Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Gedanken zum 11. September

- September 11, 2010

Mynameiskhan

Bild: My Name Is Khan. © 20th Century Fox

„My Name is Khan“ prügelte mit dem Emotionshammer auf den Zuschauer ein, wie sehr Muslime seit den Anschlägen vom  11. September unter anti-islamischen Angriffen zu leiden haben und sie nun allein aufgrund ihrer Religion als Terroristen generalverdächtig sind. Das war zeitweise schon unerträglich, wie da auf die Tränendrüse gedrückt wurde, Molodezhnaja spricht in seiner Kritik sogar von „Wenn das Ganze dann in einer Art Propaganda-Lobeshymne an Obama kulminiert, wird es nur noch lächerlich“.  So weit würde ich nicht gehen, aber es gibt realistischere Darstellungen, wie z.B.“ Yasmin“. Der Film braucht keine emotionalen Anschläge, um die Anfeindungen gegen Muslime  so darzustellen, dass es noch lange in einem nachhallt.

In  den USA wird derzeit dagegen gekämpft, auch mit Androhung einer Koranverbrennung, eine Moschee am Ground Zero zu bauen. Für viele Angehörige der Opfer ist die Moschee ein Symbol für den Grund der Terroranschläge. In den Köpfen der Menschen wird die Religion immer mit Terrorismus gleichgesetzt. Dabei ist die Realität nicht so einfach, sondern noch viel dramatischer. Dramatisch deshalb, weil es eben keine Verbindung von Religion und Terrorismus gibt und man radikale Gruppen nicht ganz so einfach identifizieren kann. Dies zeigt die BBC-Dokumentation „Der Anschlag von London – Psychologie eines Selbstmordattentats„.

Drei Jahre erforschte man die Hintergründe zu den Hintergründen der Anschläge von London.  Heraus kam, dass die El Kaida nicht aus einem zusammenhängenden Netzwerk besteht, sondern aus vielen vereinzelten Gruppen, die sich schon vorher radikalisiert hatten, aus einem Gruppendynamik heraus. Die Attentäter von London trafen sich zwar in einem Fitnessraum einer Moschee, aber es gab keinen aufhetzenden Imam, sie waren auch nicht besonders religiös, gingen auf Partys, tranken Alkohol. Der einzige Zusammenhang, den die Forscher bei den Terroristen entdeckten, war die Tatsache, dass es Immigranten der zweiten Generation waren. Weder in der einen noch der anderen Welt heimisch.

In Deutschland wird man als Muslim  dank Sarrazin nun nicht nur als Terrorist abgestempelt, sondern auch noch in die Schublade „dumm“ und „faul“ gesteckt.

Schublade auf, Schublade zu.

 

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