Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Margarita with a straw – wieviel Drama passt in einen Film?

- Juli 17, 2016

„Margarita, with a straw“ ist der Cocktail, den sich Laila (Kalki Koechlin), durch Kinderlähmung an einen Rollstuhl angewiesen, als ersten Cocktail ihres Lebens bestellt, als sie mit ihrer blinden Mitstudentin Khanum einen Abend in einer Bar in New York verbringt. Nach New York ist sie mit Hilfe eines Stipendiums gekommen.

Bei diesem Film, so preisgekrönt er ist, hat man am Ende das Gefühl: weniger wäre mehr gewesen. Es hätte durchaus gereicht, das Leben einer an den Rollstuhl gefesselten jungen Frau zu beleuchten. Auch sie hat sexuelle Bedürfnisse, auch sie durchlebt das Drama einer unerwiderten Liebe. In Indien werden benachteiligte Personen sehr stiefmütterlich behandelt und versucht, diese nicht im öffentlichen Leben zu präsentieren. Stars wie Aamir Khan versuchen diese Situation zu ändern. Also das Thema hätte schon allein genug Stoff gegeben. Aber nein! Dann stellt Laila auch noch fest, dass sie bisexuell ist. Zwei Frauen mit Behinderung verlieben sich. (Und ihre Liebe Khanum stammt auch noch aus Pakistan). Diese Liebe bringt natürlich ein großes Drama mit den Eltern mit sich und dann erkrankt die Mutter auch noch am Ende an Krebs. Alles ungewohnt offenherzig und ungeschönt dargestellt. Hallooooo? Das ist echt too much!

Offensichtlich hatte Regisseurin Shonali Bose ganz viel zu sagen. Ihr Cousine litt an zerebraler Kinderlähmung und als sie diese sie zu ihrem 40.Geburtstag fragte, was ihren Geburtstag zum besten jemals machen würde, meinte diese „Sex“.  Über die Sexualität ihrer Cousine hatte sie bis dahin nie nachgedacht. Shonali Bose hat sich selbst als bisexuell geoutet.

Normalerweise lässt die indische Zensur solch realistische Darstellungen von Sexszenen nicht zu. Interessanterweise wurde hier von der indischen Zensurbehörde zwar verlangt, die hetereosexuelle Sex-Szene mit Lailas Mitstudenten etwas weniger deutlich darzustellen, aber die lesbische Liebesszene blieb zum Erstaunen der Regisseurin absolut ungeschnitten.

So einen Film hat man auf jeden Fall noch nicht gesehen, so viel steht fest. Darauf sollte man gefasst sein. Er will ein bisschen zuviel für meinen Geschmack. Aber hinterlässt so natürlich genug Stoff für zahlreiche Gedankenanstöße weit nach Anschauen des Films.

http://www.facebook.com/MWASOfficial 

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