Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Made in China – Let’s talk about sex, baby

- Februar 6, 2020

Sex sells. Auch in Indien.

Unternehmer Raghu, gespielt von Rajkummar Rao, versucht seit langem mit allen möglichen Geschäftsideen sein Glück, z.B. quadratische Wassermelonen. Nichts funktioniert. Seine Frau muss sich von anderen Menschen Geld leihen, damit sie über die Runden kommen. Sein Onkel zwingt ihn schließlich, mit seinem Cousin nach China zu gehen, um einen Investor für eine Geschäftsidee zu treffen.  Dort lernt er schließlich einen Geschäftsmann kennen, der ihm eine Tiger-Penis-Suppe zeigt, die eine ähnliche Wirkung haben soll wie Viagra. Er soll die Suppe in Indien vertreiben, dann wird er ein erfolgreicher Geschäftsmann, denn Sex ist in Indien wie in China eine sehr wichtige Sache (wo eigentlich nicht). Zurück in Indien versucht Raghu alle Arten von Leuten zu konsultieren, die versprechen, eine Lösung für Probleme sexueller Art parat zu haben. Ihm wird schließlich klar, dass es keine geniale Lösung gibt. Dann entdeckt er ein Buch von Sexologe Dr. Vardhi, gespielt von Boman Irani, das ihn sehr beeindruckt und versucht ihn, als Geschäftspartner zu gewinnen. Der sagt natürlich nicht sofort ja, Raghu bleibt aber sehr hartnäckig und kann Dr. Vardhi schließlich doch überzeugen, mit seinem Wissen vielen Menschen zu helfen. Um in Indien offen über Sex zu reden, muss man sehr viel mit Metaphern arbeiten. Dr. Vardhi ist ein echter Meister darin. Er erklärt z.B., dass Männer wie Streichhölzer sind und schnell verbrennen. Frauen dagegen sind wie Dampfbügeleisen. Sie brauchen eine Weile, bis sie richtig heiß werden. So solle der Mann doch Geduld beweisen. So ist es ihm möglich, mit Menschen über Sex zu reden, ohne dass sie aus lauter Scham das Thema unausgesprochen lassen. Die Geschäftsidee wird dank Dr. Vardhi schließlich zu einem erfolgreichen Geschäft ausgebaut, allerdings mit illegalem Verkauf.

Als ein bekannter chinesischer Politiker stirbt und die Suppe bei ihm gefunden wird, gibt es Ermittlungen. Bei einer Gerichtsverhandlung hält Dr. Vardhi eine flammende Rede zum Thema Sex.  Da sich in Indien niemand traut, öffentlich über Sex zu reden, stauen sich die Probleme an und führen letztlich zu Gewalt und Scheidung. Wie recht er hat!   

Als schließlich festgestellt wird, dass in der Suppe ganz normale Zutaten enthält und weder Tiger-Penis noch sonst irgendwelche Zauberkräuter, erklärt Raghu dem Gericht, dass 70% aller sexuellen Probleme einen psychologischen Hintergrund haben und diese magische Suppe nur einen Placebo-Effekt hat (der auch Wirkung zeigt).

Am Ende sind Raghu und Dr. Vardhi äußert erfolgreich beim Aufbau von Gesundheitskliniken, die sich sexuellen Problemen widmen.

Aus meiner Sicht hat der Film einen großen Wert für die indische Gesellschaft, in der das Thema Sex leider oft tabuisiert wird. Im Film wird sehr deutlich gemacht, dass es eher zu Problemen führt, das Thema zu verschweigen. Die Zensur für indische Filme in der Hinsicht ist sehr hart. Inzwischen darf zwar auch mal etwas heißer geküsst werden, aber das war es dann auch schon. Filme sollen hauptsächlich familientauglich sein. Eine Serie wie “Sex Education” wäre undenkbar. Dabei ist Aufklärung so wichtig. Wenn Menschen nur aus illegalen Pornos etwas über Sex lernen, kann das doch nicht gut sein. 

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/de/title/81113919

EN 

Sex sells. In India too.

Entrepreneur Raghu, played by Rajkummar Rao, has been trying his luck with all kinds of business ideas for a long time. None of his ideas has worked. His wife has to borrow money from other people to cover the cost of living. Raghus uncle finally forces him to go to China with his cousin to meet an investor for a business idea. Once there, he finally gets to know a businessman who shows him a tiger penis soup that is said to have a similar effect to Viagra. He is supposed to sell the soup in India, then he will become a successful businessman, because sex is a very important thing in India as well as in China (and well, possibly everywhere). Back in India, Raghu tries to consult all kinds of people who promise to have a solution to sexual problems. Finally he realizes that there is no genial solution. Then he discovers a book by sexologist Dr. Vardhi, played by Boman Irani, who impresses him very much and he tries to win him over as a business partner. Of course, Dr. Vardhi does not immediately say yes, but Raghu remains very persistent and can finally convince Dr. Vardhi to help so many people with his knowledge. When you want to talk about sex in India, you have to do it with a lot metaphors. Dr. Vardhi is a real master at it. For example, he explains that men are like matches and burn quickly. Women, on the other hand, are like steam irons. It takes a while for them to get really hot. So the man should show patience. This enables him to talk to people about sex instead of not discussing the topic out of sheer shame. Thanks to Dr. Vardhi eventually developed into a successful business, albeit with illegal sales.

Their business starts to take off, when a well-known Chinese politician dies and the soup is found in his home, there are investigations. At the trial, Dr. Vardhi held a flaming speech about sex. Since no one in India dares to speak about sex in public, the problems accumulate and ultimately lead to violence and divorce. How right he is!

When it is finally revealed that the soup contains completely normal ingredients and no tiger penis or any other magical herbs, Raghu tells the court that 70% of all sexual problems have a psychological background and that this magical soup has only a placebo effect (which has helped many people).

In the end, Raghu and Dr. Vardhi successfully established health clinics that address sexual problems.

In my opinion, the film has great value for Indian society, in where the subject of sex is unfortunately often taboo. The film makes it very clear that it is more difficult to keep the topic secret. The censorship for Indian films in this regard is very tough. In today’s films, you can kiss a little hotter, but that’s it. Films are said to be mainly family-friendly in India. A series like “Sex Education” would not be possible. But education is so important. If people only learn about sex from illegal porn, it can’t be a good thing.

 


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