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Dharavi – ein Slum im Kampf gegen die Kahlschlagsanierung

Einer der größten Slums der Welt, einst vor den Toren Mumbais enstanden, befindet sich inzwischen mitten in Mumbai und besetzt damit sehr begehrtes Bauland. Der Architekt Mukesh Mehta hat ein ehrgeiziges Kahlschlagsanierungsprogramm erdacht, mit dem er Milliardengewinne einfahren könnte. Die Regierung ist damit leicht überzeugt. Doch was wird aus den  hunderttausend Menschen, die in diesem Slum täglich ums überleben kämpfen? Mukesh Meta verspricht den Slumbewohnern Wohnraum und Arbeit, aber diese halten das nicht für realistisch. Sie ziehen ihre Autonomie, ihr soziales Netzwerk, das bestens funktioniert, vor. Der Slum ist für diese Menschen nicht nur Wohnraum, er ist vor allem auch der Ort, an dem sie ihre Fabriken, ihre kleinen Unternehmen beherbergen, ihre Existenzgrundlage. Statistisch gesehen hat jeder US-Amerikaner und Europäer mindestens einen Artikel, der in diesem Slum hergestellt wurde (denkt mal drüber nach). Mukesh Metha verspricht westlichen Wohlstand, aber für die Slumbewohner ist das gar keine so erstrebenswerte Zukunft. Er versteht wiederum nicht, wie man von außen betrachtet in so erbärmlichen Verhältnissen leben kann.

Mit dieser Reportage ist man mittendrin im Geschehen. Auf der einen Seite die Städteplaner, die natürlich großen Profit vor Augen haben. Auf der anderen Seite die Slumbewohner, die in ihrem Slum unabhängig agieren können, sich dort wunderbar funktionierende Netzwerke aufgebaut haben und das Leben dort eben nicht als unwürdig ansehen, sondern arbeiten und überleben können.

In einem der neusten Artikel, die ich zu dem Thema gefunden habe, wartet das erste 18-stöckige Hochhaus auf die Erlaubnis zum Bau.  Hoffen wir für die Slumbewohner, dass es nicht der Anfang vom Ende wird. http://indianexpress.com/article/cities/mumbai/dharavi-redevelopment-project-hurdles-slow-down-progress/ 

http://www.konermann.net/dharavi.html

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