Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Yeh Ballet – Der Sprung in ein besseres Leben

- Februar 23, 2020

Ballett und Mumbai…diesen Zusammenhang hatte ich bisher noch nie gesehen. Aber nach dem Film macht das Sinn. Um als Tänzer international Karriere machen zu können, bringen einen die schönsten indischen Tänze nicht weiter. Auf den großen Bühnen der Welt wird Ballett getanzt.

Der Film beruht auf einer unglaublichen und doch wahren Geschichte, basierend auf dem Leben von Manish Chauhan und Amiruddin Shah. Die zwei Jungs Asif and Nishu aus dem Fischerdorf Worli in Mumbai schaffen den riesigen Sprung aus dem Slum ins Ausland. Die beiden Jungs haben keine andere Chance. Ihnen wird keine andere Chance gegeben. Sie können entweder den Weg wählen, mit Kriminellen zusammen zu arbeiten und damit gutes Geld zu verdienen. Oder sie können ein Leben lang Taxifahrer sein, ohne jemals den Fuß in eine bessere Welt zu schaffen. Doch dann ermöglicht ihnen die Ballettschule einen großen Traum. Den Weg hinaus in die Welt. Für Millionen Menschen bleibt es ein Traum. Doch die beiden arbeiten hart, denn sie haben dieses eine Ziel. Sie wissen nichts von Ballett und können kaum Englisch, geschweige denn Französisch. Und die Gesellschaft? Legt ihnen weitere Steine in den Weg! Trotz Stipendium in den USA verwehrt ihnen die Botschaft ein Visum. Ich kenne dieses Problem persönlich. Alles stimmt, nur diejenigen haben dann keinen Besitz, weshalb in Frage steht, ob sie zurück kommen werden. Selbst ein einfaches Touristenvisum wird aus diesem Grund abgelehnt. Wie soll denn ein besitzloser Mensch jemals die Chance bekommen, aus seiner Situation heraus zu kommen, wenn ihm nie eine Chance gegeben wird?

Leider ist mir der Film zu weich gespült. Ja vielleicht schauen die Leute einen weich gespülten Film eher, als einen, der einem all die schwerwiegenden Konflikte aufzeigt, die das Leben in Indien so mit sich bringt. Wie hart das Leben für die beiden Jungs wirklich ist, kommt nicht so wirklich heraus. Eher erscheint das Leben in Worli wie eine bunte Tanzveranstaltung. Auch die Konflikte mit dem Vater, der seinem Sohn das Tanzen verbietet, weil das kein richtiger Job ist und sie ihm seine Ausbildung nicht bezahlt haben, damit er am Ende auf Hochzeiten und Geburtstagen tanzt, ist sehr abgeschwächt und fast harmlos dargestellt. Ebenso der Konflikt, dass für einen Muslim Tanzen und Musik nicht erlaubt ist, endet im recht schnellen Verständnis der Eltern, dass das Tanzen eine Gabe ist, die man pflegen sollte. Womit ich aber so überhaupt nicht klar gekommen bin, ist die Darstellung des Tanzlehrers von Julian Sands. Wie haben sie es hinbekommen, dass er wie ein furchtbarer Laienspieler wirkt? Daneben wirkten ja selbst die Jungs professioneller.

Insgesamt ist es natürlich immer toll, wenn man von solchen Geschichten hört, die so unglaublich sind, aber auf wahren Tatsachen beruhen. Eine Chance wie ein Lottogewinn. Raus aus der Armut. Mich würde jetzt sehr interessieren, ob die beiden wirklich ihr Glück im Ausland gefunden haben. Ich habe natürlich die Bilder aus Mumbai genossen. Die Erinnerung an eine schöne Zeit in Mumbai. Ich weiß sehr wohl zu schätzen, dass ich einen Reisepass besitze, der mich fast überall hinreisen lässt.

Vielleicht könnte man aus dem Film eher eine Serie wie „Golden Boy – Selection Day“ machen? Mit etwas mehr Tiefe. Die Story an sich ist wirklich sehr inspirierend und verlangt irgendwie nach mehr…

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/de/title/81101795

EN

Ballet and Mumbai … I had never seen this pairing before. But after watching this film it makes sense. In order to be able to make a career internationally as a dancer, the most beautiful Indian dances won’t get you anywhere if you want to have an international career as a dancer. Ballet is danced on the most famous stages of the world.

The film is based on an incredible, yet true story, based on the lives of Manish Chauhan and Amiruddin Shah. The two boys in the film named Asif and Nishu, from the fishing village Worli in Mumbai make the giant leap from the slum to abroad. The two boys have no other chance. They will not be given another chance in life. They can either choose to work with criminals and make good money, or be a taxi driver for a lifetime without ever moving up in the world. But then the ballet school makes their dream come true and gives them a way out into the world. Such a situation remains a dream for millions of people. But the two work hard because they have this one goal. They know nothing about ballet and can hardly speak English, let alone French. And society? Society put more stones in their way! Despite receiving a scholarship in the United States, the embassy denies them a visa. I know this problem personally. All the paperwork is correct, only those that have no property are denied a visa. For this reason, even a simple tourist visa is refused. How can a person without financial assets ever get the opportunity to get out of his situation if he is never given a chance?

Unfortunately, the film was too superficial for me. Yes, I know, people like to watch a feel good film instead of one that shows you all the serious conflicts of life in India. How hard life really is for the two boys doesn’t really come across. Life in Worli appears more like a colorful dance event. The conflicts with the father, who forbids his son from dancing because it is not a real job and they have not paid him for his training so in the end he can dance at weddings and birthdays, is very relaxed and almost harmless. Likewise, the conflict that dancing and music is not allowed for a Muslim mutates in the parents‘ quick understanding that dancing is a gift that should be cultivated. What I didn’t get along with at all is the portrayal of Julian Sands‘ dance teacher. How did they manage to make him look like a terrible amateur? It seems that Julian Sands portrayal of the dance teacher is wasted. Even the boys looked more professional.

Overall, of course, it’s always great to hear about stories which are so incredible, yet based on real facts. An opportunity like winning the lottery. Getting out of poverty. I would be very interested to know whether the two really found their luck abroad. Of course I enjoyed the images from Mumbai. The memory of a good time in Mumbai. I appreciate very much that I have a passport that allows me to travel almost anywhere.

Maybe they could make a series like „Golden Boy – Selection Day“? With a little more depth. The story itself is really very inspiring, yet somehow requires more … 

Watch on Netflix: https://www.netflix.com/de/title/81101795

 


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