Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Golden Boy – Gedrillt zum Cricket-Star

- Januar 6, 2019

Muss man Kricket-Fan sein, um diese Serie unterhaltsam zu finden? Ich denke nein. Ich bin kein Kricket-Fan, aber ich habe die Serie mit 6 Folgen an einem Abend durchgeschaut und bin nun etwas enttäuscht, dass ich jetzt ungewiss lange auf die zweite Staffel warten muss, da ich die beiden Hauptdarsteller gern weiter begleiten würde auf dem Weg zum „Selection Day“. Abgesehen vom Kricket geht es nämlich vor allem auch um gesellschaftliche Themen.

Kricket ist der Top1-Sport in Indien, wie bei uns Fußball. Gute Spieler werden von den Menschen wie Helden verehrt, es ist fast wie eine Religion und sie können jede Menge Geld verdienen. So drillt der herrische Vater seine beiden Söhne Radha und Manju seit ihrer Kindheit schonungslos, damit sie einmal auch solche Stars werden. Schon die Geburt war durchgeplant, als er sich eine Hockeyspielerin zur Frau nahm, damit die sportlichen Gene zukünftige Champions versprechen. Nun müssen sie ihrem Vater Tag für Tag Rechenschaft über ihre Kricket-Leistungen ablegen. Der Champion Nr.2, Manju, mag allerdings gar kein Kricket und würde lieber studieren. Doch seine Meinung ist nicht gefragt.

So sehen wir hier den großen familiären Konflikt. Einen Vater, der mit seinem Traum, einen Kricket-Champion zu erschaffen, möglicherweise über Leichen geht? Der Verbleib der Mutter wird immer wieder nur angedeutet, was wirklich mit ihr geschehen ist, wird nicht geklärt. Wir begleiten den Vater und die Söhne auf dem schweren Weg, einen Verein zu finden, der auch ohne Bezahlung ein Talent fördern möchte. Und dann ist da natürlich noch die übliche Schulwechselproblematik, der die beiden Jungs begegnen, als sie endlich an einer Schule ein Stipendium bekommen und das einem reichen Elite-Jungen nicht gefällt.

Die Schauspieler sind alle so gut, dass man sofort eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann. Man kann sich gut in alle hinein versetzen. Der Stoff zur Serie stammt aus der gleichnamigen Romavorlage von „Aravind Adiga“, dessen berühmtes Buch „Der weiße Tiger“ den Bookers Prize gewann.

Ich finde: gut gemacht! Ich will unbedingt weiter sehen!

Zu sehen bei Netflix: https://www.netflix.com/de/title/80194558  

 


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