Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Lauf Milka, lauf (um dein Leben)! Die Biographie eines indischen Laufhelden

Hosssssa! Wie heiß ist denn Farhan Aktar in der Rolle des Olympialäufers Milka Singh! Da hat nicht nur er im Film ordentlich geschwitzt, da schwitzt man auch als weiblicher Zuschauer ordentlich mit. Hossa!!! Und daran ist bitte nicht nur seine schon übertrieben aufgepumpte Athletenfigur Schuld (die der wahre Milkha Singh sicher nicht hatte). Als Sikh macht er ein außerordentlich bewundernswerte Figur. So ein Turban, lange Haare, Bart können ganz schön sexy sein.

Aber erstmal frisch kalt geduscht zum Inhalt des Films, der sich wirklich lohnt, anzusehen. Der Regisseur Rakeysh Omprakash Mehra (der auch für den wunderbaren Film „Rang de Basanti“ verantwortlich ist) meinte, in Indien gibt es normalerweise keine berühmten Athleten. Indiens Sport sind eher Hockey und Cricket. Aber einen Helden hat es unter den Athleten doch gegeben, und dessen Geschichte musste unbedingt erzählt werden und soll nun auch in allen Schulen gezeigt werden.

Milka Singh erlebte als Kind bei der Trennung Indiens und Pakistans ein Trauma. Er musste mit erleben, wie seine Familie Opfer der  religiösen Vertreibungen wurde. Kurz bevor auch sein Vater getötet wird, ruft ihm dieser noch zu „Bhaag Milka, Bhaag (Lauf Milka, Lauf!). Dieses Trauma begleitet Milkha sein Leben lang und macht ihn vielleicht deshalb zum größten indischen Läufer aller Zeiten, da er quasi immer auch um sein Leben läuft. Lange trägt er den Hass auf Pakistan mit sich, bis er eines Tages von der indischen Regierung genötigt wird, an den freundschaftlichen Indisch-Pakistanischen Spielen teilzunehmen. Als er den außerordentlich schnellen pakistanischen Läufer besiegt und ihm von pakistanischer Seite der Titel „Flying Sikh“ verliehen wird, scheint er das erstemal versöhnt.

Der Pakistan-Indien-Konflikt ist sehr einseitig dargestellt, woraufhin der Regisseur zu bedenken gab, dass er natürlich nur aus der Sicht von Milkha erzählt hat. In Pakistan konnte der Film nicht wirklich released werden, da er zur Zeit des Ramadan herausgebracht wurde. Es wurden aber wohl sehr viele DVDs geordert.

Der Regisseur erzählte noch, dass er den Film mit dem echten Milkha angesehen hat, er aber nach kurzer Zeit gegangen ist, wahrscheinlich weil es zuviel für ihn war, die ganzen Grausamkeiten noch einmal mitzuerleben. Er hat ihm auch nie gesagt, ob er den Film gut fand.  Ob historisch gesehen soweit alles so stimmt, ist fraglich, aber Rakeysh Omprakash Mehra gab auch zu, dass vieles von ihm interpretiert ist. Zum Beispiel dass Milkha während des Laufens immer die Vergangenheit einholen will und er die Mörder seiner Familie im Nacken hat. Milkhas Ehefrau schien aber kein Problem damit zu haben, seine heißen Affären z.B. mit einer Australierin auf der Leinwand zu sehen. Sie wußte wohl, worauf sie sich einläßt.

Ein sehr sehenswerter Film! Dieser Sportlerbiographie darf man getrost eine Chance geben. Sehr schön fand ich viele mit Leidenschaft gedrehte Kameraeinstellungen, wenn z.B. seine Füße in Zeitlupe im Sand laufen. Farhan Aktar spielt einfach großartig. Ich denke, der echte Milka Singh hätte keinen besseren Schauspieler für die Verfilmung seines Lebens bekommen können.  Zurecht ausgezeichnet als „Bester Film“ bei den Filmfare Awards. Die Trennung von Indien-Pakistan hat sicher noch hunderttausend solcher Schicksale zu erzählen. Nicht alle können erzählt werden, aber hier steht eine Geschichte davon, die, ich kann dem Regisseur zustimmen, erzählt werden sollte.

http://en.wikipedia.org/wiki/Bhaag_Milkha_Bhaag

http://www.molodezhnaja.ch/bhaag-milkha-bhaag.htm

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