Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Premiere von Lunchbox – Manchmal fährt der falsche Zug zum richtigen Ort

Heute war die Premiere von Lunchbox in Berlin. Das Spielfilmdebut des indischen Regisseurs Ritesh Batra, gefördert durch das Medienboard Berlin Brandenburg und ARTE, wird ab dem 21.11. in allen Kinos zu sehen sein. Es wird eine deutsch-synchronisierte Fassung geben, wir durften das Original mit Untertiteln sehen.

Der zentrale Leitsatz des Films, den mir der anwesende Regisseur auch als Autogramm signierte war: Manchmal fährt der falsche Zug zum richtigen Bahnhof.

In Indien liefern die Dabbawallas das Essen an die im Büro arbeitenden Männer für die Mittagspause aus, welches die Frauen mit viel Liebe zubereiten. (http://www.arte.tv/de/das-perfekte-chaos/3898460,CmC=3896176.html) Sie sind perfekt organisiert, müssen täglich 200.000 Essen in Mumbai ausliefern und nutzen dazu einen Nummerncode. Ohne Computer, ohne lesen zu können. Das funktioniert erstaunlicherweise so gut, dass von 16 Millionen wohl nur eine Dose verloren geht. Im Film geht diese eine Dose an die falsche Adresse, den falschen Mann. Aber letztlich ist es genau die richtige Adresse, denn die zwei kommen sich über diese Lunchbox mit Briefen so nahe, dass eine kleine Romanze entsteht. Sie finden in ihrer Lebenssituation Trost und Hoffnung.

Ein wirklich toller Liebesfilm! Irrfan Khan ist einfach ein großartiger Schauspieler. Allein seine Mimik, wie er verstohlen um sich blickt, wenn er an der Lunchbox riecht, wenn er den für ihn bestimmten Brief öffnet, wenn er mit Spannung das Essen in den Boxen erforscht. Das bringt wahre Freude. Nimrat Kaur ist natürlich ebenso bezaubernd und überzeugend. Der Film ist sehr dokumentarisch, mit echten Straßenverkehrszenen, echten Dabbawallas. Man ist im wirklichen Indien. Man riecht und schmeckt förmlich das Essen mit.

Keine Angst, das ist kein Bollywood-Film, wo gesungen und getanzt wird. Das ist ein schöner Film über das oft nicht so schöne Leben. Ich muss aber davor warnen, hungrig in diesen Film zu gehen. Denn dann knurrt einem ständig der Magen angesichts dieser leckeren Mahlzeiten. Auf der offziellen Webseite gibt es auch Rezepte zum Nachkochen. Ja, die Liebe für den Film geht wohl auch durch den Magen des Kinobesuchers.

Das offene Ende ist vielleicht ein kleiner Schlag in die Magengegend, aber hier soll sich laut Regisseur jeder sein eigenes Ende erdenken. Welches Ende würdet ihr favorisieren?

Unbedingt sehenswert! Auf ins Kino!

Webseite zum Film: http://www.lunchbox-derfilm.de/

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