Bollywoodelfe's Blog

Eine deutsche Sicht auf Bollywood, Indien , Pakistan

Kamala Markandaya – Nektar in einem Sieb

- Januar 8, 2010

Kamala Markandaya – Nektar in einem Sieb, Unionsverlag 

Wenn man dieses Buch gelesen hat, ist man ungemein froh, nicht selber die Erfahrungen dieses dermaßen beschwerlichen Bauernlebens in Indien machen zu müssen, tagtäglich von der Hand in den Mund zu leben und bei Ernteausfällen durch Dürre ständig mit dem Tod durch Verhungern konfrontiert zu sein. Und wenn der Verpächter des Landes sein Land verkauft, ist von einem Tag auf den anderen die Lebensgrundlage dahin. Da wundert es nicht, dass sich Jahr für Jahr auch zu dieser Zeit die Bauern vor Verzweiflung das Leben nehmen, weil sie sich hoch verschulden mussten und gewisse Konzerne mit ihrem überteuerten und trotzdem schlechten Saatgut, aber dem alleinigen Patent, dafür sorgen, dass ihr Kampf ums Überleben immer aussichtsloser wird.

Im Roman gibt es den in größter Not helfenden Engländer Kenny, der in seinem Land Spenden für das Dorf sammelt und sogar ein Krankenhaus damit aufbauen lässt. Er kann einfach nicht verstehen, dass die Leute ihr Leiden einfach nur ruhig hinnehmen und es nicht in die weite Welt hinaus schreien, damit ihnen geholfen wird. Doch die indische Bauersfrau Rukmani gibt zu bedenken, dass ihnen gelehrt wurde, alle Sorgen und Leiden schweigend zu ertragen und das alles so sein soll, damit die Seele gereinigt wird. Hier zeigt sich, dass sich die Autorin sehr gut in beiden Kulturen auskennt und das Unverständnis gegenüber der jeweils anderen Kultur zum Ausdruck bringt.

Das Erstlingswerk der Autorin gilt als Grundstein der indoenglischen Frauenliteratur und wurde mit dem LiBeraturpreis ausgezeichnet. Es ist alles so lebendig beschrieben, dass man mit dieser Bauernfamilie lebt, leidet und sich über jeden noch so kleinen Erfolg mit ihr freut. Allerdings überwiegt das Leiden und so bleibt als Erinnerung an dieses Buch vor allem dieser Schmerz der Hilflosigkeit gegenüber aller Ungerechtigkeiten auf dieser Welt haften.  

An dieser Stelle möchte ich mich bei Petra bedanken, die mir dieses Buch geschenkt und meinen Blog somit bereichert hat.
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