Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Super 30 – Mathematiker wird zum realen Superhelden

- Juli 15, 2019

Es kommt einem wie eine Geschichte aus einer anderen Welt vor: Kinder, die alles dafür tun würden, zur Schule gehen zu dürfen. Aber es ist keine andere Welt. Das ist Indien und betrifft Familien, die nicht das Geld für die Schulbildung ihrer Kinder aufbringen können. Für die Kinder ist Bildung aber der einzige Weg zu einer besseren Zukunft.

„Super 30“ basiert auf dem Leben des in Patna lebenden Mathematikers Anand Kumar, der das berühmte Super 30-Programm für IIT-Aspiranten leitet (ist eine akademische Prüfung, die jährlich in Indien stattfindet). Anand Kumar ist ein real-life Superheld, der armen Kindern die Chance auf Bildung gibt, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Dafür gab er all seine Ersparnisse und fast auch sein Leben.

Ja, es gibt sie noch, die guten Menschen auf dieser Welt. Den ganzen Tag ist man umringt von den Nachrichten über die schlimmen Dinge, die auf dieser Welt passieren, dass es einem fast wie ein Wunder vorkommt zu sehen, wie sich ein Mensch für andere Menschen einsetzt, damit ihnen ein besseres Leben ermöglicht werden kann. Und hier wird nicht nur den armen Kindern durch Bildung eine Chance gegeben, aus ihrer Situation herauszukommen. Dies hat auch Einfluss auf ihre Familien, und Generationen danach. Die Hilfe potenziert sich. Und das hat ein Mann geschafft, der sich trotz aller wirklich unfassbar großen Schwierigkeiten nicht davon abbringen ließ und lässt, diesen Kindern ohne Bezahlung Bildung zu geben. So viel menschliche Züge von einem Mathematik-Genie grenzen schon fast an ein Wunder. Zahlen-Menschen sind ja oft im sozialen Umgang etwas zu zahlentechnisch. So erklärt Anand zum Beispiel seiner Freundin, dass die Formel ihres Gesichts leider nicht das Pi hat, welches die höchste Form der Schönheit darstellt.

Ich gebe zu, die dunkle Schminke von Hritikh Roshan als Anand wirkte etwas gewöhnungsbedürftig. Im Laufe des Films gewöhnt man sich aber daran. Ich finde, er hat den realen Helden insgesamt sehr gut dargestellt.

Besonders gelungen fand ich die Szenen, als die Kinder sich in Kevin-allein-Zuhause-Manier gegen ihre potenziellen Mörder wehren müssen (da die Schule, die dafür bezahlt wird, sich gegen diese Konkurrenz wehrt und auch nicht vor Mord zurück schreckt) und sich mit Hilfe ihres gelernten Wissens über physikalische Gesetze zu helfen wissen und triumphieren. Angewandte lebensrettende Physik. Ein sehr spannender Aspekt, für wie real ihn man auch immer halten mag.

Die Kritiken zum Film sind sehr unterschiedlich. Einige finden den Film zu wenig BioPic und zu sehr Bollywood. Was mir etwas fehlt sind die Charaktere der Kinder, die leider untergehen. Erst in dem Moment, wo sie auf Geheiß ihres Lehrers zusammen eine Vorführung vor den reichen Schülern machen müssen und sehr unsicher sind und schließlich ein bollywoodreifes Lied ensteht, bekommt man erstmals einen Hauch einer Ahnung von den einzelnen Charakteren und davon, was die Kinder verbindet.

Die Familienverhältnisse aus denen sie kommen, werden nur flüchtig angerissen. Das ist verständlich, aber schade. Ich denke jede einzelne Geschichte die dahinter steckt, wäre spannend zu erfahren. Vielleicht sollte man eine Serie draus machen. Hallo Netflix?^^

Die bewegendste Szene ist natürlich, als alle 30 Schützlinge von Anand den Test fürs IIT bestehen. Das geht einem ans Herz. All die Widrigkeiten haben sich gelohnt, die Kinder haben jetzt eine Zukunft außerhalb von ihren ärmlichen Verhältnissen, in denen sie ins Leben gestartet sind. Das ist großartig, ergreifend, herzerwärmend. Denn das ist eine Geschichte aus dem wahren Leben.

Regisseur Vikas Bahl steht leider unter Verdacht der sexuellen Belästigung, was dem Film in Indien einen bitteren Beigeschmack gibt. Es wäre aber fatal, sich den Film wegen diesem Aspekt nicht anzusehen. Es tut einfach gut, eine wahre Geschichte über einen so herzensguten Menschen zu sehen.

EN

It seems like a story from another world: children who would do anything to go to school. But it is not another world. The is India where so many families don’t have the money to send their kids to school. For the children, education is the only way to a better future.

„Super 30“ is based on the life of Patna-based mathematician Anand Kumar, who runs the famous Super 30 program for IIT aspirants (is an academic examination held annually in India). Anand Kumar is a real-life superhero who gives poor children the chance of education they would not otherwise be able to afford. He gave all his savings and almost his life as well.

Yes, they still exist, the good people in this world. All day long you are surrounded by the news of the bad things that are happening in this world, so it almost seems like a miracle to see how a human being works for other people so that they can live better lives. And here, not only the poor children are given a chance through education to get out of their situation. This also affects their families, and generations afterward. The help increases. And a man has managed that, despite all the really unbelievably great difficulties. He was not dissuaded and allowed to give these children without paying for education. So much social engagement from a mathematical genius seems miraclulous. People who work with numbers are often a bit too numerical in their social dealings. For example, Anand explains to his girlfriend that the formula of her face unfortunately does not have the Pi, which is the highest form of beauty.

I admit, the dark make-up of Hritikh Roshan as Anand took a bit of getting used to. But in the course of the movie you get used to it. I think overall he portrayed the real hero very well.

The schools which charge money for their education are so afraid of this unpaid competition that they do not even shy away from murder. So they plan an attack on the school. But the kids get to know about it and prepare themselves like Kevin in „Home Alone“. At the end they win because of their acquired knowledge of physical laws. Applied life-saving physics. A very exciting aspect, although I do not know how true this episode is.

The reviews for the film are mixed. Some find the movie is too much Bollywood than  BioPic. I felt there was not enough information given about the children themselves. Only when they have to do a show in front of the rich students at the behest of their teacher, in the form of a Bollywood-ripe song, you get a glimpse for the first time of the individual characters and the connections between the children.

The family conditions are only briefly touched upon. That’s understandable, but sad. I think every single story behind the kids would be exciting to experience. Maybe someone should make a series out of this. Hello Netflix? ^^

The most moving scene was when all 30 Anand protégés pass the IIT test. It’s a heartfelt thing. Overcoming all the adversities has been worthwhile, the children now have a future beyond their poverty in which they started their lives. That’s great, poignant, heartwarming. Because that’s a real life story.

Unfortunately, Director Vikas Bahl is under suspicion of sexual harassment, which gives the film in India a bitter aftertaste. However, it would be unfair not to watch the movie because of this aspect. It just feels good to see a true story about such a good-hearted person.

 


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