Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Regenbogen macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso

- Februar 9, 2015

Dhanak

Berlinale Beschreibung

Dhanak – Rainbow – Regenbogen

Ein regenbogenkotzendes Einhorn ist ja nichts gegen diesen Film. Angekündigt als farbenfrohster Kinderfilm der Berlinale, zeigte er ein buntes Rajasthan, wie es bunter nicht sein könnte. Selbst die Turbane waren in Regenbogenfarben getaucht. Volle Farbdröhnung voraus!

Ja, ich war hier in einem Film für Kinder. Das wurde mir schlagartig bewusst, als gefühlte 30 Schulklassen um mich herum lärmten. Und als eine Frau live in deutsch übersetzte, wo ich sonst nur englische Untertitel lese. Und als dem Regisseur am Ende des Film helle Begeisterung entgegenschlug und er mit vielseits interessierten Fragen bombardiert wurde und trotzdem nicht alle Fragenden zum Zuge kommen konnten. Das Erwachsenenpublikum ist da meist abgegessener. Leider konnten die beiden kleinen Hauptdarsteller nicht mit nach Berlin kommen, da die Visa nicht rechtzeitig fertig wurden. Also bitte! Sie hätten das begeisterte Berlinale-Kinderpublikum so genossen!

In Indien werden Filmschauspieler wie Götter verehrt. Die weiblichen Fans bevorzugen meist den weichgespülten Romanzenhelden Shahrukh Khan, während die männlichen Fans den muskelbepackten und obercoolen Salman Khan verehren und gern wären wie er (ich finde ja beide toll). Auch das Geschwisterpaar Pari und Chotu teilen sich in diese Fanlager auf. Sie sind nach einem tragischen Unfall der Eltern Waisenkinder und leben bei Onkel und Tante. Chotu wurde nach einer Krankheit blind. Als seine Schwester Pari ein Plakat sieht, auf dem Shahrukh Khan Hilfe durch eine Augenoperation verspricht, schreibt sie ihm sofort Briefe mit Bitte um Hilfe. Die Zeit drängt. Sie hat ihrem Bruder versprochen, dass er zum 9ten Geburtstag wieder sehen kann. Als Pari erfährt, dass der große Shahrukh Khan 300km entfernt in der Wüste einen Film dreht, gibt es kein Halten mehr. Sie büxen aus und begeben sich auf eine lange Reise.

2 Kinder allein unterwegs durch Indien. Wahrscheinlich nur in Indien möglich. Und überall gibt es Hilfe für sie. Nette Menschen überall, die sie jeweils ein Stück weit mit nehmen. Auch als zwischenzeitlich die bösen Menschen ins Spiel kommen, wird ihnen wiederum geholfen. Und sei es durch eine blinde alte Frau, die in ihren Steinen gelesen hat, dass sie Hilfe brauchen. Erscheint doch alles sehr unrealistisch und fantastisch. Aber wie der Regisseur am Ende des Films beteuerte, es gibt Hoffnung, es gibt sie, diese guten Seiten in Indien. Yeah!

Das schöne ist: der Film unterschlägt nicht die schlechten Seiten von Indien. Es werden viele problematische Themen angesprochen, aber sehr kindgerecht und so bleibt der Spaß trotz ernster Themen zu jeder Zeit erhalten.

Zum Glück ist es ein Kinderfilm, sagte ich mir in brenzligen Situationen. Ist doch klar, dass er gut ausgehen wird. Man kann doch all diese Kinder hier nicht ins Unglück stürzen mit einem dramatischen Ende! Bitte! Puh! Alles wurde gut. Was für eine fantastische Reise mit einem Regenbogen-HappyEnd für Chotu. Hahhh!

Wie der Regisseur erzählte, casteten sie hunderte Paris und Chotus, bis sie die beiden für sie Richtigen gefunden hatten. Keine echten Geschwister, obwohl so echt gespielt. Während des Drehs riefen sie sich auch immer mit Filmnamen und am Ende ging Chotu seiner Filmschwester genauso auf die Nerven wie im Film. Wirklich herzlich die beiden, selbst beim Streiten. Chotu ist im wahren Leben nicht blind und wurde vom Regisseur auf eine Blindenschule geschickt, damit er sieht, wie sich Blinde verhalten. Das hat er dann tatsächlich auch bemerkenswert hinbekommen.

Ein Auftritt des echten Shahrukh Khan hätte viermal so viel wie der Film gekostet. So blieb er weitgehend unsichtbar. Auch wenn sich der ganze Film um ihn dreht. Jeder ist in irgendeiner Art und Weise mit ihm befreundet, jeder hat seine persönliche Shahrukh Khan Geschichte (ich ja auch, hihi). Er hätte doch diesem liebevollen Film mal eine Sekunde seiner Göttlichkeit spenden können! Naja, ok, da spricht der Shahrukh Khan Fan in mir…der Film ist auch ohne ihn wunderbar…und ich hoffe, er wird sich ärgern, dass er nicht dabei war, wenn er von dem wunderbaren Film erzählt bekommt. Auch wenn der Release in Indien auf sich warten läßt.

In sportlichen 33-Drehtagen abgedreht, dann in 6 Monaten schnellstens fertig gestellt, um pünktlich zur Berlinale dem begeisterten Publikum präsentiert zu werden. Nicht schlecht Herr Specht. Sein 100% echtes Indien hat Regisseur Nagesh Kukunoor meisterhaft auf die Leinwand gebracht. Farbenfoh, witzig, mitreißend, spannend, fantastisch, herzerwärmend, musikalisch…nicht nur für Kinder ein Filmgenuss. Und der Begeisterung der Kinder nach zu urteilen, ganz gewiss nicht nur ein Film für ausgesprochene Indien-Fans wie mich.  Ein Herz für Kinder und Inder ❤ Gott, was bin ich weichgespült von diesem Film 🙂

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