Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Ae Dil Hai Mushkil -in Zeiten schwerer Herzen

„Die Liebe ist wie Krebs – kommt überraschend und geht erst wieder, wenn sie dich zerstört hat“…ziemlich drastische Aussage von Ranbir Kapoor als Ayan Sanger. Er muss versuchen mit einer unerwiderten Liebe klar zu kommen, denn Alizeh, an die er sein Herz verloren hat, möchte niemals die wertvollere Freundschaft zwischen ihnen zerstören.  Und mit dieser Ansicht ist sie ziemlich hartnäckig und Ayan verzweifelt mal mehr, mal weniger daran. Abgesehen von einigen tollen Ablenkungen wie die Beziehung zu einer älteren Frau und seiner Karriere als Sänger, meistens mehr. Wahrscheinlich können die wenigstens Männer nachvollziehen, warum Alizeh ihm nicht die kleinste Chance als Liebhaber geben will. Er hat doch alles. Ist attraktiv, charmant und auch noch reich. Was will man mehr? Doch Alizeh möchte ihn niemals aus seinem Leben gehen lassen und meidet deshalb eine Liebesbeziehung. Ich verstehe zwar nicht, warum man davon ausgehen sollte, dass diese Beziehung früher oder später scheitern sollte, aber gut. An diesem Film ist einiges unverständlich. Vor allem auch das Ende. Liebe und Krebs scheint hier das Mantra des Films, was auch immer Regisseur Karan Johar damit verarbeiten möchte.

Pluspunkte hat der Film bei mir gesammelt, was die Musik angeht. Gefühlt ein Song nach dem anderen. Da hüpft das kleine Bollywoodherz. Eine absolut gelungene Parodie auf die Bollywoodindustrie. Da lacht das kleine Bollywoodherz. Und ein Kurzauftritt von Shahrukh Khan. Da schmilzt das kleine Bollywoodherz nur so dahin.

Obwohl dieser Auftritt von King Khan auch ein wenig ambivalent für mich war. Auftritt der alten Bollywood-Generation. Wirkte wie eine Zeitreise. So ganz anders als der Rest des Films. So  nach dem Motto: der muss auch noch mit rein. Egal wie. Ganz bezaubernd die Rolle von Aishwarya Rai Bachchan als reife Geliebte und Ex-Frau von Shahrukh. Hat auf keinen Fall ihren Reiz verloren und macht eine sexy Figur. Diese zauberhafte Frau hat dann auch noch intellektuell ihre absoluten Vorteile. Wahnsinn.

Der Film hält, was ein Bollywoodfilm verspricht: Liebe, Herz, Schmerz, Musik, Tanz, tolle Kostüme…ein gelungener unterhaltsamer Film. Aber nicht unbedingt nachhaltig beeindruckend.

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Kapoor & Sons -ein Familiendrama nimmt seinen Lauf

Ich lasse mich in letzter Zeit gern auf Bollywoodfilme ein, ohne vorher irgendetwas über den Inhalt gelesen, noch einen Trailer gesehen zu haben. Quasi ein Bollywoodfilm im Bollywoodfilm, denn meist endet es dramatisch. Entweder wird man schwer enttäuscht oder überragend überrascht. Kapoor & Sons fällt in die Kategorie positiv überraschend.

Ohne zu wissen, worum es geht, begeisterte mich die erste Hälfte des Films nicht so sehr. Die jungen Wilden fühlten sich etwas zu gewollt „hipp“ nach westlichem Standard an, und dann diese typischen Familienstreitigkeiten zwischen Geschwistern, Eltern die versuchen ihre Ehe- und finanziellen Probleme nur nicht offen darzustellen. Immer schön alles unter den Teppich kehren und die heile Familie spielen, aber wie sollen sich diese gravierenden Probleme noch innerhalb eines Filmes auflösen und wo soll da jetzt der Unterhaltungswert sein?

Und genau diese Auflösung hatte es in sich.  Besonders, weil das Thema Homosexualität eine große Rolle spielt und Karan Johar es doch immer wieder schafft, das Thema hochsensibel darzustellen, ohne es auch nur mit einem Wort zu benennen. Es wird fast zärtlich nur ganz leise angedeutet, aber die ausgelösten Emotionen sind sehr gewaltig. Ebenso wie die Auflösung der schier unüberwindbaren jahrelangen Verstrickungen innerhalb der Familie. Alles auch dank dem lustigen und listigen Opa. Am Ende sitzt man sehr überrascht ziemlich aufgelöst da, denn was da am Anfang noch so belanglos vor sich hin plätscherte, entwickelte sich am Ende doch noch zum großen Bollywooddrama, wie wir es lieben. Puhhh! Also zum Glück doch keine weggeworfene Lebenszeit mit einem unbedeutenden Film verbracht, sondern durchaus gut unterhalten.

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