Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Piku – Ach du heiliger Stuhlgang

- Mai 26, 2018

Zu diesem Film fällt mir der passende Witz ein, den ich neulich von Ranga Yogeshwar gehört habe: „Wenn in Deutschland 3 Männer zusammen stehen, reden sie nach 5 min über Autos. In Indien reden 3 Männer nach 5 min über Magen-Darm-Probleme.“

Wenn Sie schon immer alles über Ausscheidungen wissen wollten: Farbe, Konsistenz, Häufigkeit…dann sind Sie hier richtig. Es gibt kein wichtigeres Thema für Pikus Vater und so beherrschen die Fäkalien sogar ihre Meetings im Büro und ihre Dates. Es wird praktisch in jedem zweiten Satz darüber gesprochen und vor allem gestritten. Quasi „Darm mit Charme“ in schönster Verfilmung. Was kann man für eine gute Verdauung tun, was ist der Vorteil des indischen Sitzes und der große Nachteil des westlichen Toiletten-Throns.

Piku (Deepika Padukone) und ihr 70jähriger Vater (Amitabh Bachchan) sind zwei sehr komplizierte Menschen, die sich ohne Pause anschreien können und sich ständig annerven. Wenn die ganze Familie samt Onkeln und Tanten zusammen kommt, wird es noch lauter und hitziger. Für mich als Zuschauer war das sehr sehr anstrengend. Für alle Menschen im Umfeld der beiden ist es das auch. Die Taxifahrer streiken deswegen schon und wollen Piku nicht mehr fahren. Ihr Vater möchte aber unbedingt von Delhi nach Kalkutta in sein Elternhaus fahren und so erbarmt sich schließlich Rana, der Besitzer des Taxiunternehmens (Irrfan Khan) und fährt die Beiden. Was ihn natürlich alle Nerven kostet. Aber er bleibt immer ruhig und kann gute Tipps zu Stuhlgang und Verdauung des Vaters geben und rastet auch nur einmal kurz aus. Irrfan Khan ist wie gewohnt angenehm und man schaut ihm gerne zu, wie er die beiden Wahnsinnigen oft auf den Boden der Tatsachen herunter holt. Er scheut sich auch nicht davor, die Probleme zwischen Piku und ihrem Vater zu benennen. Diese Momente waren für mich sehr erleichternd zwischen all dem Gebrüll und Gezeter und es hätte niemand diese Rolle besser übernehmen können als Irrfan.

Ich denke, für Inder sorgt sowohl das Fäkalienthema als auch die realistische Darstellung der Probleme einer indischen Familie für viel Lacher. Ich persönlich kann diesem Fäkalhumor durchaus auch etwas abgewinnen und wie schon tausendmal erwähnt, ein Film mit Irrfan Khan lohnt sich immer. Aber die Streitereien sind auch echt anstrengend anzusehen. Kein Film, wenn man vorhat, etwas zu relaxen. Hier kommt der Blutdruck erstmal in Wallung. Das Ende ist etwas vorhersehbar, aber man freut sich auch darauf.

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/title/80049194


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