Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Zauberhafte Eröffnung der Indo-German Filmweek mit BARFI!

- Februar 6, 2013

Gestern war die feierliche Eröffnung der „Indo-German Filmweek“, bei der die neuesten Filmproduktionen aus Indien gezeigt werden. Ein Traum für Menschen wie mich, die eher selten in den Kinogenuss indischer Filme kommen, und wenn dann sind es meist nur die Bollywood-Blockbuster. Hier werden jedoch auch Filme abseits des Bollywood-Geschehens gezeigt. Einfach wunderbar! Ich werde jeden Tag dieser Woche genießen.

 

Zur Eröffnung performte Slumdog-Millionär-Sitarist Asad Khan zusammen mit einer deutschen Band ein Fusion-Konzert. Die Leidenschaft, mit der Asad Khan spielte, war sehr beeindruckend. Dann wurde auch der Regisseur des Eröffnungsfilms, Anurag Basu, begrüßt, der nach dem Film noch für Fragen zur Verfügung stand. Er war sichtlich erleichtert, dass der Film auch beim deutschen Publikum so gut ankam und wir nicht gelangweilt in den Sesseln hingen.

SitarRegisseur

Der Eröffnungsfilm war „Barfi!“. Barfi ist hörgeschädigt und abgesehen von einem quietschigen „Arfi“, das er herausbringt, wenn er sich vorstellt, ist die einzige Sprache seine Mimik und Gestik. Er verliebt sich in Shruti, die zuerst nur neugierig ist auf diesen komischen Kerl. Dank seiner ungeheuer witzigen Art, sie zum Lachen zu bringen, seine schier unendlichen Einfälle für Verrücktheiten aller Art, dringen schließlich auch in ihr Herz. Doch sie muss sich letzlich, jemand anderem versprochen, gegen ihn entscheiden und folgt so dem Willen der Eltern, ihr Leben mit einem „normalen“ Mann zu verbringen. Jahre später treffen sie erneut aufeinander, und sie muss Barfi helfen, der in Schwierigkeiten steckt und sich inzwischen in die geistig behinderte Jhilmil verliebt hat. 

Mein Fazit: ZAUBERHAFT! Schon die ersten Töne laden zum Lachen ein. Es wird in einem lustigen Lied darauf hingewiesen, dass der Film jetzt anfängt und man das Handy ausschalten und die Füße nicht zu weit ausstrecken soll. Großartiger Einstieg. Weiter gehts mit einer Hommage an Charlie Chaplin und Buster Keaton. Der Film strotzt nur so vor diesem Slapstick, was aber nicht wie eine Kopie wirkt, sondern einfach nur neu integriert und interpretiert. Obwohl ich viele Späße aus dem Film kannte, auch aus eigener Anwendung (meine Mitmenschen wissen davon ein Leid zu klagen), musste ich trotzdem jedesmal herzhaft lachen und es war herrlich erfrischend. Ich bin jedesmal wieder begeistert, wie es das neue indische Kino es schafft, Menschen mit Einschränkungen als einzigartige Inspiration zu sehen, das Leben in jeder Form zu genießen. Die Schauspieler hatten zur Kommunikation nur ihre Mimik und Gestik zur Verfügung, untermalt von wunderbarer Musik und das ist ihnen einfach großartig gelungen. „Barfi!“ schaffte es zwar nicht in die engere Auswahl für die Oscars, wurde aber ausreichend bei den indischen Filmawards als „Bester Film“ ausgezeichnet und, was vielleicht das wichtigere ist, schafft es bestimmt in viele Herzen. Nur Mut, für alle, die dem Bollywood-Kino nichts abgewinnen können, dieser Film ist anders…gut, es geht wie immer um die Liebe, aber wer diesen FIlm nicht mit einem Lachen verlassen würde, wäre ungewöhnlich abgestumpft. Für Liebhaber von Stummfilmaction und „Die fabelhafte Welt der Amelie“ bestens geeignet.

 

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