Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Berlinale 2010: Road, Movie – Review

- Februar 15, 2010

Ich kam etwa eine halbe Stunde vor Filmbeginn im Kino an und bekam gerade noch einen Platz in der vierten Reihe. Das Kino war zum bersten voll. Hinter mir entbrannte ein Dialog, der mir die Nackenhaare sträubte: „Sag mal, wie hieß der indische Schauspieler, der hier bei der Berlinale war? – Keine Ahnung – Und sag mal, ist der Film jetzt auf Hindu? – Hindi – Die Sprache heißt Hindi und wird von Hindus gesprochen. Ach so – Und Hinduismus ist eine Mischung.“
Bevor ich noch weiter mit solchem Halbwissen gequält wurde, kam der Moderator auf die Bühne und kündigte die Schauspieler und den Produzenten an, die alle anwesend waren. Das freute mich sehr, bis der Moderator ebenfalls anfing, mit Halbwissen zu glänzen und darauf zu sprechen kam, dass in dem Film ja auch Ausschnitte aus Bollywoodfilmen gezeigt wurden, unter anderem mit Shahrukh Khan. Der Produzent verneinte, höchstens Filme mit Amitabh, und hinter mir freute man sich, dass sie nun wußten, wie doch gleich der indische Bollywoodstar hieß, der hier nach Berlin gekommen war.
Nun aber zum Film:
Wer schon große Erwartungen in diesen Film gehegt hat, könnte eine Enttäuschung erlebt haben. Er scheint in einigen Ereignissen zu oberflächlich, demgegenüber sind die Szenen, in denen man nur die Wüste vor sich sieht, sehr lang gehalten. Zum Nachdenken regt der Film eher nicht an, sehr fesselnd ist er auch nicht. Er hat sich aber dennoch gelohnt wegen einer urkomischen Szene zwischen dem kriminellen Wasserbaron und Vishnu, der sein Leben dank des Haaröls rettet, welches er verkaufen sollte. Diese Szene ist derart witzig gemacht, dass sie mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Sehr gefallen hat mir Tannishita Chatterjee, bekannt aus Brick Lane. Bereits in Brick Lane fand ich sie bezaubernd, und auch in Road Movie spielte sie ihre Rolle wirklich gut.
Der Film ist auf keinen Fall für Leute, die die Welt beim Schauen um sich herum vergessen wollen, die etwas besonderes erwarten, ergriffen sein möchten. Er tuckelt wie der Laster so vor sich hin und man kann zumindest die wunderbare Musik genießen.
Senator Films will den Film demnächst auch in Deutschland herausbringen.

http://www.roadmoviethefilm.com/

Abhay Deol über seine Erfahrungen bei der Berlinale: http://www.mumbaimirror.com/article/30/2010021520100215023400235169aa951/Bonding-with-the-best.html

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