geldbündel auf zwei Beinen ist, mit dem man zu jeder Zeit ein Geschäft machen möchte, ist wahrlich anstrengend. Dass Absprachen und „morgen“ und Busfahrpläne absolut nichts zu bedeuten haben, nervenaufreibend.

Ich denke, wenn man auf eigene Faust nach Indien reist, benötigt man sehr viel Zeit, mit den Eigenheiten klar zu kommen. Dank meiner Hindi-Lehrerin habe ich mir bei meinem Indienbesuch viel Lehrgeld gespart.

Ich kann das Buch sehr empfehlen, nicht nur als Reisevorbereitung, auch schon erfahrene Indienreisende können sich hier wiederfinden. Das Buch ist sehr unterhaltsam und informativ. Und wie die Autorin auch richtig meint, es soll auf keinen Fall abschreckend wirken, sondern vorbeugen, dass der Indienurlaub mit einer allzu rosaroten Brille betrachtet wird. Das Abenteuer Indien lohnt sich auf jeden Fall. Allein weil man dort als Europäer ziemlich unsanft aus einer perfekten Welt ins scheinbare Chaos gestürzt wird. Ich konnte dort (zumindest als Touristin…als dort lebende Frau wäre das eher nicht möglich) unheimlich viel Augenblicke der Freiheit, Gastfreundschaft, Abenteuer erleben. Das Land ist einfach so unglaublich, spannend und vielfältig, dass es gut ist, sich den Fakten, die in diesem Buch beschrieben werden, bewusst zu sein.

Vielen Dank an den Conbook-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Es war mir eine Lesefreude!

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Delhi – wer suchet, der findet auch hier Schönes

Mit Delhi stand ich etwas auf Kriegsfuß. Es erinnerte mich zu sehr an Berlin mit seinen grummeligen Bewohnern, allzeit gehetzt und genervt. Großstadt eben. Da sind Touristen erst recht zuviel.

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Dazu ein Regentag, ein Kotzerama, ein heruntergekommenes Business-Hotel, in dem Nachts alle 10 Minuten der Stromgenerator anspringt und das Telefon klingeln lässt…und dann der Besuch des verfallenen ungepflegten Roten Fort, das wir uns hätten sparen können.

Sollte das vom Schicksal hilfreich gemeint sein, dass mir der Abschied aus Indien somit leichter fällt?

Zum Glück gab es drei Dinge, die mich mit Delhi versöhnten:

1. Kingdom of Dreams

In diesem Entertainment-Palast werden nicht nur Musicals präsentiert, hier kann man auch in einer sehr fantasiereich gestalteten Halle mit real anmutendem Kunsthimmel in die ganze Welt Indiens eintauchen und Essen aus allen Teilen des Landes probieren.

Wir haben uns „Zangoora – Der Gypsy-Prinz“ angeschaut und ich war überwältigt von soviel meisterlicher Show…die Bühnenbilder waren unglaublich durchdacht, mal schwebte jemand von oben herab, mal erleuchteten die Leinwände mit zauberhafter Märchenweltoptik, die Bühne war voll von vor Freude tanzender Menschen, es steckte eine schöne Geschichte dahinter, die man auch verstand, wenn man nicht des Hindi mächtig ist und alles tobte und tanzte, am Ende wir alle mit…eine wahre Freude, die man unbedingt mal teilen sollte, wenn man in Delhi ist. Ich habe schon einige, meist enttäuschende Bollywood-Musicals gesehen…dieses kann ich wirklich empfehlen.

2. Farzi Cafe

Diese Art von innovativem Restaurant im Stadtteil Gurgeon habe ich selbst in Berlin noch nicht gesehen. Hier werden kulinarische Illusionen präsentiert. Gewohnte Speisen werden mit ganz anderen Zutaten neu erfunden. Auch die Darbietung der Speisen ist jedesmal erfrischend kreativ. Mal in einem Buch, mal mit Nebel. Hier werden indische Gerichte aus dem bislang gekannten Konzept in ein wirklich interessantes neues Spektrum katapultiert. Einmal überraschen lassen und staunen bitte.

Instagram-Account vom Farzi Café

3. Lodi Park

Ich liebe Parkanlagen in Städten, normalerweise sind das meine erste Anlaufstationen in einer fremden Stadt. In Delhi hätte ich alles erwartet, nur nicht solch einen schönen gepflegten Park mit dieser wirklich entspannten Atmosphäre mitten im Trubel inklusive liebevoll gestalteten Mülleimern, die die Gäste dazu bringen sollen, ihren Müll nicht wie gewohnt achtlos wegzuwerfen, sondern in diese netten Behälter. Ein Chai-Wala bringt in einem dampfenden Kessel Tee und kleine Snacks vorbei. Wir haben die Gelegenheit für ein Picknick genutzt. Das war einfach großartig und sehr entspannend.

Neben diesen 3 Highlights standen natürlich auch das India-Gate und diverse Hindu- und Sikh-Tempel auf dem Programm.

Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Jaipur my Love

Jaipur hat definitiv mein Herz erobert. Der neueste Kinofilm „Best Exotic Marigold Hotel 2“ hat mich schmerzlich daran erinnert, wie sehr ich der Hauptstadt Rajasthans erlegen bin. So ist eine Liebeserklärung an die wunderschöne Stadt aus dem fernen Berlin dringend notwendig.

Dass ich mich so bemerkenswert wohl in Jaipur fühlte, lag sicher auch in erster Linie an dem märchenhaften Hotel „Umaid Bhawan„. Dieses Hotel ist so detailverliebt, dass selbst mehrere Tage nicht annähernd ausreichen, die ganze Schönheit des Hotels zu erfassen. Dazu ein excellenter Service, hochwertiges Essen und ich fühlte mich wie ein Prinzessin. Man könnte meinen, die Fotos auf der Webseite sind stark bearbeitet und können unmöglich der Realität entsprechen…aber es ist wirklich so unfassbar, dass man jedesmal beim Betreten des Hotels in Staunen gerät. In der Nähe gibt es auch die Möglichkeit, eine Ayurvedische Massage zu bekommen, was wir nur allzu gern nutzten. Mittels Fahrservice des Massagestudios gelangten wir ohne Probleme hin und wieder zurück. Der Wagen ist extra mit Tüchern ausgelegt, da man danach sehr ölhaltig wieder ins Hotel zurück kehrt.

Unser erstes Ziel in Jaipur war das berühmteste Wahrzeichen, der Palast der Winde, Hawa Mahal. Hier konnten die zahlreichen Damen des Hofes unerkannt durch die Fenster schauen und so am Leben draußen auf der Straße teilhaben. Architektonisch wirklich einzigartig und man kann sich noch lebhaft vorstellen, welch lustvolles und prunkvolles Leben hier einst geführt wurde.

Unsere nächste Station war die Albert Hall, ein Museum mit Artefakten aus aller Welt, unter anderem auch einer Mumie aus Ägypten.

Jantar Mantar, eine historische astronomische Sternwarte „beherbergt 14 nach astronomischen Gesichtspunkten entworfene Bauwerke. Diese dienen unter anderem der Messung der Zeit, der Voraussage von Eklipsen, der Beobachtung der Planetenbahnen, der Bestimmung von astronomischer Höhe und Deklination und der Erstellung von Ephemeriden“ (Quelle: Wiki)

Leider reichten meine astronomischen Kenntnisse nicht aus, um diese Bauwerke entsprechend zu würdigen, aber interessant anzusehen sind sie allemal.

Die mittelalterliche Festung Amber/Amer Fort liegt etwa 11km nördlich von Jaipur. Hier wurden auch Teile eines meiner Lieblingsfilme aus Indien „Jodhaa Akbargedreht. Dort kocht die hinduistische Rajputenprinzessin Jodhaa nämlich eigenhändig in den Riesenkesseln Essen für ihren muslimischen Mogulherrscher Akbar. Zurück in Deutschland bekam ich gleich Lust, mir zum etlichen Male wieder diesen wunderbaren Film anzuschauen.

Auf dem Weg dorthin sieht man auch „Jal Mahal„, den schönen Wasserpalast. Ebenso hat man hier die Möglichkeit für einen Kamelritt.

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Wenn man schon in Indien weilt und indische Filme so liebt wie ich, ist ein Kinobesuch Pflicht. In Jaipur gibt es das berühmte „Raj Mandir„, welches schon ohne einen Film gesehen zu haben den Besuch lohnt.

Wir haben Dirty Politics gesehen…nunja, eher ein Film, den ich lieber schnell vergessen möchte, weil ich diese Bilder von Om Puri, wie er eine 40 Jahre jüngere Frau abschleckt, nie sehen wollte. Tatsächlich ganz schon dirty, nicht nur, was die politischen Verwicklungen des Filmes betrifft.

Ein ganz besonderes Ausflugsziel ist das Museumsdorf „Chokhi Dhani„, in dem man die ganze Kultur Rajasthans erleben kann…dieses innovative Tourismuskonzept sollte man sich nicht entgehen lassen.

Das wars dann leider auch schon, wir mussten weiter nach Delhi und Pink City verlassen. Bis hoffentlich bald mal wieder!

Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Reise nach Agra – eine Hochzeit und ein Todesfall…

…bevor der werte Leser denkt, hier handele es sich um einen Krimi oder tatsächlich ereignete dramatische Verwicklungen…mitnichten. Ich habe nur in Anlehnung an einen berühmten Film etwas gewitzelt. Der Todesfall bezieht sich ein wenig metaphorisch auf das berühmte Mausoleum Taj Mahal.

Aber von vorn. In Agra angekommen gab es nicht viel Zeit zu verlieren, denn nun war unsere Chance gekommen, einmal einer echten indischen Hochzeit beizuwohnen.

Der Weg dahin war allerdings etwas beschwerlich. Man sollte sich in Indien nicht auf Google Maps verlassen. Wir wurden damit nämlich in eine sehr zwielichtige Gegend geschickt, in der so einige alkoholisierte Männer herum liefen und das Auto kam kaum durch die engen Gassen. Irgendwann gaben wir auf und machten zum Glück kehrt. Das war das erste Mal auf dieser Reise, wo es mir doch sehr unheimlich wurde.

So wartete man schon ungeduldig auf uns. Wir befanden uns zwar schon im fortgeschrittenen Stadium der Feierlichkeiten, genauer gesagt war es der siebente Tag, aber doch wurden wir dann so erschlagen vom Umfang, als wäre es der erste Tag gewesen.

Auf einem sehr großen Areal standen ringsum zahlreiche Köche, die dem Publikum jede erdenkliche Speise frisch zu bereiteten. Niemals hätte ich mich durch all diese Stände probieren können. Aber das, was ich kostete, war hervorragend. Neben der Bühne war eine riesige Leinwand aufgestellt, auf der man live mitverfolgen konnte, was mit dem Brautpaar gerade geschieht. Auf diesem riesigen Areal mit den vielen Menschen ist es nicht leicht gewesen, einen Blick auf das Brautpaar zu werfen. Später kam dann die Braut zur Bühne geschritten und es gab viel Knallerei, Konfetti, Bilder mit allen Verwandten…alles natürlich immer von einem professionellen Team gefilmt. Am Ende legte auch noch ein DJ auf und wir stürmten die Tanzfläche. Alles in allem genauso, wie man es in den Filmen auch immer präsentiert bekommt. Pompös, riesig, bunt, laut und eine tolle Erfahrung.

Am nächsten Tag lautete die Ansage, schon zum Sonnenaufgang das Hotel zu verlassen, um vor der größten Touristenmeute am Taj Mahal zu sein und dieses im schönsten Morgensonnenschein zu erleben. Bevor man hinein darf, muss man sich einer umfangreichen Taschenkontrolle unterziehen. Diese ergab, dass ich meinen Leucht-Gummiball, den ich zum 25jährigen Jubiläum des Mauerbaus erworben hatte, nicht mit reinnehmen durfte. Ein geschäftiger Betreiber eines Shops neben dem Eingang bietet für solche Fälle an, dass er diese verbotenen Sachen aufbewahrt und man dann als Gegenleistung dafür später im Shop etwas kauft. Sehr schlau.

Als ich dann endlich live und wahrhaftig vorm Taj Mahal stand, war es tatsächlich sehr viel beeindruckender, als ich es mir vorgestellt hatte. Unheimlich schön. Weil ja auch etwas makaber. Dieses Grabmal, das der Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene große Liebe erbauen ließ. Angeblich ließ er den Arbeitern nach Fertigstellung die Hände abhacken, damit sie nie wieder ein solches Bauwerk fertigen konnten.

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Man muss sich dann nur mit hunderten anderen Touristen an dieser einen Stelle drängeln, um die berühmte Fotoeinstellung zu bekommen. So wirklich in Ruhe auf sich wirken lassen ist in solcher Hektik leider kaum möglich. Auffallend viele westliche Touristen liefen hier in indischer Kleidung herum. Etwas skurril, aber auch sehenswert.

Die Blütendetails im Inneren des Taj Mahal erleuchten, wenn man eine Lichtquelle daran hält.

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Beim Kauf der Eintrittskarten erhält man diese Schuhüberzieher für den Mamorboden.

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Springen ist übrigens verboten. Wir haben es zweimal ausprobiert und wurden jeweils sofort lauthals und mit bösem Blick ermahnt, dies zu unterlassen^^.

Die dazugehörige Gartenanlage ist sehr liebevoll gepflegt.

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Nach dem Besuch des Taj Mahal ging es zum Roten Fort, der berühmten Festungs- und Palastanlage aus der Epoche der Mogulkaiser.

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Nachdem ich mich schon in Lucknow das erstemal in die lustigen Streifenhörnchen verguckt hatte, verfiel ich ihnen hier ganz, als ein Mann mir einfach ungefragt ein paar Krümel Futter in die Hand streute und ein solches Hörnchen drauf setzte. Wie unglaublich FLAUSCHIG!!!!!!!! Arghhh! Da war es um mich geschehen. Als unsere Reiseleiterin die Bilder später sah, gab es natürlich gleich einen Rüffel, weil die putzigen Dinger Krankheiten übertragen. Aber ich würds trotzdem immer wieder tun ❤

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Die Gartenanlagen waren sehr schön gepflegt und alles gut erhalten. Der Rasen lädt zu einem erholsamen Pausieren ein. Von hier aus hat man auch nochmal einen wunderbaren Blick auf das Taj Mahal.

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Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Zu Besuch beim Projekt Hockey-Camp…Chapatiiiiiiiiii!

Eine Station meiner Indienreise war der Besuch in einem Dorf in Rajasthan, in dem die Deutsche Andrea Thumshirn ein Projekt gegründet hat, was den Kindern vor Ort zu einer besseren Schuldbildung und allgemein besseren Chancen durch die Ausübung des populären Hockeysports verhilft.

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Die FAZ hatte vor kurzem ausführlich darüber berichtet:

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/deutsche-hockey-spielerin-andrea-thumshirn-hilft-in-indien-13402131.html

Nicht nur regelmäßiges Essen, der Englisch-Unterricht, der Sport-Unterricht, auch die Reisen in andere Städte geben den Kindern unendlich mehr Perspektiven und Möglichkeiten, die ihre Eltern im Dorf nie hatten.

Einige Frauen des Dorfes trafen wir auf dem Weg bei der Feldarbeit.

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Bei unserem Besuch waren gerade Praktikanten aus Deutschland vor Ort. Sehr bewundernswert, sich nach dem Abitur gleich solchen Herausforderungen zu stellen. Schließlich ist das Leben in Indien ist einfach mal ganz anders und mit einigen gefährlichen Gegebenheiten verbunden. Einige der Herausforderungen ist es z.B., den Kindern beizubringen, dass es einen persönlichen Abstand zu wahren gibt, dass sie den anderen nicht ins Gesicht niesen und sich öfter die Hände waschen sollten. Umso schwieriger, wenn man nicht so gut die Muttersprache der Kinder spricht, sondern versuchen muss, mit Englisch voranzukommen. Das wurde sehr deutlich, als wir versuchten, die Kindern für ein gemeinsames Foto zusammenzubekommen. Der kleine Flohhaufen stob immer wieder wild auseinander und wollte sich einfach nicht zusammenfinden, bis unsere Reiseleiterin Anjana ein paar konkrete Anweisungen auf Hindi gab und schwuppdiwupp standen alle da wie eine 1. Nur der Hund von Andrea verstand widerum kein Hindi und drängelte sich zwischen die Kinder.

Und nun lernte ich auch etwas ganz wichtiges: man sagt nicht „Cheese“, um ein Fotolächeln für die Kamera zu entlocken, sondern CHAPATIIIIIIIII! (wer es nicht weiß, Chapati ist das Fladenbrot, das in Pakistan (Roti) und Nordindien zum Essen gereicht wird)

Die Kühe auf dem Hof sichern den mangelernährten Kindern eine seltene Milchnahrung.

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Die Praktikanten berichteten auch davon, dass es den Kindern schwer fällt, ihre eigene Kreativität zu entdecken. Sie sind es gewohnt, nur nach Anweisungen zu handeln. Freies Malen ist ein großer Lernprozess. Das hat mich gleich an meinen Lieblingsfilm Taare Zameen Par erinnert.

Ich bin sehr froh, dass ich mir dieses Projekt vor Ort anschauen konnte und dass es solche Projekte gibt. Unsere liebe Mitreisende S. hatte auch fleißig Spenden in Deutschland gesammelt, die sie so persönlich übergeben konnte. Dieses Projekt würde ich auch gern mit meiner persönlichen Anwesenheit unterstützen. Bis dahin müsste ich allerdings noch ordentlich Hindi pauken…

Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Die lustige Welt der indischen Tiere

Ich liebe Tiere! Und auf meiner Indien-Reise habe ich viele tolle Tiere getroffen, so dass ich ihnen unbedingt huldigen muss.

Ganz und gar unsterblich verliebt habe ich mich in die süßesten Streifenhörnchen der Welt, ich glaube, es sind die Indischen Palmenhörnchen. Awwwwwwww! Nachdem ich eines auf meiner Hand hatte, war es um mich geschehen! Ich bin jedesmal fast zusammengebrochen vor lauter Niedlichkeit der kleinen Racker. Auch wenn unserer Reiseleiterin Anjana uns zu Recht niemals erlaubt hätte, ihnen so nahe zu kommen. Sie können schließlich Krankheiten übertragen, so auch die Tollwut. Also alles andere als niedlich….aber wer denkt dem beim Anblick an diese putzigen Kerlchen an sowas? ❤

Es gab schräge Vögel, aber auch altbekannte, wie die Gänse im Lodi-Park in Delhi.

Neben einem Kamelritt durfte auch der Elefant nicht fehlen…allerdings hätte ich nicht gedacht, dass ein Elefantenritt so feucht sein würde…von oben bis unten voller Elefantenschnodder…so hatte ich mir das nicht vorgestellt! *pruuuust*

Kühe und Schweine überall dort, wo es viel Müll gibt.

Die Affen trieben sich auch überall herum. So mutig, sie zu füttern, war ich nicht. Ich hielt lieber respektvoll Abstand. Pringles schmecken ihnen offensichtlich auch.

Die Kobra war tatsächlich echt…wenn auch ohne Giftzähne, aber ganz gewiss nicht aus Gummi.

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Die Hunde schliefen immer und überall.

Sehr selten dagegen zu sehen: Katzen! Da sie keine Nutztiere sind, werden sie auch nicht gehalten. In dieser bewachten Wohnanlage war das Überleben der Katze gesichert, da dort nicht wie anderswo, über die Hunde frei herum liefen.

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Und auch Ziegen waren anzutreffen.

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Wie dieses wieselartige Tier heißt, habe ich leider vergessen…kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

 

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Chand Baori – zu Besuch beim zauberhaften Stufenbrunnen bekannt aus Paheli

Chand Baori

Chand Baori

Ich bin sehr froh, dass wir es trotz knapp bemessener Reisezeit geschafft haben, diesen zauberhaften Ort bei Abaneri inRajasthan, zu besichtigen. Als Bollywood-Fan ist mir dieser Stufenbrunnen durch Paheli bekannt und an diesem faszinierenden Bauwerk, dem wohl größten Brunnen Indiens zu stehen, ist ein wahre Augenweide und sehr erstaunlich. Auch wenn der Brunnen schon lange nicht mehr in Benutzung und die Betrachtung des Brunnens durch einen Zaun getrennt nur von sehr weit oben möglich ist, konnte ich mir sehr lebhaft vorstellen, wie eifrig die Leute damals aus allen Himmelsrichtungen zur Mitte des Brunnens strömen konnten, einen Plausch hielten und sich im Schatten von der Hitze erholten.

Bei der Tiefe kann einem schon fast schwindelig werden, aber diese war notwendig, um an das knappe Grundwasser zu gelangen.

Zur Zeit ist der Brunnen noch ohne Eintritt zu besichtigen, jedoch wird überlegt, demnächst Eintrittsgeld zu erheben, damit der Brunnen erhalten werden kann.

Hier einige Szenen aus Paheli ( Die Schöne und der Geist) mit dem Brunnen:

 

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weiterführende Beiträge dazu:

http://stuffmorpork.blogspot.de/2012/11/der-stufenbrunnen-chand-baori.html

http://bldgblog.blogspot.de/2012/11/chand-baori.html

http://www.goplaces.in/blog/the-chand-baori-at-abaneri/

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Sehenswertes in Lucknow

Nach Lucknow verirren sich nicht ganz so viele Touristen, da es angeblich nicht so viele Sehenswürdigkeiten gibt. Ich finde Lucknow aber durchaus sehens- und erlebenswert.

Ob hier wirklich das reinste Urdu und Hindi gesprochen wird, mag ich mit meinen wenigen Urdu und Hindi-Kenntnissen nicht zu beurteilen, aber der Ort ist wohl bekannt dafür.

Am sehenswertesten ist der Bara Imambara („Großes Haus des Imams“).

 

Um hier hineinzukommen, muss man die Schuhe abgeben. Mit ein wenig Glück bekommt man sie am Ende auch wieder, denn die Leute, die die Schuhe entgegen nehmen, sehen in ihrer Zettelwirtschaft offensichtlich nicht so recht durch.

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Im Dachgeschoss befindet sich ein großes Labyrinth. Unser Führer bot uns an, das Labyrinth allein zu erkunden. Darauf wollten wir uns aber nicht einlassen, denn die Gänge waren sehr schmal und es waren sehr viele Leute darin. Uns war etwas mulmig, denn eine kleine Panik und das Drama wäre groß.

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Hier wurde viel wert auf Gebäudetechnik gelegt. Selbst ein leises Flüstern ist noch 3 Labyrinthgänge weiter zu hören. In diesem großen Saal kann man hören, wenn auf der anderen Seite ein Streichholz entzündet wird.

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Dieser Brunnen diente als Art „Kamera“. Man sah sehr deutlich, wer sich am Eingang bewegte. Ebenso konnte man von drinnen sehr weit nach außen zum Eingang sehen. Unwilkommene Gäste konnte so schnell entdeckt und bei Bedarf von Bogenschützen beschossen werden, die selbst unsichtbar blieben.

 

Imambara Lucknow

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Für die meisten Leute waren wir eine Art Alien, Menschen von einem anderen Stern, vor die man sich einfach mal so hinstellte und beobachtete, wie diese kleinen Kinder.

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Nach getaner Touristenerkundung war eine Stärkung willkommen. Das Royal Cafe eignet sich am besten dafür, da man dort z.B. das Pani Puri, auch als Gol gappa bekannt, zu sich nehmen kann. Hier wird nämlich Trinkwasser verwendet. Alles andere wäre für den weiteren Verlauf der Reise zu gefährlich gewesen. Das Wasser gibt es z.B. in der süßen und sauren Variante. Man sollte die Teile im Ganzen verzehren, ansonsten endet das Verspeisen in einer großen Kleckerei.

 

Die Sonne geht in Lucknow so wunderschön glutrot unter.

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Nach Sonnenuntergang lohnt sich ein Besuch im beleuchteten Elefantenpark Ambedkar Memorial Park.

In Lucknow gibt es auch einen großen Markt, wo man sich überall Mehndi machen lassen kann.

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Mehndi Lucknow

Und wie überall Sari-Geschäfte, in denen nur Männer arbeiten, die einem dann auch die Ware entsprechend präsentieren, was ihnen sichtlich Freude bereitet 🙂

Das Allerallerbeste, was ich in Lucknow erleben durfte, war die Fahrt mit einem Moped durch diesen abenteuerlichen Verkehr! In Deutschland ist das immer ein großer Aufwand: Helm, entsprechende Kleidung, immer schön an die Regeln halten. Und da springt man einfach ohne Helm aufs Moped und fährt so, wie man gerade eben durchkommt. GRANDIOS!

Also durchaus eine Reise wert, dieses Lucknow.

Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Holi-tastic!!!

Nun bewerben wieder unzählige Anbieter das importierte „Holi-Festival“ für Deutschland, und ich kann mit Stolz sagen, dass ich das echte Holi-Fest diesmal in Indien miterlebt habe…

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Bereits am Vorabend des Holi-Festes kann man schon „vorfeiern“,  sich innerhalb der Familie darauf einstimmen und sich mit Farben beschmieren. Da dies in der Wohnung geschieht, ist man hier etwas vorsichtig, aber die Böden sind meist darauf eingerichtet und die Fliesen abwaschbar. Auch werden überall große Lagerfeuer angezündet. Hier kann man alte Sachen hinein feuern (z.B. auch alte Hautschuppen), damit die Erneuerung beginnen kann. Willkommen Frühling.

Bereits auf dem Weg nach Lucknow, wo wir das Fest bei der Familie unserer Reiseleiterin Anjana erleben durften, waren die ersten farbigen Menschen unterwegs. In der Woche konnte man immer wieder gefärbte Kleidung entdecken.

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Beeindruckend fand ich, wie zärtlich man sich gegenseitig die Farbe ins Gesicht schmiert. Das besondere ist ebenso, dass gesellschaftliche Grenzen zu diesem Fest aufweichen. Die niederen Kasten dürfen zusammen mit den höheren Kasten feiern. Das macht dieses Fest für mich noch sympathischer. Und diese Farben! Kein Vergleich zu den Farben, die ich bisher in Deutschland auf den Festivals kennengelernt habe. Bio-Farben, so wunderschön leuchtend und duftend! Natürlich gab es auch andere Farben…Farbschaum, Farböl, Farbwassereimer…einen solchen bekam ich dann leider auch ab, und die Farbe ließ sich sehr schlecht wieder abwaschen. Trotz Einölung am Morgen. Aber nach ein paar Tagen ging auch die hartnäckige Lila-Farbe vom Rücken weg.

Wir haben das Fest in einer bewachten Wohnsiedlung gefeiert. An einem zentralen Platz war eine Tanzbühne mit DJ aufgebaut. Hier haben wir uns dann einfach zu den vielen tanzenden Menschen gesellt, die uns ohne Scheu und mit viel Freude in ihre Mitte aufnahmen und fröhlich mit uns tanzten.

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Wichtiges Instrument sind auf jeden Fall Wasserpistolen, damit die Pulverfarbe auch schön verschmiert.

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Also eines ist klar: nachdem ich nun das originale Holi-Fest mit erlebt habe, werde ich mich den kommerziellen Versionen verweigern, da der ursprüngliche Sinn des Festes so ganz und gar nicht vorhanden ist, der erst den wirklichen Spaß ausmacht.

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Unsere Reiseleiterin war Anjana Singh von Hindi-Online, die diese tolle Reise immer im März anbietet.

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Ich packe meinen Koffer für Indien…

…und da dies meine erste Reise nach Indien ist, bin ich auf Tipps und Tricks von erfahrenen Indien-Reisenden angewiesen.

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– Toilettenpapier! Ich bin ja grundsätzlich jemand, der sich gerne den kulturellen Gegebenheiten anpasst und nicht versucht, seine gewohnte Umgebung nachzubauen, aber beim Toilettengang hört die kulturelle Verständigung bei mir dann leider doch auf. Auch wenn meine linke Hand dann somit nicht die schmutzige Hand ist, welche zum Hinterteil säubern verwendet wird, werde ich diese natürlich genauso wie alle anderen für Tätigkeiten wie Essen vermeiden.

– Medikamente. Ich habe normalerweise höchstens eine geborgte Schmerztablette im Haus und das wars dann. Jetzt bin ich plötzlich eine halbe Apotheke. Das ist sehr gruselig! Aber uns Reisende sollte keine in den Griff zu bekommende Krankheit oder Magen/Darmprobleme aufhalten, also muss das mal sein. Hoffen wir mal, dass wir auch um gerade grassierende Schweinegrippe herum kommen und keine größeren Ausfälle zu beklagen haben.

– Desinfektionsmittel. Gaaaanz wichtig!

– Insektenspray. Habe gehört, die Insekten dort lachen über die hier produzierten Mittel. Ich lasse es mal drauf ankommen. Zur Not kaufe ich mir etwas vor Ort.

– Eine zu einem ganz kleinen Sack schnürbare dickere Daunenjacke, die man hier noch benötigt, weil der Weg zum Flughafen doch bitter kalt sein wird, aber vor Ort möchte man ja dann nicht immer die große dicke Jacke mitschleppen. Vielen Dank an H. fürs Borgen!

– Ein Schlafsack-Inlay. Wir sparen zwar nicht an Hotelkosten und übernächtigen nicht in billigen Absteigen, aber man weiß ja nie, wie die Bedingungen vor Ort dann wirklich sind. Vielen Dank an P. fürs Borgen!

– Mitbringsel: Berlin-Andenken und Süßigkeiten. Ganz was feines sind wohl Raffaello, weil dort unbezahlbar. Bin natürlich auch kein Freund von Süßigkeiten verschenken, aber ich würde mich ja darüber auch am meisten freuen.

Des weiteren natürlich ausreichend Sonnenschutz, Ohrstöpsel gegen den Lärm und ein paar alte Sachen fürs Holi-Festival (die werden dann vor Ort gespendet).

Noch jemand einen Tipp, was ich auf jeden Fall mitnehmen sollte?

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