Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Raees – das dramatische Leben eines mafiösen Robin Hood

- Februar 3, 2017

Kann ein Krimineller wirklich eine Art Robin Hood für seine Mitmenschen sein, wenn er richtig viel auf dem Kerbholz hat? Kann man das gut finden?

Das Leben schreibt ja bekanntlich die spannendsten Geschichten…aber Inder legen natürlich immer noch einen drauf und als wäre dieser Film nicht schon spannend genug, müssen sie rund um die Entstehung des Films noch ein eigenes Drama anzetteln.

Schon bald nach Drehbeginn von „Raees“ wurde darüber berichtet, dass die Geschichte inspiriert von einem Gangster namens Abdul Latif sei (gespielt von unserem King Khan), der Alkohol schmuggelte und in die Terroranschläge 1993 von Mumbai verwickelt war. Aber die Filmmacher verneinen dies und verweisen darauf, dass der Film reine Fiktion ist. Vielleicht weil sie wissen, wie viel Kontroversen und Diskussionen dies nach sich ziehen würde, eine reale Geschichte ins indische Kino zu bringen.

Ich finde es durchaus realistisch, dass hier das Leben eines echten Mafioso verfilmt wurde. Da muss man sicher nicht mehr viel hinzu dichten und man hat eine Menge Stoff zu verarbeiten. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn man versucht, so einen kriminellen Lebenslauf in Gänze darzustellen. Aber auf jeden Fall beeindruckend.

Was mich an diesem Film besonders unterhielt:

  • der unglaublich talentierte Nawazuddin Siddiqui, der mich bis jetzt in jedem seiner Filme so grandios begeistert hat, spielt einfach wieder mörderisch gut (haha) und ich muss einfach immer noch darüber schmunzeln, wie witzig die filmischen Unterschiede zwischen ihm und Shahrukh wirken…Nawazuddin mit seiner überzeugenden realistischen Schauspielkunst vs. Shahrukh Khans bollywoodeskem Overacting. Verwirrend! Ständig schwankt man zwischen „realistischer Film“ und „Bollywood-Märchen“. HERRlich unterhaltsam!
  •  wie wunderschön künstlerisch das Blut auf der Leinwand spritzt! malerisch, anmutig, und grazil wird dort gemordet und gestorben, was das Zeug hält. Das ist KUUUUUNST!
  • die wirklich gut gemachte Vintage-Optik…ach ja, diese riesigen Brillen, die in den 80ern modern waren und jetzt wieder so richtig hip sind. Und diese lustigen riesigen Telefone, als es noch keine Handys gab.
  • Shahrukh Khan mit fast natürlichem Look, Kajal, muskelbepackt, traditioneller Kleidung…echt toll anzusehen ❤ !!!

Was mich nicht so begeistern konnte:

  • mit der pakistanischen Hauptdarstellerin Mahira Khan bin ich leider nicht so warm geworden

Macht ein klares Ergebnis für gute Unterhaltung 🙂 Ein Masala-Movie mit einer brisanten und umfangreichen Mischung, die man erstmal verdauen muss. Da sitzt man am Ende des Films erstmal still und geplättet da. Gibt soviel zu verarbeiten. Raees, der Kriminelle mit dem kühlen Kopf eines Geschäftsmannes, der sich trickreich und mit dem Mut eines Kämpfers bis an die Mafiosi-Spitze empor arbeitet, seinen Mitmenschen immer hilfreich zur Seite steht und am Ende aus Verzweiflung und gut-Herzen einen schwerwiegenden Fehler begeht. Und die Politik tanzt mal mit, mal gegen seine Pfeife. Aber ein Polizist gibt nicht auf, ihn für seine Taten zu richten. Holla die Bollyfee!

 

 

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