Patang (The Kite) liefert wundervolle Bilder des Drachenfestes in Ahmedabad untermalt mit mitreißender Musik. Es fühlt sich an, als wäre man tatsächlich vor Ort und erlebt mit dieser Familie das Drachenfest. Leider blieb es für mich dabei, nur Betrachter zu sein. Weder die Figuren, noch die Geschichte haben mich emotional tiefer hineingezogen. Das Drachenfest, urprünglich eine muslimische Tradition, wurde mit der Zeit auch von der nichtmuslimischen Bevölkerung übernommen. Ziel bei diesem Fest ist es nicht, den Drachen so lange wie möglich oben zu halten, sondern andere Drachen abzuschneiden. Dazu gibt es sehr viel zu Essen, die ganze Stadt feiert dieses Fest zur Freude der Kinder. Die Gefährlichkeit dieser Feierlichkeit wird nur am Rande angedeutet, denn es gibt regelmäßig sehr viele Unfälle. Einerseits durch von den Dächern stürzenden Menschen, da die Dächer kaum gesichert sind. Auch die Schnüre sind sehr gefährlich, wenn sie an Stromleitungen gelangen oder wenn sie gefährliche Schnittwunden verursachen, denn das Ziel ist ja das Zerschneiden der anderen Drachenschnüre und so werden diese Schnüre aufs äußerste scharf präpariert, z.B. mit Glas. Aber was zählt, ist eben der Profit, den man mit diesem Fest erzielen kann. Und darum geht es auch in der Familiengeschichte, wo der Profit mehr zählt, als die Familie. Außergewöhnlich fand ich die Darstellung der Tochter, gespielt von Sugandha Garg, die auch schon in “My Name is Khan” als Reporterin mitspielte. Anders als in Ahmedabad, wo sie nur selten zu Besuch ist, lebt sie in Delhi scheinbar ohne traditionelle Einschränkungen einen eher westlichen Lebensstil. So sucht sie sich für den Abend einen jungen Mann, mit dem sie einfach nur Spaß haben kann. Schließlich kommt es in der Nacht auch zu heißen Küssen zwischen den Beiden. Während es für den jungen Mann etwas Besonderes ist (es ist auch der erste Filmkuss für den Darsteller) und er sogar von Liebe redet, macht sie ihm klar, dass sie nur ein bisschen Spaß haben wollte, mehr nicht. So einen Frauentyp sieht man sonst ja eher selten und scheint wohl nur möglich, weil der Regisseur in den USA lebt.
Inzwischen hat die Belagerung des Hotels, in dem Aamir und die anderen Berlinale-Juroren residieren, schon zugenommen. Trotzdem lassen sie es sich nicht nehmen, sich auch zu Fuß auf den Weg zu den Pressevorführungen zu machen. Als Aamir nun heute die wartende Menge Autogrammjäger auf seinem Weg dorthin sah, gab er zu verstehen, dass er das auf nach der Vorführung verschieben müsste, da die Zeit schon ziemlich knapp war. Die Autogrammjäger waren damit sehr zufrieden und so folgte der Jury eine Traube aufgeregt kichernder Fans, währendessen Aamir sich angeregt mit Isabella Rosellini unterhielt. Zwischendurch hatte er aber immer wieder einen sehr lieben Blick für die Fans. Seine Natürlichkeit ist einfach ausgesprochen angenehm und faszinierend. Ob es danach wirklich zur Autogrammstunde kam, weiß ich nicht zu sagen, da ich mir zu der Zeit den Film “Patang” anschaute. Aber vielleicht weiß ja jemand von euch, wie die Geschichte weiterging…
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In der Ausgabe der ZEIT No. 49 vom 02.12.2010, S.54, findet sich ein Interview mit Shahrukh Khan, welches er noch kurz vor seiner Abreise gegeben hat.
Laut Interview kann man wohl Entwarnung geben, die Belagerung des Hotels hätten Shahrukh irgendwann genervt. Er äußert sich dazu, dass er eher beschämt dadurch ist, wenn die Fans solange in der Kälte stehen müssen und dass er vom Starsein nie genug bekommen kann. In den letzten Tagen hatte man ja so seine Zweifel, ob er nicht doch langsam genervt war von den Fans, die rund um die Uhr vorm Hotel auf ihn warteten. Die Interviewerin versucht dann darauf einzugehen, Bollywoodfilme könnten die Kultur Indiens beeinflussen, doch Shahrukh verneint dies und sieht den Film eher als eine Art Spiegel der Gesellschaft, die sich mit der Zeit zwangsläufig verändert. Auch Indiens Bild von Deutschland ist in Zeiten des Internet nicht mehr auf bestimmte Marken reduziert oder durch bestimmte Filme mit Klischees behaftet. Dann versucht die Interviewerin das "Multi-Kulti"-Problem und die Differenzen zwischen Muslimen und Christen, die auch in Deutschland bestehen, anzusprechen. Er vergleicht die kulturellen Unterschiede mit seiner Frau, die lieber früher ins Bett geht, während er lieber die spätere Variante bevorzugt. Auch Indien weist große kulturelle Unterschiede auf, aber es funktioniert. Gewalt wird meist von Politikern und Medien geschürt. Dass aber Filme immer eine "Message" haben müssen, weist er von sich. Zwar haben Aamir Khans Filme meist einen bestimmten "Appell" an die Menschen, aber für ihn müssen Filme vor allem Unterhaltungswert haben wie eine Gute-Nacht-Geschichte. So geht es in DON2 nur um schnelle Autos, Mädchen zu lieben und viel zu trinken. Als nächstes möchte Shahrukh dann einen Film machen, der über die Sprache handelt und vor allem dem jungen Publikum mitgeben soll, dass es die Hauptsache ist, überhaupt etwas zu lernen.
Am meisten freute sich Shahrukh in dem Interview darüber, als Fragen dazu gestellt wurden, wie er sich auf seine Rollen vorbereitet. Er wurde wohl in der letzten Zeit allzu oft nur auf die Probleme angesprochen, die sein Film "My Name is Khan" dargestellt haben. Aber Shahrukh ist eben einfach nur der Schauspieler, der gute Unterhaltung bieten will, der ungemein viel Spaß daran hat, sich in andere Menschen zu versetzen, die verschiedensten Charaktere zu spielen und immer wieder damit zu überraschen.
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http://www.youtube.com/v/npkSkoGleKE&hl=en&fs=1
Boman Irani wird hier zu seinen Dreharbeiten für DON2 mit Shahrukh Khan interviewt. Er erzählt, wie kalt es in Berlin war und wie sehr er erstaunt war, dass die Leute dort von morgen bis abends vor dem Hotel standen, wieviel Liebe sie zeigten, vor allem für Shahrukh und Priyanka. So unglaublich viel Liebe. Weiterhin erzählte er über den Geburtstag von Shahrukh. Erst feierten die Fans mit ihm, am Abend waren dann alle Freunde und die Familie aus London, Rom und Indien angereist und die ganze Nacht wurde Party gemacht. Es war ein sehr schöner Geburtstag.
Dann wird Boman gefragt, was nach 4 Jahren bei DON2 anders ist. Boman meint daraufhin, dass Don nun im Gefängnis ist. (In der letzten Szene, die in Berlin gedreht wurde, legt Priyanka Shahrukh Handschellen an). Zudem wird Boman gefragt, Polizisten wievieler Länder nun schon hinter Don her sind. Boman meint: sieben und Deutschland ist jetzt das achte Land.
(Vielen Dank an meinen netten Übersetzer:-)
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Diese Woche sind hauptsächlich Komparsen gesucht, die Angestellte der Zentralbank darstellen sollen. Für diesen Schauplatz wurden die ICC Messehallen umfunktioniert. In dieser Zentralbank wird eine Geiselnahme stattfinden und eine Explosion der Geiselnehmer mit viel Nebel veranlasst die Angestellten, das Gebäude panikartig zu verlassen. Mein Einsatzort war also eine Treppe im Inneren des Hauses. Wir sollten die flüchtende Meute möglichst ohne zu lachen möglichst realistisch darstellen, dabei auch gerne schubsen und schreien. So liefen wir kreischend und rempelnd die Treppen rauf und runter, währenddessen sich ein paar Stuntleute zu unseren Füßen schmissen. Nach jedem "Cut" kamen die Kostüm- und Maskenbildner, um unsere Haare wieder gewissenhaft in Ordnung zu bringen und unsere Anzüge zu putzen, die bei der Flucht im engen Treppenhaus staubig geworden waren. Also alles sehr authentisch, eine wie aus dem Ei gepellte Menge flüchtet die Treppe hinunter und nimmt keinerlei Schaden. Bis dahin weit und breit kein indischer Schauspieler zu sehen. Dann sollten allesamt nochmal aus dem Gebäude flüchten. Endlich erblickte ich die wie immer perfekt aussehende Priyanka neben Om Puri. Draussen saß Farhan Aktar auf seinem Regiestuhl. Wir probten dann ein paarmal die Flucht, Priyanka und Om Puri standen unten an den Treppen. Als es dann zum richtigen Dreh kommen sollte, geschah leider ein Unglück. Ein Komparse fiel bei der Szene die Treppe hinunter und schlug sich den Kopf auf. Nun musste dieser erst einmal ärtzlich versorgt werden, der Dreh wurde unterbrochen. Wir warteten dann noch drei Stunden umsonst auf einen weiteren Einsatz, doch schließlich hieß es nach 10 Stunden Feierabend. Wer wollte, durfte sich noch fürs Wochenende melden. Von Freitag bis Sonntag hat man alle Tage verfügbar zu sein und zwar von 16 Uhr bis vier Uhr morgens. Alle Tage Nachtdrehs. Die ganze Nacht hindurch Treppen herunterhetzen. Soviel scheint klar, geredet wird in DON2 nicht viel, in jeder Szene wird es explodieren, wird gerannt, geschrien, gefallen. Und ich werde diesmal die Leistung der Komparsen ganz anders zu würdigen wissen.
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