Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Mein persönliches IndoGermanFilmweek-Filmefazit

- Februar 4, 2015

Filme, die mich am meisten beeindruckt haben und die ich uneingeschränkt empfehlen kann (wow!):

Mary Kom.

Film über Chungneijang (später als Mary Kom bekannt), die entgegen aller Widerstände fürs Boxen brennt. Als sie auf dem Höhepunkt ihrer Box-Karriere heiratet, ist ihr Meistertrainer schwer enttäuscht, weil er damit ihre Karriere beendet sieht. Doch die Leidenschaft fürs Boxen brennt weiterhin so sehr in ihr, dass sie trotz ihrer Zwillingsmutterschaft ein Comeback starten will. Unglaublich beeindruckende Geschichte einer Powerfrau, die sich keine Steine in den Weg legen lässt, großartig realistisch dargestellt von Priyanka. Mit dem Film wird man zwangsläufig Fan vom Frauenboxen.

Mardaani.

Film über die coolste Polizistin, die ich je gesehen habe. Clever & smart, taff, da ist man einfach baff. Selbst die miesesten Einschüchterungsversuche der Kriminellen lässt sie nicht aufgeben. Sie hat im indischen „Rechtssytem“ genau die richtigen Antworten parat. Die Hintergründe sexueller Kriminalität sind leider sehr real, aber diese starke Frau gibt Hoffnung. Neben Rani würde sogar der obercoole Dabangg-Matchobulle Salman Khan verblassen. Rani als Police Wala: leider geil.

 

Filme, die mir sehr gefallen haben, auch wenn die angesprochenen Themen die dunklen Seiten der indischen Gesellschaft beleuchteten (yeah!):

Fandry.

Film über die Leiden der niederen Kasten, die die unliebsamen Aufgaben des Dorfes übernehmen müssen und ständig an Grenzen stoßen. Jabya, Sohn einer Familie, die sich z.B. um das Verjagen der Wildschweine kümmern muss, verliebt sich in ein Mädchen einer höheren Kaste, denn die Liebe kennt zwar keine Grenzen, die Gesellschaft schon. Aaaahhh, dieser verliebte Blick, den er ihr immer zuwirft, das ist einfach so betörend! Da geht einem das Herz auf! Und gleichzeitig weiß man, dass es keine Chance auf ein Happy End geben wird. Dramatisch schön!

Jal.

Film über den täglichen Überlebenskampf von Menschen, die in Regionen mit Wasserknappheit leben. Hier wird für Wasser gemordet. Da kommt eine russische Tierschützerin des Weges, deren Herz es bricht, dass die armen Flamingobabys sterben, und prompt wird eine große Rettungsaktion von der Regierung unterstützt und nach sauberem Wasser gebohrt. Flamingos gerettet. Dass die Menschen ebenso dringend das lebensnotwendige Wasser benötigen, interessiert niemanden. Man dürstet beim Filmschauen mit, man taucht ein in die Fata Morganen, die erscheinen. Tolle Bilder! Traurig schaurig schön!

Haider.

Hamlet auf den Kashmir-Konflikt der 90er Jahre übertragen. Kommt leider erst in der zweiten Hälfte richtig in Fahrt. Dann aber auch großes Kino. Blutig schön!

 

Filme, die eine tolle Geschichte zu erzählen hatten (supi):

Traces of Sandalwood. 

Zwei indische Waisenkinder werden als Kinder getrennt, die später erfolgreiche ältere der beiden Schwestern findet schließlich die Spur ihrer jüngeren Schwester Sita in Barcelona und sucht sie dort auf. Die hat so überhaupt keine Ahnung davon, dass sie überhaupt adoptiert wurde und ist total überfordert mit der Tatsache, dass ihre Eltern ihr das bis jetzt verheimlicht haben und dass sie plötzlich eine Schwester hat und ganz andere Wurzeln. Ein Film auch für Barcelona-Fans.

 

Filme, vor denen ich warnen muss (zu Risiken und Nebenwirkungen…):

Titli.

Film über eine kriminelle Familie und dem Versuch des Jüngsten, aus dieser Gewaltspirale auszubrechen. Nach diesem Film hatte ich richtig dramatische Alpträume. Keine Ahnung, wie er das geschafft hat, denn normalerweise finde ich auch an blutigen Szenen durchaus Unterhaltungswert. Aber was hier gezeigt wird, ist eben sehr real und so gar nicht absurd. Der Film soll demnächst regulär in die deutschen Kinos kommen. Da kann ich nur warnen: nur für ganz hartgesottene Gemüter!

 

Filme, von denen ich mir im Nachhinein dachte, schade um die Zeit im dunklen Kinosaal (kann weg):

Suleimani Keeda.

Film über zwei Drehbuchautoren, die Bollywood aufmischen wollen. Getreu der Idee im Film, einen Film ohne Story, außerhalb der üblichen Filmkonventionen zu machen, plätschert eben dieser Film sehr ideenlos vor sich hin. Netter Einblick in Mumbais Kreativviertel. Statt einem Gitarrenspieler hört man hier auf der Party halt einem Sitarspieler zu. Muss man aber nicht gesehen haben. Wie sagte die Hauptdarstellerin so schön: Life is too short. Ja, sollte man seine Zeit nicht mit solchen Filmen verschwenden.

 

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