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Anish Kapoor-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau Berlin

Anish Kapoor wurde 1954 in Bombay geboren und kam 1973 nach London, wo er seitdem lebt und arbeitet. Er ist einer der weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Skulptur-Künstler. Im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist er nun mit seinen Aufsehen erregenden Werken zu sehen, von denen einige eigens für diese Ausstellung gefertigt wurden.

Mir hat die Ausstellung viel Spaß gemacht, weil man mit den Werken spielerisch desorientiert, verwirrt, verstört wird. Wie etwa, wenn man sich verzerrt in den Parabolspiegeln kaum widererkennt, mal dick, mal dünn, mal auf den Kopf gestellt, mal tausendfach widergespiegelt. Das sorgt sowohl für große Erheiterung, als auch Nachdenken über die vielen Lebens-Perspektiven. Wenn man auf ein schwarzes Loch im Boden schaut, dass unendlich scheint und sich alle dieselbe Fragen stellen: wie tief ist das Loch? Ist es überhaupt eins oder nur aufgemalt? Wenn man sich Kopfhörer aufsetzen darf, weil die Kanone, mit der rote schwere Wachsballen an die Wand katapultiert werden, so laut nachhallt. Action-Painting der besonderen Art: wir wissen nicht, wie das Werk am Ende aussehen wird. Und während man zusammenzuckt, kann man erahnen, was blutige Zerstörung bedeutet. Die Bewacher der Ausstellung haben alle Hände voll zu tun, den Leuten ständig zu sagen, dass sie nichts anfassen sollen. Weil diese Art von Kunst einfach so verwegen spielerisch, anfassbar daher kommt, dass man fast vergisst, in einer Ausstellung zu sein. Schön fand ich auch die Bemerkung einer Dame im Angesicht der „Dirty Corner“, dass sie nicht verstehe, was daran Kunst sein soll. Aber so einen Rußflecken malt man nicht eben mal so an die Wand, dass das Schwarz dreidimensional wirkt. Anish Kapoor hat offensichtlich Spaß daran, auch mal was „Idiotisches“ auszuprobieren und zu sehen, wie es auf uns wirkt. Den Spaß verliert man bei dieser Ausstellung an keiner Stelle. Probierts mal!

Artikel zu dieser Ausstellung:

Von Darmzotten fasziniert

Sinfonie für die Sonne

ICH WILL NUR SPIELEN!

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